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Idar-Oberstein

"Trau dich!": Kampagne will Kinder stärken

Selbstbestimmung, Aufwachsen ohne Gewalt, Anspruch auf Hilfe und Unterstützung: Diese Rechte hat jedes Kind in Deutschland. Um Kinder und Jugendliche besser vor Übergriffen zu schützen, hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bereits 2013 im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die bundesweite Initiative „Trau dich!“ zur Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs gestartet. Sie ist Teil des Aktionsplans 2011 der Bundesregierung zum Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt und Ausbeutung. Dabei werden Ergebnisse des runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch“ und Empfehlungen des Abschlussberichtes der Unabhängigen Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs (UBSKM) berücksichtigt.

Ein interaktives Theaterstück am 6. Juni mit dem Titel „Trau dich!“ gehört zum Projekt in Idar-Oberstein. Im Fokus steht die Sensibilisierung gegenüber sexuellem Missbrauch.  Foto: Sebastian Kahnert, picture alliance/dpa
Ein interaktives Theaterstück am 6. Juni mit dem Titel „Trau dich!“ gehört zum Projekt in Idar-Oberstein. Im Fokus steht die Sensibilisierung gegenüber sexuellem Missbrauch.
Foto: Sebastian Kahnert, picture alliance/dpa

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sind verantwortlich für Konzeption, Entwicklung und Durchführung der Initiative, die auch in Idar-Oberstein umgesetzt wird und zu der am Mittwoch, 6. Juni, 9 und 11.30 Uhr (es gibt zwei Aufführungen), ein Theaterstück im Stadttheater gehört. Viele regionale Akteure sollen mit ins Boot. Erste Gespräche gab es bereits. So wird sich der kreisweit aktive Arbeitskreis gegen sexualisierte Gewalt, dem unter anderem der Frauennotruf und Pro Familia angehören, einbringen.

„Trau dich!“ wird in Landeskooperationen realisiert. Die regionale Konzeption und Umsetzung von Projekten entwickelt Sinus (Büro für Kommunikation/Köln) im Auftrag der BZgA mit den regionalen Akteuren in mehrmonatigen Planungsphasen. Je nach vorhandenem Netzwerk, den Strukturen und Vorerfahrungen wird die örtliche Strategie in einem gemeinsamen Prozess regional angepasst, zum Beispiel hinsichtlich der Ansprache der Schulen, der Lehrkräfte-Fortbildungen und Elternarbeit und weiterer begleitender Aktionen. Sinus begleitet die Regionen von der Planung bis zur Auswertung bei der Umsetzung der Initiative. Für die Veranstaltungen in Rheinland-Pfalz werden die Klassenstufen fünf und sechs angesprochen.

Gefühle im Mittelpunkt

Ein wichtiges Element der Initiative ist die Aufführung des interaktiven Theaterstücks „Trau dich!“: ein starkes Stück über Gefühle, Grenzen und Vertrauen“, der deutsch-schweizerischen Künstlergruppe Kompanie Kopfstand zum Thema Kinderrechte und Missbrauch. Das Stück soll acht- bis zwölfjährige Schüler informieren und motivieren, sich im Falle eines Missbrauchs an eine Person ihres Vertrauens zu wenden. Zum Inhalt: Über Gefühle lässt es sich nicht immer so leicht reden. Für Paula ist es gar nicht so einfach, ihrer Freundin zu erklären, dass sie sich für Jungs noch nicht besonders interessiert. Vladimir hat keine Ahnung, wie er seiner Oma sagen soll, dass er ihre Schlabberküsse nicht mag. Alina wird ganz stumm, als ein Freund der Familie seine Hand auf ihr Bein legt. Warum ist es manchmal so schwer, den eigenen Empfindungen zu trauen? Warum sind manche Gefühle so schwer in Worte zu fassen? Und warum ist es oft so schwierig, überhaupt jemanden zu finden, dem man sich anvertrauen kann? Paula, Vladimir und Alina machen sich auf die Suche nach den passenden Worten für ihre Gefühle. Sie suchen und suchen, bis sie den Mut und die Worte gefunden haben, darüber zu sprechen.

Fortbildungen geplant

Bereits einige Wochen vor dem Theaterstück bieten regionale Fachberatungsstellen mindestens eine Lehrkräfte-Fortbildung an. Dabei werden Lehrer auf den Besuch des Theaterstücks vorbereitet sowie methodische Anregungen zur Vor- und Nachbereitung des Theaterbesuchs vermittelt. Die BZgA stellt den Referierenden dafür ein Curriculum sowie weitere Informationsmaterialien und eine DVD mit den zentralen Spielszenen des Theaterstücks zur Verfügung.

Einige Tage vor dem Theaterstück erhalten Eltern an einem zentralen Infoabend sowohl fachliche Informationen zum Thema sexueller Kindesmissbrauch als auch Informationen zum Bühnenstück und Anregungen, wie sie mit ihrem Kind über den Theaterbesuch und generell sexualpädagogische Themen sprechen können.

Im Anschluss an die Theateraufführung haben die örtlichen Beratungsstellen die Gelegenheit, sich direkt von der Bühne aus an die Kinder und Lehrkräfte zu wenden und ihnen ihre Arbeit und den Kontakt kurz zu erläutern. So können die örtlichen Akteure diesen Tag als Öffentlichkeitsarbeit für ihre Ziele und ihr Engagement zu dem Thema nutzen.

Von unserer Redakteurin Vera Müller

Idar-Oberstein Birkenfeld
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