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Linz

Die Welt zu Gast in Linz: Junge Leute bepflanzen Gräber im Tilmann-Joel-Park

Silke Müller

Die Bunte Stadt wird ab Freitag, 20. Juli, noch ein Stück weit internationaler. Denn dann reisen 14 junge Menschen im Alter von 16 bis 26 Jahren aus Frankreich, Mexiko, Spanien, Deutschland, Südkorea, Serbien, Russland und Italien an, um zwei Wochen lang die alten Gräber – unter anderem von bekannten Linzern – im Tilmann-Joel-Park neu zu bepflanzen. Der Arbeitseinsatz dauert jeweils von 8 bis 13 Uhr. Der städtische Bauhof ist derzeit damit beschäftigt, die Aktion vorzubereiten. Die Stadt Linz hatte zuvor rund 10.000 Euro investiert, um die Standsicherheit der historischen Grabstätten zu gewährleisten. Ziel des Einsatzes ist es, wie Guido Rings, Leiter des Bauhofs, in einem Pressegespräch im Historischen Rathaus erläuterte, die Gräber neu aufzuarbeiten, um sie danach besser pflegen zu können.

Das Bauhofteam unter der Leitung von Guido Rings (2. von rechts) ist derzeit dabei, die Gräber im Tilmann-Joel-Park für die Bepflanzung vorzubereiten, die durch 14 Jugendlichen aus aller Welt erfolgen soll. Besuch bekam der Bauhof am Mittwoch von Nicole Thönnes, IJGD-Projektleiterin für internationale Workcamps. Foto: Silke Müller
Das Bauhofteam unter der Leitung von Guido Rings (2. von rechts) ist derzeit dabei, die Gräber im Tilmann-Joel-Park für die Bepflanzung vorzubereiten, die durch 14 Jugendlichen aus aller Welt erfolgen soll. Besuch bekam der Bauhof am Mittwoch von Nicole Thönnes, IJGD-Projektleiterin für internationale Workcamps.
Foto: Silke Müller

Es ist das erste Mal, dass die jungen Menschen aus aller Welt zu einem internationalen Workcamp in Linz zu Gast sein werden. Die Idee dazu hatte Elfriede Lützler von der Arbeitsgruppe Optik des Arbeitskreises Leben in der Altstadt. Über den Landschaftsverband Rheinland kontaktierte sie den Verein Internationale Jugendgemeinschaftsdienste (IJGD), der solche Einsätze seit nahezu 70 Jahren organisiert, wie IJGD-Projektreferentin Nicole Thönnes berichtete. Stadtbürgermeister Hans Georg Faust sprach von einem „international wichtigem Projekt“. „Die Idee ist es, den Park in einen besseren Zustand zu bringen“, erläuterte er im Hinblick darauf, dass diese Mammutaufgabe allein vom Bauhof nicht zu stemmen sei. Letzterer übernimmt die komplette Organisation des Einsatzes und stellt die Gerätschaften zur Verfügung. Rings selbst wird den jungen Menschen zur Seite stehen, um sie anzuleiten, wofür der Stadtbürgermeister ihm seinen Dank aussprach. Dieser galt aber auch allen weiteren Linzern, die das Workcamp mit auf die Beine gestellt haben – wie den Beigeordneten Michael Schneider und Karl-Heinz Wölbert sowie Dieter Lehmann, dem SPD-Fraktionsvorsitzenden im Linzer Stadtrat.

Lehmann sprach dem Bauhof ein großes Kompliment für die Vorbereitung des Einsatzes aus. So hatten Rings und sein Team unter anderem einen detaillierten Plan ausgearbeitet. Es wird allerdings nicht möglich sein, in zwei Wochen alle 136 Gräber anzugehen. „Wir werden mit 30 anfangen und schauen, wie weit wir kommen“, sagte Rings, der seine neuen jungen Helfer auch noch kennenlernen muss. Gleiches gilt übrigens für die jungen Menschen untereinander, wie Thönnes erzählte. „Es sind alles Einzelanmeldungen“, sagte sie, angetan von dem großen Freizeitprogramm, das die internationalen Besucher in Linz erwartet. „Es ist nicht selbstverständlich, dass die Städte so viel anbieten. Das ist fantastisch“, freute sie sich.

Entwickelt wurde das umfassende Programm von Wölbert, der dabei aber auch, wie er betonte, reichlich Unterstützung von Dritten erfahren habe. So sind viele Linzer Vereine wie Feuerwehr und DRK genauso mit im Boot wie die Katholische Kirchengemeinde oder auch die Familienbildungsstätte. Geplant sind neben einer Reihe von Aktionen auch Ausflüge in die Region. „Dabei wird aber nichts aufoktroyiert“, unterstrich Wölbert. Linz geht es vor allem auch darum, so der Erste Beigeordnete, den jungen Gästen aus aller Welt Wertschätzung entgegenzubringen.

Untergebracht werden die jungen Menschen in der Turnhalle des Altgymnasiums. Für ihre Verpflegung müssen sie selbst sorgen. Allerdings stellt die Stadt die Küche in der Stadthalle zur Verfügung. Außerdem wird beim HTZ am Altgymnasium, wie Wölbert berichtete, ein Freizeitbereich mit Pavillon und Bänken für die jungen Leute eingerichtet. Bei Bedarf steht auch eine Dolmetscherin zur Verfügung. Denn neben dem ehrenamtlichen Arbeitseinsatz im Tilmann-Joel-Park geht es beim Workcamp vor allem um eines: die Begegnung untereinander.

Von unserer Redakteurin Silke Müller

Paten gesucht

Auf dem Tilmann-Joel-Park gibt es einige Gräber, die von Angehörigen gepflegt werden, obwohl sie keine Rechte an der Ruhestätte mehr haben. „Ihnen sind wir zum Dank verpflichtet“, sagte Stadtbürgermeister Hans Georg Faust. Er würde es sich wünschen, wenn weitere Linzer – auch wenn sie keine verwandtschaftliche Beziehung zur Grabstätte haben – die Pflege eines Grabes übernehmen würden.

Interessenten können sich über die Tourist-Info an die Stadt wenden.
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