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Idar-Oberstein

Rekordbesuch beim Neujahrsempfang in Idar-Oberstein: Andrang zwingt zu Umzug in größere Messehalle

Der Neujahrsempfang von Stadt Idar-Oberstein, Bundeswehr und Nahe-Zeitung wird immer beliebter: Weil diesmal weit mehr als 500 geladene Gäste, allen voran auch die CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner, dabei sein wollten, mussten die drei Gastgeber in die größenmäßig mittlere der drei Messehallen wechseln. Das Programm war prall gefüllt: Peter Burger, kommissarischer Chefredakteur der Rhein-Zeitung, beleuchtete in seiner Rede, für die er viele Komplimente erhielt, auch die immer buntere Medienwelt. Zudem gab's Gesang und Ehrungen.

Die Begrüßung übernahm anstelle von Oberbürgermeister Frank Frühauf aus gutem Grund Oberst Fiepko Koolman, Chef des in Idar-Oberstein ansässigen Ausbildungsbereichs für die Artillerie: Er geht Ende März nach 41 Dienstjahren in den Ruhestand und nutzte die Gelegenheit, für die in all den Jahren gewährte Unterstützung zu danken. Er werde mit seiner Frau weiter in Idar-Oberstein leben, kündigte Koolman an. Schon etliche Jahre wohnt auch sein Wunschnachfolger, Oberst Dietmar Felber, in der Schmuckstadt.

Zum dritten Mal hielt Peter Burger stellvertretend für die drei Gastgeber, die sich dabei abwechseln, die Neujahrsrede. Als der heute 59-Jährige vor rund 40 Jahren sein Volontariat just in Idar-Oberstein begann, sei die Medienlandschaft – auch im übertragenen Sinne – noch schwarz-weiß gewesen. Während es damals nur Zeitungen und öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Fernsehen gab, sei diese Welt heute kunterbunt, vielschichtig, teilweise schillernd und erfinde sich tagtäglich neu. Hauptkonkurrenten sind inzwischen Internet-Giganten wie Apple, Google, Amazon, Facebook und Co. Für sie „scheinen deutsche und europäische Datenschutzgesetze ebenso außer Kraft gesetzt zu sein wie unsere Steuergesetze“, merkte Burger kritisch an. Die Politik auf Bundes- wie auf EU-Ebene werde dabei zunehmend auf die Rolle eines zahnlosen Tigers zurechtgestutzt.

Die „sozialen Netzwerke“ sehe man auch bei der Rhein-Zeitung kritischer als noch vor einigen Jahren – und das nicht nur wegen der dadurch bewirkten, umfassenden Desinformation, sondern eines neuen Phänomens: der digitalen Übermüdung. „Die Zeiten unbegrenzten Wachstums von Klickzahlen, immer neuer Kanäle, des Austauschs von noch so unterirdisch anmutenden Unwichtigkeiten wie der Live-Blick in den mittäglichen Suppentopf oder die Klassifizierung des morgendlichen Stuhlgangs scheinen passé.“ Politiker mutmaßten selbstkritisch, dass Deutschland vielleicht schon im ersten Anlauf eine neue Bundesregierung bekommen hätte, „wenn nicht so mancher Twitterer, Poster und Durchstecher unter den fast Bald-Jamaikanern der verbalen Diarrhoe erlegen wäre“.

Trotz aller Veränderungen: Gleich geblieben sei in seinem langen Berufsleben der publizistische Anspruch, Qualitätsjournalismus bieten zu wollen. Und der setze nun einmal gründliche Recherche sowie das Auswerten, Bewerten, Formulieren und meinungsstarke Kommentieren voraus.

Dass ausgerechnet US-Präsident Donald Trump, „dessen Sprachschatz Twitter von 140 auf 280 Zeichen erhöht hat“, die Medien zum zweitgrößten Feindbild nach dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un erkläre, überrasche nicht: Es mache deutlich, wie sehr die Mächtigen in vielen Ländern dieser Welt die Macht des freien Wortes und die im Grundgesetz verbriefte Unabhängigkeit der Presse fürchten. Dass auch Claqueure hierzulande in ein ähnliches Horn wie Trump stießen, zeige allenfalls die Sorge, „als das entlarvt zu werden, was sie sind: zumindest in Teilen eine potenzielle Gefahr für unseren freiheitlich-demokratischen Rechts-staat“, betonte der kommissarische Chefredakteur, der überzeugt ist: Qualitätsjournalismus ist unerlässlicher denn je. Das gelte auch für die lokale Berichterstattung, das Herz der Rhein-Zeitung. Burger ging mit gutem Beispiel voran und beleuchtete in seiner Rede wohlwollend-kritisch auch die Situation in Idar-Oberstein (weiterer Bericht folgt).

Von Kurt Knaudt

Idar-Oberstein Birkenfeld
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