40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Neuwied/Linz
  • » Ausbildungsmarkt: Arbeitsagentur meldet noch 550 offene Stellen
  • Aus unserem Archiv
    Kreis Neuwied

    Ausbildungsmarkt: Arbeitsagentur meldet noch 550 offene Stellen

    Für das kommende Ausbildungsjahr sind bei der Neuwieder Agentur für Arbeit noch 550 offene Stellen gemeldet. Gleichzeitig suchen immer noch 478 junge Menschen eine geeignete Lehrstelle.

    Niklas Kaballo hat sich für eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker entschieden. Diesen Job zu erlernen, steht bei den Jungen nach wie vor ganz oben auf der Wunschliste, während Mädchen eher Friseurin oder Verkäuferin werden möchten.  Foto: Jörg Niebergall
    Niklas Kaballo hat sich für eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker entschieden. Diesen Job zu erlernen, steht bei den Jungen nach wie vor ganz oben auf der Wunschliste, während Mädchen eher Friseurin oder Verkäuferin werden möchten.
    Foto: Jörg Niebergall

    „Das sind erste Zahlen, da tut sich noch ganz viel“, weiß Natascha Lentes, Pressesprecherin der Neuwieder Arbeitsagentur. Insgesamt hatten sich dort 1158 junge Menschen gemeldet und die Behörde um Hilfe bei der Suche nach einem Ausbildungsjob gebeten. Lentes kann auch das Paradoxon erklären, dass es trotz offener Stellen noch eine Reihe von unversorgten Bewerbern gibt. „Sie passen nicht zu den freien Stellen“, weiß die Fachfrau. Ein Problem ist ihr zufolge, dass sich die Jugendlichen immer noch auf einige wenige Berufe beschränken.

    So steht bei den Jungen weiterhin die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker ganz oben auf Wunschliste. Bei den Mädchen ist es das Friseurhandwerk beziehungsweise eine Ausbildung zur Verkäufern – allerdings in der Modebranche. Weniger beliebt hingegen ist die Gastronomie oder auch die Lebensmittelbranche. „Eine Fleischereifachverkäuferin ist eben ein anderer Job als Mode zu verkaufen“, sagt Lentes. „Und jemandem, der Kfz-Mechatroniker werden will, kann man nicht einreden, eine Ausbildung zum Koch zu machen“, ergänzt sie. Die Gründe, warum Jobs in der Gastronomie oder im Lebensmittelhandwerk bei den Jugendlichen nicht so ankommen, sind bekannt. „Da sind zum Beispiel die Arbeitszeiten: arbeiten, wenn sich die Freunde treffen. Klar, dass es schwer ist, die Leute dafür zu begeistern“, erläutert Lentes.

    Um aufzuzeigen, dass es weit mehr interessante Ausbildungsberufe als nur die gängigen Klassiker gibt und um vor allem Mädchen hin zu den sogenannten Mint-Berufen wie Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik zu führen, gibt es zum Beispiel Veranstaltungen wie den Girls' Day, erläutert Lentes. „Gerade im Mint-Bereich gibt es auch für Mädchen viele spannende Berufe“, wirbt die Fachfrau für ein Umdenken. Durch den Wandel in der Arbeitswelt, der unter anderem dem technischen Fortschritt geschuldet ist, könnten auch Frauen Berufe wie Klima-Techniker oder Anlagen-Mechaniker gut bewältigen. „Heutzutage geht es dabei nicht mehr nur um Körperkraft“, betont Lentes.

    Dass Mädchen dennoch eher mit Berufen wie Lehrerin oder Erzieherin liebäugeln, sei der alten Denkweise in den Elternhäusern geschuldet. „Da heißt es dann, als Erzieherin oder Lehrerin könnten Mütter gut Teilzeit arbeiten. Das ist zwar gut gedacht, aber die Zeiten haben sich geändert. Mittlerweile gibt es Elternteilzeit für beide, und sie ist auch in anderen Berufen möglich“, betont Lentes. Die alte Denkweise sollte deshalb aufgebrochen werden, meint Lentes auch im Hinblick auf die Eltern, die für den künftigen Job ihres Nachwuchs oft als Ideengeber fungieren. Als weitere Beispiele für Berufe mit Zukunft nennt Lentes Kranken- oder Altenpflege. „Allerdings sind das Berufe, die man wollen muss, weil dabei so viel Engagement und Herzblut gefragt sind.“ Nach Überzeugung der Agentursprecherin müssen sich sowohl Jugendliche als auch Arbeitgeber mehr öffnen. Letzteren legt sie ans Herz, bei größerer Motivation auch einmal schwächere Bewerber zu berücksichtigen. Jugendliche indes sollten mehr Flexibilität zeigen. „Wichtig ist auch, sich schon frühzeitig zu orientieren.“ Lentes rät Schülern ab der achten Klasse und Gymnasiasten ab der neunten Stufe, die Ferien für Praktika zu nutzen, um in verschiedene Berufe hineinzuschnuppern. „Außerdem hat man dann auch bei dem Unternehmen schon einen Fuß in der Tür“, nennt Lentes einen entscheidenden Vorteil solcher Praktika. Jungen Menschen, die noch auf der Suche nach einem Ausbildungsjob sind, empfiehlt sie, im Berufsinformationszentrum (BiZ) der Arbeitsagentur, Julius-Remy-Straße 4, in Neuwied vorbeizuschauen. Es ist auch während der Ferien geöffnet. Zudem verweist sie auf das Internetportal zur Berufsorientierung www.planet-beruf.de/ schuelerinnen. Auch Arbeitgeber können sich bei der Arbeitsagentur melden und sich zum Beispiel über Fördermöglichkeiten erkundigen. „Jeder Arbeitgeber hat einen persönlichen Ansprechpartner“, betont Lentes.

    Die gebührenfreie Servicenummer für Arbeitgeber lautet 0800/455 55 20, Schüler können sich unter der gebührenfreien Servicenummer 0800/455 55 00 melden. Das BiZ ist montags von 7.30 bis 16 Uhr, dienstags und donnerstags von 7.30 bis 17 Uhr sowie mittwochs und freitags von 7.30 bis 12 Uhr geöffnet.

    Von unserer Redakteurin Silke Müller

    Neuwied Linz
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Top Angebote auf einen Klick
    Anzeige
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter Neuwied
    Samstag

    10°C - 18°C
    Sonntag

    9°C - 14°C
    Montag

    9°C - 14°C
    Dienstag

    9°C - 14°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach