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    Bevölkerung im Kreis Neuwied schrumpft drastischer als gedacht

    Der Kreis Neuwied verliert seit 2005 kontinuierlich an Einwohnern. Der Schrumpfungsprozess setzte damit fünf Jahre früher ein, als es die Landesstatistiker in Bad Ems vor Jahren vorhergesagt hatten. Nun haben die Experten die inzwischen dritte Bevölkerungsvorausberechnung bis 2060 vorgelegt. Diese basiert auf Zahlen aus 2010 und hält keine guten Nachrichten für den Kreis bereit. Denn unsere Region gehört zu den Landstrichen, für die die Statistiker deutliche Veränderungen im Gegensatz zu bisherigen Hochrechnungen ausmachen. Heißt: Die Einwohnerzahl wird in den kommenden Jahrzehnten deutlich schneller und drastischer sinken, als noch 2004 und 2008 vom Landesamt prognostiziert.

    Kreis Neuwied - Der Kreis Neuwied verliert seit 2005 kontinuierlich an Einwohnern. Der Schrumpfungsprozess setzte damit fünf Jahre früher ein, als es die Landesstatistiker in Bad Ems vor Jahren vorhergesagt hatten. Nun haben die Experten die inzwischen dritte Bevölkerungsvorausberechnung bis 2060 vorgelegt. Diese basiert auf Zahlen aus 2010 und hält keine guten Nachrichten für den Kreis bereit. Denn unsere Region gehört zu den Landstrichen, für die die Statistiker deutliche Veränderungen im Gegensatz zu bisherigen Hochrechnungen ausmachen. Heißt: Die Einwohnerzahl wird in den kommenden Jahrzehnten deutlich schneller und drastischer sinken, als noch 2004 und 2008 vom Landesamt prognostiziert.

    Die taufrischen Zahlen für den Kreis rütteln auf: Legen wir die mittlere Variante der Vorausberechnung bis 2060 zugrunde (mit konstanter Geburtenrate, einer um sieben Jahre höheren Lebenserwartung für Frauen und Männer und einem niedrigeren Wanderungssaldo von plus 4000 Personen), leben im Kreis in acht Jahren nur noch 173 800 Menschen, 2050 145 733 und weitere zehn Jahre später gerade noch 136 442. Das entspricht einem Bevölkerungsrückgang von 24,6 Prozent. Damit liegt Neuwied unter den 24 rheinland-pfälzischen Kreisen überraschend weit vorn, wenngleich Birkenfeld, Kusel und Südwestpfalz mit bis zu 36 Prozent noch mal eine andere Qualität darstellen.

    Wie gravierend sich die Zahlen an Rhein und Wied verschieben, macht der Vergleich mit bisher von der RZ publizierten Daten deutlich: 2006, als die Zweitwohnsitzsteuer laut Landrat Kaul eine Ummeldungswelle ausgelöst hatte und die Pendlerpauschale zwischenzeitlich wegfiel, sah die Prognose noch so aus: 2030 sollte im Kreis Neuwied noch 181 000 Menschen leben, 2050 immerhin noch 165 000. Als Beleg für die Verschärfung der Lage kann auch das herangezogen werden, was die Bertelsmannstiftung Ende 2008 auf den Tisch gelegt hat. Laut deren Studie würde der Kreis 2025 noch über 179 203 Einwohner verfügen.

    Von den genannten Zahlen haben sich die neuesten erheblich entfernt. Etwa der von der Bertelsmannstiftung ermittelte Wert für 2025 wird laut Statistischem Landesamt bereits 2020 deutlich unterschritten (siehe Grafik). Als Grund für den neuen Trend nennen die Statistiker vor allem eine deutlich pessimistischere Quote bei den Zuwanderungen.

    Darüber hinaus lassen die neuen Zahlen auch Schlüsse hinsichtlich der Altersstruktur der Bevölkerung zu. Laut mittlerer Variante machten jüngst Personen bis 20 Jahre 19,8 Prozent der Gesamtbevölkerung aus, die Menschen ab 65 Jahre 21,4 Prozent. Dieses Verhältnis wird sich laut Prognose weiter zuungunsten der jungen Menschen verschieben: Im Jahr 2020 liegt es bei 17,8 zu 24,6 Prozent, 2030 bei 17,2 zu 30,2, 2050 bei 16 zu 34,2, und für 2060 rechnen die Experten mit 15,8 zu 35,2 Prozent. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Menschen im arbeitsfähigen Alter (20 bis 65 Jahre). Ihr Anteil an der Bevölkerung schrumpft binnen eines knappen halben Jahrhunderts von 58,5 auf 48,9 Prozent.

    Die Konsequenzen dieser Entwicklung sind weitreichend. „Wir müssen uns darauf einrichten und können uns dabei nicht nur auf einen Bereich fokussieren“, erklärt Kreisbeigeordneter Achim Hallerbach. So müssen etwa Infrastrukturen für Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Kinderbetreuung und einiges mehr vorgehalten werden. Betroffen von den Kosten sind in jedem Fall die Kommunen. Und: Wenn die Zahl derer, die ins arbeitsfähige Alter nachwachsen, immer kleiner wird, bricht die Einkommensteuer als vielerorts wichtigste Einnahmequelle Stück für Stück weg. Es sei denn, die Kurve für die Geburtenrate geht dank familienfreundlicherer Bedingungen, Stichwort Kinderbetreuung, wieder nach oben, und an der Zuwanderungsfront tut sich doch mehr, als nach neuesten Erkenntnissen angenommen wird. Doch das ist wohl kaum zu erwarten. Hallerbach wagt eher die Prognose, dass sich „in 15 bis 20 Jahren Kitas in Tagestreffs für Senioren umwandeln lassen“.

    So oder so steigen die Ausgaben der Kommunen, vermutet Hallerbach. Bereits 2008 hat Landrat Kaul angesichts schrumpfender Bevölkerung mit einem Kostenschub bei den Hilfen zur Pflege und bei der Grundsicherung im Alter gerechnet. Der Verwaltungschef lag mit seiner Befürchtung goldrichtig. Ralf Grün

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