40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » Nahe-Zeitung
  • » Schulpsychologischer Dienst: Bedarf ist groß
  • Aus unserem Archiv
    Idar-Oberstein

    Schulpsychologischer Dienst: Bedarf ist groß

    "Der schulpsychologische Dienst unterstützt Schulen und berät alle am Schulleben Beteiligten: Lehrkräfte, Lernende und deren Eltern, Schulleitungen sowie Schule als Gesamtsystem. Und der Bedarf steigt." So beschreibt die Idar-Obersteiner Schulpsychologin Sara Heuchert ihre Kernaufgabe in Zusammenarbeit mit ihrem Kollegen Jörg von Irmer und den beiden Sachbearbeiterinnen Jutta Lorenz und Jutta Schwenk.

    Psychoanalyse
    Sich auf die Couch legen und einfach losreden: Das machen Patienten in der Regel bei einer Psychoanalyse - der Therapeut sitzt so, dass sie ihn nicht sehen können. (Bild: Brichta/dpa/tmn)
    Foto: DPA

    Von unserer Redakteurin Vera Müller

    In der Beratung gelte es, den oder die Beteiligten zu befähigen, auftretende Probleme in eigener Verantwortung und selbstständig lösen zu können. Hierbei werden die Ziele gemeinsam festgelegt, und der Schulpsychologe begleitet die Ratsuchenden auf dem Weg der Lösungssuche.

    Die Arbeit umfasst insgesamt drei Kernarbeitsfelder:

    Beratung der Schulen im Bereich Schulentwicklung: "Wir beraten zu allen schulischen Fragestellungen, zu denen die angewandte Psychologie Know-how bietet. Typische Themen und Anfragen sind zum Beispiel die kollegiale Kooperation und Kommunikation, Teamarbeit, der Transfer von Fortbildungsinhalten in den schulischen Alltag oder der Umgang mit schulischen Krisensituationen."

    Beratung von Einzelpersonen im Kontext Schule: "Wir beraten Lehrkräfte und in Zusammenarbeit mit Schule auch Eltern und deren Kinder bei besonderen schulischen Problemlagen." Thematisch gehe es dabei oft um Lern- und Leistungsprobleme, Interaktions- und Kommunikationsstörungen, Rollenkonflikte, Schullaufbahnentscheidungen oder persönliche Krisensituationen. Die Beratung sei dabei auf Lösungen innerhalb der Schule ausgerichtet. Wenn im Verlauf der Beratung sichtbar wird, dass schulexterne Fördermaßnahmen oder therapeutische Hilfen notwendig sind, wird auf entsprechende Einrichtungen hingewiesen. Das Team arbeitet daher in möglichst enger Vernetzung mit anderen Einrichtungen und Institutionen der Region, die wichtige Unterstützungsmöglichkeiten bereithalten.

    Fortbildung von Lehrkräften: "Wir bieten schulinterne Studientage oder regionale Fortbildungen, zum Beispiel auf Anfrage von Schulen, und auch überregional angebotsorientiert in unterschiedlichen Arbeitszusammenhängen Fortbildungen für Lehrkräfte an. Themen wie Kommunikation, Lehrergesundheit, soziales Lernen und Inklusion, um nur einige zu nennen, spielen eine Rolle."

    Frage der Perspektive

    Bei fast jeder schulpsychologischen Fragestellung seien die verschiedenen Sichtweisen der Betroffenen (Eltern, Schüler, Lehrkräfte) zu berücksichtigen und gemeinsam aus diesen Perspektiven Lösungen zu entwickeln. Schulpsychologische Arbeit habe sowohl das Ziel, die Betroffenen zu stärken, um ihre vorhandenen Möglichkeiten weiter zu aktivieren, als auch die Beratungsangebote, die zum Beispiel ein Schüler wahrnehmen kann, zu verbessern: "Dies kann sich zum Beispiel auf die gezielte Unterstützung schulischer Beratungssysteme für die Hilfe einzelner Schüler beziehen als auch auf die Schaffung von schulexternen Strukturen zur Unterstützung des Schülers."

    In der Regel nehmen Lehrkräfte, Schulleitungen oder Eltern mit dem Beratungszentrum telefonisch Kontakt auf. In einem ersten Gespräch wird sondiert, um welche Fragestellung es geht und welche weiteren Maßnahmen Sinn ergeben. So sei es in einigen Fällen angebracht, unter Einbindung aller Beteiligten am runden Tisch im direkten Gespräch miteinander gemeinsam Lösungen zu entwickeln. In anderen Fällen erweise sich zunächst Unterrichtsbeobachtung als zieldienlich, um Eindrücke zum Kind direkt im Klassenverband zu gewinnen und für den weiteren Beratungsprozess nutzbar zu machen - mit dem Ziel, dem Schüler die optimale Hilfe zukommen zu lassen.

    "Gesellschaft ändert sich und damit auch Schule und die daraus resultierenden Unterstützungsleistungen durch die Schulpsychologie. Die aktuellen Geschehnisse bei der Integration der Kinder und Jugendlichen mit Fluchterfahrung zeigen dies besonders deutlich", betont Sara Heuchert.

