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Kaisersesch

Wasserstofftanke: Kaisersesch hofft weiter auf Investoren


Brigitte Meier

Die erste Wasserstofftankstelle in Rheinland-Pfalz ist kürzlich in Koblenz-Metternich eröffnet worden. Eine sogenannte Umwelttankstelle, an der sowohl Elektrofahrzeuge ihre Batterien aufladen als auch Wasserstoff tanken können, soll demnächst in Kaisersesch entstehen. Laut Aussage von Albert Jung, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Kaisersesch, gibt es bereits drei Bewerber, die eine solche Tankstelle auf einem Gelände zwischen den Auffahrten zur Autobahn 48 betreiben wollen.

Die Verbandsgemeinde Kaisersesch ist zwar aus dem Elektrolyse-Plan in der Kläranlage ausgestiegen. Doch Innogy denkt nun über ein anderes Pilotprojekt an gleicher Stelle nach. Foto: Kevin Rühle
Die Verbandsgemeinde Kaisersesch ist zwar aus dem Elektrolyse-Plan in der Kläranlage ausgestiegen. Doch Innogy denkt nun über ein anderes Pilotprojekt an gleicher Stelle nach.
Foto: Kevin Rühle

Ausgestiegen ist die Verbandsgemeinde jedoch aus dem Vorhaben, in der Kläranlage Kaisersesch die dafür notwendige Energie zu gewinnen. Der Plan war, im Zuge der Erweiterung der Kläranlage von 5500 auf 10.000 Einwohnerwerte (EW) über Elektrolyse Wasserstoff und Sauerstoff herzustellen. Jung erklärt: „Nach intensiven Überlegungen in den zuständigen Ausschüssen haben wir davon Abstand genommen, weil das wirtschaftliche Risiko zu hoch ist.“

Dennoch ist die Kläranlage Kaisersesch immer noch im Rennen für ein Pilotprojekt der Firma Innogy, sagt Jung. Der Energielieferant denke darüber nach, über die Kläranlage Wasserstoff zu gewinnen, um darin die Sektoren Wärme, Strom und Mobilität zu koppeln. Eine Machbarkeitsstudie solle das Verfahren prüfen.

Die Idee, die VG Kaisersesch innerhalb eines Gesamtkonzeptes Umwelt zu einem Zentrum für erneuerbare Energien zu machen, entstand zum einen durch das ortsansässige Wasserstoff-Brennzellen-Netzwerk (H2BZ) Rheinland-Pfalz, zum anderen durch die zahlreichen Windkraftanlagen in der Eifel. Jung betont: „Die angestrebte Lösung zur Rettung des Klimas durch Elektromobilität ist nur dann ehrlich, wenn es uns gelingt, genügend erneuerbare Energie herzustellen.“ Das Problem sei jedoch, die Speicherung überschüssiger Energie aus den Windkraftanlagen. „Jeder kann beobachten, dass immer wieder Anlagen ausgeschaltet werden müssen.“ Es liege daher nahe, den Wasserstoff, der zur Speicherung der überschüssigen Energieproduktion des Windes geeignet ist, vor der Haustür zu gewinnen. Und sollte Innogy an der Kläranlage Kaisersesch das Vorhaben in die Tat umsetzen, werde die Verbandsgemeinde Wege finden, sich in irgendeiner Form daran zu beteiligen, kündigt Jung an.

Eine Umwelttankstelle direkt an der A 48 kann auch dazu dienen, „das Henne-Ei-Prinzip“ zu knacken, überlegt der Verwaltungschef. Denn obwohl die Technik des Wasserstoffautos funktioniert, hält sich die Nachfrage wegen der hohen Kosten sehr in Grenzen. Erst die Massentauglichkeit des Fahrzeugs könnte die Kosten senken. Und: Autofahrer argumentieren, erst ein Wasserstofffahrzeug zu kaufen, wenn das Tankstellennetz vorhanden sei, während Tankstellenbetreiber die Wasserstofftankstelle erst für rentabel halten, wenn genügend entsprechend ausgestattete Autos laufen.

Jung verweist auf das nationale Förderprogramm „H 2 Mobility“, mit dem Partner aus der Automobil-, Gas- und Mineralölindustrie ein Wasserstofftankstellennetz aufbauen möchten. Auch die geplante Kaisersescher Umwelttankstelle ist in diesem Förderprogramm. Jung stellt in Aussicht, dass die Verbandsgemeinde in Absprache mit der Stadt Kaisersesch schon bald einem der drei Bewerber, deren Namen er nicht nennen möchte, den Zuschlag erteilen wird.

Von unserer Mitarbeiterin Brigitte Meier

Cochem Zell
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