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Linz

Bilanz: Bildungsreferent des Vereins Eine-Welt Linz klärt seit einem Jahr über den fairen Handel auf

Sabine Nitsch

Karl Hermann Amthauer möchte weder Missionar sein noch missionieren. Er will nur über Hungerlöhne, Preisdumping und Menschenrechtsverletzungen im globalen Süden aufklären, über fairen Handel informieren und das Bewusstsein für fair gehandelte Produkte schärfen. Seit einem Jahr ist der pensionierte Pädagoge auf Minijobbasis als Bildungsreferent für den Verein Eine-Welt Linz tätig. „Wir stellen mit Freude fest, dass er schon sehr viel erreicht hat. Wir sind froh, dass wir uns für Amthauer entschieden haben“, zieht der Vorsitzende des Vereins, Hans-Joachim Schmitz, im Gespräch mit der RZ eine erste Bilanz.

Karl Hermann Amthauer (links) berichtete Hans-Joachim Schmitz, Chef des Vereins Eine-Welt Linz, von seiner Arbeit als Bildungsreferent. Foto: Sabine Nitsch
Karl Hermann Amthauer (links) berichtete Hans-Joachim Schmitz, Chef des Vereins Eine-Welt Linz, von seiner Arbeit als Bildungsreferent.
Foto: Sabine Nitsch

Amthauer stellt Kontakte zu Schulen, Vereinen, Bildungseinrichtungen und Senioren her. Er hält Vorträge wie in den Gemeindecafés der VG Linz, bei den kfd- Frauen in Rheinbreitbach und Neustadt und bei der evangelischen Frauenhilfe in Linz. Er war auch im „Erzählcafé“ in Epgert zu Gast oder bei den Gewerkschaftssenioren der IG BCE in Rheinbrohl. Er veranstaltet Infoabende und Workshops, bei denen er das Konsumverhalten bewusst macht.

Aber der ehemalige Lehrer für Deutsch und Sozialkunde an der Linzer Alice-Salomon-Schule zeigt dabei auch Wege zum nachhaltigen Handeln auf und erklärt den Nutzen für alle Menschen.

An mehreren Schulen, etwa am Martinus-Gymnasium Linz oder der Römerwallschule Rheinbrohl, hat er Projekte zum fairen Handel, globalem Lernen und Nachhaltigkeit realisiert. „Vor allem bei Schülern ist es wichtig, sie nicht zu belehren und ihnen mit erhobenen Zeigefinger zu sagen: ,Was ihr kauft, ist falsch'“, erläutert Amthauer. „Als Missionar komme ich da gar nicht gut an“, meint er schmunzelnd. Aufklärung, Interesse und Verständnis zu erwecken, seien vielmehr die Mittel der Wahl, um den fairen Handel ins Bewusstsein zu rücken. „Es ist jedoch ein sehr weiter Weg von der Erkenntnis, ,fairen Handel finde ich gut', bis hin zu ,ich kaufe auch die Produkte'“, weiß er mittlerweile aus Erfahrung. Das Elternhaus und das Umfeld, aber auch die Schule oder generell Bildungseinrichtungen spielten dabei ein große Rolle.

Das Thema sei zwar in den Schulen angekommen, aber noch eher zögerlich. „Dabei gibt es einen Orientierungsrahmen für globales Lernen, und die Schulen sind aufgefordert, das Thema in den Unterricht einfließen zu lassen“, berichtet Amthauer. Auch der nationale Aktionsplan, der Unternehmen verpflichtet, fair gehandelte Produkte einzukaufen, deute an, dass das Thema an Fahrt gewinne und man sich dem nicht mehr verschließen könne, so der Bildungsreferent. „Wir müssen lernen, globaler zu denken“, ergänzt er. In der Region sei diese Entwicklung noch ganz am Anfang, finden Amthauer und Schmitz unisono.

„Die Arbeit unseres Vereins ruht auf drei Säulen: der Weltladen, Öffentlichkeitsarbeit und jetzt die Bildungsarbeit“, erläutert Schmitz, der die Akzeptanz der fair gehandelten Produkte nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Arbeit des Bildungsreferenten auf einem guten Weg sieht.

Von unserer Reporterin Sabine Nitsch

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