    Stabile Kooperation nötig

    Die Anforderungen seien in den vergangenen Jahren durchaus gestiegen. Das spiegele sich zwangsläufig nicht immer in steigenden Fallzahlen wider, vielmehr sei eine qualitative Veränderung der Anfragen zu verzeichnen: "Dabei ist die Frage zentral, wie Schulen mit den wachsenden Herausforderungen umgehen. Aus unserer Sicht gewinnt eine stabile Kooperation der Lehrkräfte untereinander immer mehr an Bedeutung, die wir zum Beispiel durch eine Begleitung bei innerschulischen Teamentwicklungsprozessen stärken."

    Der Beratungsbedarf sei auf jeden Fall groß: "Bei uns melden sich sowohl Lehrkräfte wie Eltern, die um schulpsychologische Unterstützung bitten. Zu vielen Schulen und wichtigen kooperierenden Institutionen sind im Lauf der Jahre stabile Kooperationslinien und vertrauensvolle Beziehungen entstanden, die die gemeinsame Arbeit im Sinne der Kinder und Jugendliche erleichtern und befördern. Die Vernetzung unterschiedlicher Professionen bildet eine gute Basis, um bestmögliche Lösungen für die jeweiligen Problemlagen der Betroffenen entwickeln zu können." Schulen seien durch die zunehmende Anzahl der Kinder und Jugendlichen mit Fluchterfahrungen vor neue Aufgaben und Herausforderungen gestellt. Die neue Situation beanspruche die Lehrkräfte in besonderem Maße, da die daraus entstehenden Erfordernisse neue Konzepte und Vorgehensweisen notwendig machen.

    Schwerpunkte ließen sich unter dem Motto "Schaffen einer Willkommenskultur" zusammenführen. Es gehe vor allem darum, den Kindern und Jugendlichen Orientierung und Sicherheit zu bieten, indem ihnen schulische Abläufe erklärt oder sie in bewährte Klassenrituale und -regeln eingeführt werden. Außerdem sei es wichtig, Beziehungsnetzwerke für die Kinder und Jugendlichen aufzubauen, indem man als Schulgemeinschaft für feste Bezugspersonen sorgt, an die sie sich bei Fragen wenden können. Und natürlich sei Schule die zentrale Institution zur Förderung des Spracherwerbs.

    "Aus unserer Sicht sollten wir aber vor allem auch eines im Blick behalten: Wir haben es mit Menschen zu tun, die bereits sehr viel erfolgreich bewältigt und überstanden haben und daher über ein großes Potenzial und eine gewisse Widerstandsfähigkeit verfügen. Sie weiter zu stärken und zu nutzen, ist auch ein wichtiges Ziel - und ein relevanter Faktor zur Förderung der Integration. Wir stehen Schulen als zentrale Anlaufstelle im Umgang mit besonders belasteten und traumatisierten Schülern mit Fluchterfahrungen für eine Erstberatung zur Verfügung." Neben vielen Herausforderungen stelle diese Vielfalt auch eine große Chance dar, heranwachsende Menschen für einen konstruktiven Umgang mit Vielfalt zu sensibilisieren und ihnen einen altersgerechten Zugang zu Unterschiedlichkeiten und Gemeinsamkeiten Gleichaltriger zu ermöglichen. "Wir bieten daher im Rahmen regionaler und überregionaler Veranstaltungen Fortbildungen für Lehrkräfte an."

    • Weitere Informationen sind im schulpsychologischen Beratungszentrum unter Telefon 06781/246 90 erhältlich.

    Idar-Oberstein Birkenfeld
    Meistgelesene Artikel
    Ihre Ansprechpartner in der Redaktion
    Stefan Conradt (sc)
    Redaktionsleiter
    Tel. 06781/605-43
    E-Mail
    Vera Müller (vm)
    Redakteurin
    Tel. 06781/605-52
    E-Mail
    Bettina Schäfer (bet)
    Redakteurin
    Tel. 06781/605-56
    E-Mail
    Andreas Nitsch (ni)
    Redakteur
    Tel. 06781/605-45
    E-Mail
    Axel Munsteiner (ax)
    Redakteur
    Tel. 06781/605-44
    E-Mail
    Peter Bleyer (pbl)
    Redakteur
    Tel. 06781/605-58
    E-Mail
    Silke BauerSilke Bauer (sib)
    Redakteurin
    0171-2976119
    E-Mail
    Jörg Staiber (jst)
    Reporter
    Tel. 06781/605-63
    E-Mail
    Online regional

    Bettina TollkampBettina Tollkamp
    Chefin v. Dienst
    E-Mail

    Anzeige
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Regionalwetter
    Freitag

    9°C - 17°C
    Samstag

    8°C - 18°C
    Sonntag

    6°C - 12°C
    Montag

    7°C - 13°C
    epaper-startseite
    Bundestagswahl 2017 im Wahlkreis 201

    Die Kandidaten im Wahlkreis 201: Porträts, Interviews und Aktionen

    Nahe am Ball
    Sebo-Startseite-Regiosport-Nahe-am-Ball
    Anzeige