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Koblenz/Kreis Neuwied

ADAC: Zahl der Hilfseinsätze in der Region steigt

Dass es immer häufiger extreme Wetterereignisse gibt, bekommen auch die Helfer vom ADAC zu spüren. "Wir haben besonders viel Arbeit, wenn es sehr kalt oder sehr heiß ist", sagte Klaus Schlingmann, Leiter Pannenhilfe in der Region Mitte beim ADAC, als der Automobilklub jetzt seine Bilanz für 2015 präsentierte. Im vergangenen Jahr führte vor allem die extreme Hitze im Sommer dazu, dass die Zahl der Hilfseinsätze gerade im Pannendienst nach oben geschnellt ist.

Hubschrauber starten immer öfter zu Rettungseinsätzen.  Foto: ADAC/Frey
Hubschrauber starten immer öfter zu Rettungseinsätzen.
Foto: ADAC/Frey

Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

Pannenursache Nummer eins sind schwache oder defekte Autobatterien, die ihren Geist aufgeben. Die ADAC-Straßenwacht leistet in diesen Fällen Starthilfe. Probleme mit Reifen und Rädern sowie mit der Zündanlage kommen auch häufig vor, oder die Helfer müssen ein Fahrzeug öffnen, wenn der Schlüssel im Auto oder zu Hause liegt. "Bei Hitze kann das auch zu lebensgefährlichen Situationen führen, etwa wenn ein Kind im Auto eingesperrt ist", sagt Schlingmann, wobei dies natürlich außergewöhnliche Fälle sind.

Für den ADAC sind die Hilfseinsätze selbst und auch der Einsatz der Helfer – zwei Drittel sind eigene Mitarbeiter, ein Drittel Vertragspartner – in Extremsituationen immer schwieriger planbar. "Die Wetterankündigungen werden immer ungenauer", sagt Schlingmann, und sie kommen oft viel später oder gar nicht. Für die Autofahrer bedeutet das, dass sie länger auf Pannenhilfe warten müssen als sonst. Normal ist eine Wartezeit bis zu einer Stunde, "das schaffen wir in 80 Prozent der Fälle", so Klaus Schlingmann.

Auch um die Zeit zu verkürzen, testet der ADAC derzeit in Stuttgart und Berlin den Einsatz von E-Bikes in der Pannenhilfe. Man will prüfen, ob man gerade in den staugeplagten Innenstädten mit den Rädern schneller agieren kann. In Koblenz und Umgebung wird dies aber eher keine Option sein, "auf dem Land sind eher Quads geeignet", so Schlingmann. Schon jetzt kommen einige der vierrädrigen Fahrzeuge bei Festivals wie Rock am Ring zum Einsatz, wo sie auch außerhalb der Straßen und selbst im Schlamm weiterkommen.

Insgesamt rückten die ADAC-Pannenhelfer in Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr zu 228 138 Einsätzen aus. In Koblenz und Umgebung waren es 23 637 Einsätze – 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch in der Luftrettung ist der ADAC aktiv, eine von bundesweit 37 Stationen liegt in Koblenz. Vom Bundeswehrzentralkrankenhaus aus startet der Hubschrauber Christoph 23 zu Einsätzen vor allem im nördlichen Rheinland-Pfalz, im vergangenen Jahr in 1716 Fällen, 1,5 Prozent mehr als noch 2014. Meistens wird der Hubschrauber in internistischen Notfällen gerufen, etwa bei akuten Herz- und Kreislauferkrankungen. Auch bei Schlaganfällen oder Verkehrsunfällen wird Christoph 23 eingesetzt, meist in einem Radius von 50 Kilometern rund um Koblenz, manchmal aber auch deutlich darüber hinaus. Und die Einsatzzahlen steigen, sagt Frank Michels, Pilot und Leiter der Luftrettungsstation in Koblenz. "Die Bevölkerung wird immer älter", begründet er das. Auch den Luftrettern würde es helfen, wenn der Verkehr auf Autobahnen bei Unfällen besser geregelt wäre. Oft haben sie Probleme zu landen, und auch andere Rettungshelfer kommen häufig nur mühsam zum Ziel. Mit einer Initiative will der ADAC darauf aufmerksam machen, wie man richtig eine Rettungsgasse bildet und wie wichtig diese für Rettungseinsätze ist.

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