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Unkel

Brunnenwasser auf dem Prüfstand: Labormobil macht in Unkel Station

Im Garten wurde in diesem Jahr durch das nassere und kühlere Wetter weniger Wasser zum Gießen und fürs Planschbecken gebraucht als in den Vorjahren – doch im nächsten Jahr sieht es wahrscheinlich wieder anders aus. „Leitungswasser ist kostbar. Es ist sinnvoll, damit sparsam umzugehen und im Garten das Wasser aus dem eigenen Brunnen zu verwenden“, sagt Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz. Aber Nitrate und Pestizide verschmutzen das Grundwasser – vor allem in einer landwirtschaftlich intensiv genutzten Region. Auch können durch verschiedene Einflüsse Krankheitserreger ins Wasser geraten.

Das Labormobil der Organisation VSR-Gewässerschutz mit Diplom-Physiker Harald Gülzow macht am Dienstag, 10. Oktober, auf dem Willy-Brandt-Platz in Unkel Station. Foto: VSR-Gewässerschutz
Das Labormobil der Organisation VSR-Gewässerschutz mit Diplom-Physiker Harald Gülzow macht am Dienstag, 10. Oktober, auf dem Willy-Brandt-Platz in Unkel Station.
Foto: VSR-Gewässerschutz

Ob das selbst geförderte Wasser für das Befüllen des Planschbeckens, zum Gießen, als Tränkwasser für Tiere oder sogar zum Trinken geeignet ist, kann jedermann am Labormobil der Gewässerschutzorganisation erfahren. Es hält am Dienstag, 10. Oktober, auf dem Willy-Brandt-Platz in Unkel. Wasserproben nehmen die Umweltschützer dann von 9 bis 11 Uhr am Labormobil entgegen. Die Grunduntersuchung auf den Nitrat-, Säure- und Salzgehalt wird gegen eine Kostenbeteiligung von 12 Euro vor Ort durchgeführt, sodass die Bürger schon gegen Ende der Aktion ihre Ergebnisse wieder abholen können.

Brunnenbesitzer, die gegen Kostenbeteiligung ihr Brunnenwasser auch auf weitere Parameter wie Eisen, Phosphat oder Bakterien untersuchen lassen möchten, bekommen das Ergebnis mit einer Bewertung per Post zugesandt. Doch keiner wird mit seinen Messwerten allein gelassen. Das Team vom VSR-Gewässerschutz berät, sobald die entsprechenden Messergebnisse vorliegen, ob das Wasser zum Gießen, zum Befüllen des Planschbeckens, zum Waschen oder sogar zum Trinken geeignet ist. Damit die Ergebnisse auch aussagefähig sind, sollten für Probenahme und Transport Mineralwasserflaschen genutzt werden. Besonders geeignet sind 0,5-Liter-Flaschen aus Kunststoff, die bis zum Rand gefüllt werden.

Das Team vom VSR-Gewässerschutz bietet am Mobil neben den allgemeinen Informationen zu Belastungen und deren Ursachen auch eine individuelle Beratung für den jeweiligen Brunnenbesitzer an, um eine Belastung und deren Ursache zu besprechen. Die Umweltschützer möchten beim Thema Wasserqualität besonders die breite Öffentlichkeit einbeziehen.

„Bürger, die Brunnenwasser nutzen, haben das gleiche Ziel wie der VSR-Gewässerschutz: Das Grundwasser soll möglichst unbelastet sein“, meint Susanne Bareiß-Gülzow. So tragen alle gemeinsam dazu bei, dass die Wasserqualität des Grundwassers auch außerhalb der Wasserschutzgebiete verbessert wird. Dem VSR-Gewässerschutz ist es wichtig, dass die Bürger die Belastung des Grundwassers kennen. Die Ergebnisse werden deshalb regelmäßig in Karten zusammengefasst, um Belastungsschwerpunkte deutlicher erkennen zu können. Diese können auf der Homepage der Gewässerschützer ( www.vsr-gewässerschutz.de) eingesehen werden.

Nitrat ist ein Bestandteil von Dünger in der Landwirtschaft. Bei der von den Landwirten und Gartenbaubetrieben aufgebrachten Gülle, den Gärresten und dem Mineraldünger besteht jedoch immer die Gefahr, dass Nitrat ins Grundwasser ausgewaschen wird, erläutert der VSR-Gewässerschutz. Aufgrund dessen kommt es häufig zu Nitratbelastung des Brunnenwassers. Bei höheren Nitratkonzentrationen ist das Wasser aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zum Trinken geeignet. Auch die Verwendung im Garten, etwa zum Befüllen eines Planschbeckens oder Teichs, ist eingeschränkt. Auch beim Gießen ist es wichtig, die Nitratkonzentration zu kennen. Eine unnötige Nitratanreicherung im Gemüse kann man verhindern, indem die Nährstoffe aus dem Gießwasser bei der Düngung angerechnet werden.

Höhere Eisenkonzentrationen stören bei der Nutzung des Brunnenwassers. Sie weisen bei gleichzeitigen Vorkommen von geringen Nitratkonzentrationen aber auch auf einen guten Nitratabbau im Grundwasser hin. In vielen Gegenden kommt im Untergrund Pyrit, eine Eisen-Schwefel-Verbindung, vor. Bakterien können diese Verbindung nutzen, um Nitrat abzubauen. Es entsteht Stickstoff, Eisen und Sulfat. Somit führt ein starker Nitrateintrag in diesen Gebieten zu hohen Eisenkonzentrationen.

Diplom-Physiker Harald Gülzow, Experte der VSR-Gewässerschutz beim Thema Brunnenwasserqualität, berät auch telefonisch, und zwar immer freitags zwischen 9 und 12 Uhr unter Tel. 02831/976 33 42.

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