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Waldbreitbach

Erfolgsgeschichte in Waldbreitbach: Nachfrage nach Ganztagsschule ist gestiegen

Mit Küchencontainer und wenig Erfahrung ist der Ganztagsschulbetrieb vor zehn Jahren an der Grundschule Waldbreitbach angelaufen. Stand heute ist das pädagogische Angebot nach dem eigentlichen Unterricht ein fester und vor allem etablierter Bestandteil des Schulalltages. Wie Schulleiterin Cornelia Schlott-Grebener im Gespräch mit unserer Zeitung sagt, wissen Kinder, Eltern und Lehrer ihre Ganztagsschule zu schätzen – und möchten sie auch künftig nicht missen.

Aus der Sicht von Cornelia Schlott-Grebener (rechts) bringt das Ganztagslernen den Kindern auch wichtige soziale Kompetenzen. Foto: Ralf Grün
Aus der Sicht von Cornelia Schlott-Grebener (rechts) bringt das Ganztagslernen den Kindern auch wichtige soziale Kompetenzen.
Foto: Ralf Grün

Ein Beleg dafür sind die Anmeldezahlen. Laut Schlott-Grebener lagen diese in den zehn Jahren stets zwischen 75 und 80 Schülern. Hinzu kommt: 2012 zählte die Grundschule 140 Schüler insgesamt, in diesem Jahr sind es 110. Heißt: Prozentual ist der Anteil der Ganztagsschüler sogar noch gestiegen. Für die Schulleiterin bedeutet das: „Das Ganztagsschulangebot genießt vor allem bei den Eltern einen hohen Stellenwert. Und die Zahlen sind natürlich auch ein großes Kompliment an die handelnden Personen in den zahlreichen AGs.“

Die frühere Schulleiterin Irmgard Paus leistete die Pionierarbeit. Vor allem die Nachmittagsangebote auch mit dem passenden Personal zu besetzen, erwies sich nicht nur zu Beginn als schwierige Aufgabe. Zuvor gab es eine Elternbefragung mit eindeutigem Ergebnis: Der Bedarf für eine GTS in Waldbreitbach war gegeben. Und so setzten Verwaltung und Verbandsgemeinderat alle Hebel in Bewegung, damit der Küchencontainer nicht zur Dauerlösung wurde. Im Ergebnis wuchs alsbald an der Realschule plus ein Anbau mit moderner Mensa samt Computerraum und Bibliothek. Cornelia Schlott-Grebener, die die Schulleitung 2012 übernahm, sagte rückblickend zu dem, was Irmgard Paus ihr in Sachen GTS hinterlassen hatte: „Sie hat das super aufgebaut, ein guter Stamm an fähigem Personal ist bis heute für die Schüler im Einsatz. Kontinuität ist da besonders wichtig.“

Die Schulleiterin muss es wissen, schließlich ist sie auch an anderen Schulen als Ganztagsschulfachberaterin unterwegs. Natürlich profitiert in erster Linie die Grundschule Waldbreitbach von ihrem Kenntnissen. So schaut Schlott-Grebener gemeinsam mit dem Kollegium darauf, dass das GTS-Angebot möglichst breit gefächert ist. Dazu zählen auch freie AGs, bei denen Schüler viel mitbestimmen können. Und die Gruppen sollten möglichst nicht zu groß sein: „Das ist wichtig, damit die Kinder am Nachmittag nicht mit so viel Lärm konfrontiert sind und somit noch aufnahmefähig bleiben. Ich will, dass sich die Kinder in der Ganztagsschule wohlfühlen.“

Der Erfolg steht und fällt nicht nur mit dem Inhalt, sondern auch mit den Menschen, die sich nachmittags der Kinder annehmen. Grundsätzlich sei es im ländlichen Raum schwierig, jemanden zu finden, der auch von 13 bis 16 Uhr Zeit hat. Aber bisher habe es immer gut geklappt. Gerade jetzt sucht die Schule eine Honorarkraft für den kreativen Bereich, nachdem dort eine aufgehört hat. Davon abgesehen kann die Waldbreitbacher Schule auf verlässliche Kooperationspartner bauen. Dazu zählen Vereine im Ort, die Waldbreitbacher Franziskanerinnen oder auch die DLRG. Letztere bietet an der GTS eine AG an. „Das und durch den Schwimmunterricht könne wir mit Fug und Recht sagen, dass alle Kinder schwimmen können, die die Grundschule verlassen“, betont Schlott-Grebener.

Erfahrungen fließen auch in die Zusammenstellung der Angebote ein. So erwies es sich als wenig erbaulich, die Grundschüler nachmittags noch mit Englisch oder Italienisch zu konfrontieren. „Die Kinder wollen dann einfach kognitiv nicht mehr arbeiten. Wir haben diese Kurse aus dem Programm genommen“, sagt Schlott-Grebener.

Die GTS ist laut Schulleiterin alles andere als ein Selbstläufer. Immer wieder sei nachzuhören, zu reagieren und nachzubessern. Wichtige Rückmeldungen erhält sie von Eltern oder in Teamsitzungen mit den Honorarkräften.

An der einen oder anderen Stelle würde sich die Schulleiterin zwar wünschen, dass das Budget für die Honorarkräfte mehr hergeben würde. Aber grundsätzlich ist sie der Meinung, das sich der vom Land für die GTS vorgegeben Grundsatz „Mehr Zeit zum Lernen“ auf jeden Fall bewahrheitet hat. Und da bezieht Cornelia Schlott-Grebener Kinder von Flüchtlingsfamilien im Hinblick auf deren Deutschkenntnisse ausdrücklich mit ein.

Von unserem Redakteur Ralf Grün

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