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    Zeller Land bündelt Argumente und Kräfte: Konzept im Kampf um Erhalt der Zwergschulen kommt gut an

    Der Kampf um den Erhalt der kleinen Grundschulen Alf und Briedel-Pünderich ist längst voll entbrannt. Die nötige argumentative Munition gegen eine Schließung dieser Schulstandorte hat der Rat der Verbandsgemeinde (VG) Zell am Dienstag gesammelt in Richtung Schulbehörde abgefeuert. Einstimmig (bei drei Enthaltungen) verabschiedete er im Sitzungssaal der VG-Verwaltung ein Konzept zum Fortbestand der Schulen. Mit einem weitergehenden Antrag, der auf die Prüfung einer Zusammenlegung der Grundschulen Alf und Bullay abzielte, scheiterte der Alfer Dr. Markus Rink. Er wurde mit 16 Neinstimmen (bei sechs Jastimmen und drei Enthaltungen) abgelehnt.

    Das ist das Gebäude der Grundschule Briedel-Pünderich in Pünderich. Hier wie in Alf kämpft man vereint um den Erhalt des Schulstandorts. Foto: Scherer
    Das ist das Gebäude der Grundschule Briedel-Pünderich in Pünderich. Hier wie in Alf kämpft man vereint um den Erhalt des Schulstandorts.
    Foto: Scherer

    VG-Bürgermeister Karl Heinz Simon redete nicht lange drum herum. Die im März vom Mainzer Bildungsministerium in endgültiger Form vorgelegten „Leitlinien für ein wohnortnahes Grundschulangebot“ schlugen ein „wie eine Bombe“. Schließlich stuften diese 41 kleine Grundschulen mangels Schülern als existenzgefährdet ein, darunter die beiden genannten in der VG Zell.

    Was folgte, war nicht nur eine Protestwelle in Demonstrations- und Petitionsform. Schnell formierte sich auch der institutionell organisierte Widerstand gegen eine drohende Schließung der Schulen in Alf und Pünderich. Es gab unzählige interne Arbeitsgespräche in der Verwaltung der VG, die Träger der beiden Grundschulen ist. Mit Ortsgemeinden, Schulleitungen, Lehrerkollegien und Elternvertretungen sammelte man Zahlen, Daten und Fakten, aber auch pädagogisch-inhaltliche und strukturelle Argumente, die für den Fortbestand der zwei Schulen sprechen.

    Auf 33 Seiten erläutert die Verwaltung diese Argumente. Klar, es geht um Schülerzahlen und Prognosen derselben, aber auch um die hohe Zufriedenheit der Eltern und weiterführender Schulen mit der Arbeit der beiden kleinen Bildungshäuser. Doch auch die soziokulturelle Bedeutung der Grundschulen für Alf und Pünderich/Briedel wird hervorgehoben. VG-Chef Simon sagte dazu: „Nichts trifft die Menschen mehr, als wenn die Schule im Dorf geschlossen wird.“ Allerdings räumte er mit Blick auf den angestrebten dauerhaften Erhalt derselben auch ein: „Schwierig, wenn nicht unmöglich wird es, wenn jedoch die Zahl 24 an einer Schule dauerhaft unterschritten wird.“ Unterhalb dieser Gesamtzahl von Schülern wird keine Klassenteilung mehr vorgenommen. Das an beiden Schulen praktizierte Modell zweier Kombiklassen aus Erst-/Zweit- sowie Dritt- und Viertklässlern würde so hinfällig. In beiden Schulbezirken – Briedel/Pünderich und Alf/St. Aldegund – werde die Gesamtkinderzahl „auch mit Blick in die Zukunft diesen Grenzwert jedoch deutlich übersteigen.“

    Ergänzt um weitere Argumente und Statements vonseiten der Ortsgemeinden, der Schulen und Eltern und anderer Kooperationspartner umfasst das Konzept 101 Seiten. Im VG-Rat fand es großen Anklang. Christian Simon (SPD) aus Pünderich nannte es ein „gutes Konzept, das mit viel Herzblut geschrieben wurde“. Matthias Müller (FWG) appellierte vor allem an die Verantwortung der Eltern, was den Erhalt von Dorfschulen angeht. „Wenn Eltern sich gegen ihre Schule vor Ort entscheiden, können wir nichts mehr ausrichten.“ Frank Koch (CDU) hielt fest, es liege nunmehr am Land, ob das Motto „Kurze Beine, kurze Wege“ weiter Bestand habe. Markus Rink von der FWG sieht in dem Konzept die Nähe von Alf zu Bullay „zu wenig berücksichtigt“. Hier womöglich eine Schule mit zwei Standorten zu schaffen, hätte in seinen Augen viel positives Potenzial. Er hätte die VG-Verwaltung gerne mit einem entsprechenden Prüfauftrag ausgestattet und das Konzept ergänzt. Dies fand wohl vor allem aus strategisch-taktischen Gründen keine Mehrheit. Es bestände nämlich die Gefahr, die im Konzept artikulierte Position schon zu „verwässern“, bevor die Schulbehörde überhaupt dazu Stellung genommen habe. Also entschärfte der Rat die argumentative Munition nicht.

    Von unserem Redakteur David Ditzer

    Hoffen auf den "Sonderfall"

    In Alf besuchen nach VG-Angaben von Mitte August insgesamt 35 Kinder (jüngst eingeschult: 4), in Pünderich 25 Kinder (jüngst eingeschult: 8) die jeweilige Grundschule.

    Nach Paragraf 13 des Landesschulgesetzes muss jede Klassenstufe mindestens eine Klasse umfassen. Ausnahmen? Nur „in besonderen Fällen“.dad

    Cochem Zell
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