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Idar-Oberstein

Finanzspritze: Stadt Idar-Oberstein gleicht Fehlbeträge der Jakob-Bengel-Stiftung aus

Da hatten einige mit Diskussionsbedarf gerechnet. Letztlich war die Entscheidung, dass die Stadt Fehlbeträge der Einrichtung Industriedenkmal Jakob Bengel ausgleicht, aber nur Formsache in der jüngsten Sitzung des Stadtrates.

Seit fast zehn Jahren wird das Industriedenkmal im Rahmen der Städtebauförderung vonseiten der Stadt Idar-Oberstein mit hoher Bezuschussung des Landes saniert. Seit 2013 fällt die Maßnahme in die Gebietskulisse „Aktive Stadt“. Ausschlaggebend hierfür war die Bewertung des Denkmals als einzigartiges Industriedenkmal von nationalem Rang durch die Landesdenkmalpflege. Nach derzeitigem Sachstand kann die Baumaßnahme zum Frühjahr 2018 abgeschlossen werden. Bislang konnte die Jakob-Bengel-Stiftung die Mittel für die Unterhaltung und den Betrieb des Industriedenkmals selbst erwirtschaften. Neben den Eintrittsgeldern und zweckgebundenen Spenden wurden durch Verkäufe, das Projekt „Bengel macht Schule“, temporäre Vermietung studentischer Ateliers und Verkaufseinnahmen Erlöse erzielt, die gemeinsam mit dem institutionellen Jahreszuschuss der Stadt, den auch andere museale Einrichtungen erhalten, die laufenden Aufwendungen deckten.

Mit der Sanierung des Industriedenkmals Bengel sind umfangreiche denkmalpflegerische Auflagen zu erfüllen, die in diesem Maße nicht vorhersehbar waren und zu erheblichen Mehrkosten führen. So ist das Gebäude zum Schutz des Interieurs vor Kondensat auch während der beabsichtigten Winterschließung mit einer Mindesttemperatur von 12 Grad (bisher maximal 5 Grad) zu beheizen, und zwar auch in Gebäudeteilen, die nicht dem Führungsbetrieb zugänglich sind. Diese Flächen, zum Beispiel das zweite Obergeschoss, wurden in der Vergangenheit nur zeitweise oder nur indirekt durch aufsteigende Wärme beheizt. Die beheizbare Fläche hat sich so um das 2,5-Fache erhöht.

Im zweiten Obergeschoss befanden sich die zeitweise vermieteten studentischen Ateliers, die nach strikter Vorgabe der Landesdenkmalpflege nicht mehr genutzt werden dürfen, was den Wegfall von rund 3600 Euro Mieteinnahmen pro Jahr zur Folge hat. Zudem wurde der baukonstruktive Brandschutz durch die Denkmalpflege abgelehnt, sodass ein technischer Brandschutz (Sprinkler, Notstrom, Brandmeldeanlage) eingebaut werden musste. Die geschätzten Mehrkosten aufgrund der denkmalpflegerischen Auflagen betragen jährlich rund 18.100 Euro. So rechnet die Jakob-Bengel-Stiftung für das Jahr 2017 erstmals mit einer Unterdeckung von rund 20.000 Euro. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, plant die Stiftung mit der Fertigstellung der Sanierungsmaßnahme die Einrichtung eines Verkaufsshops im zukünftigen Empfangsbereich, um weitere Einnahmen zu erwirtschaften. Außerdem sind weitere Maßnahmen wie der Ausbau der Dauerausstellung, die Einrichtung von Ateliers oder die Revitalisierung der Schmuckmarke geplant.

Neben der Jakob-Bengel-Stiftung hat aber auch die Stadt als Trägerin der Baumaßnahme und Zuwendungsempfängerin ein großes Interesse daran, das Industriedenkmal zugänglich zu halten, herrschte offenbar Konsens im Stadtrat: Redebeiträge zum Thema gab es nicht. Die Unterdeckung der Stiftung für das Jahr 2017 wird nach Vorlage des Jahresabschlusses durch die Stadt ausgeglichen. Über die genaue Höhe des Fehlbetrages 2017 ist der Stadtrat zu unterrichten.

Bei Fehlbeträgen in Folgejahren erfolgt eine gesonderte Vorlage und Beschlussfassung. Zukünftig soll jährlich ein Sachstandsbericht zur Entwicklung des Industriedenkmals und der Jakob-Bengel-Stiftung erfolgen, lautete der einstimmige Beschluss im Rat.

Von unserer Redakteurin Vera Müller

Idar-Oberstein Birkenfeld
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