40.000
Aus unserem Archiv
Cochem

Tafel Cochem: Lebensmittel werden knapp

Petra Mix

Die Lebensmittel werden knapp: Mit diesem Aufruf bittet die Cochemer Tafel um Sachspenden für Not leidende Menschen. 600 bis 700 Menschen werden zurzeit wöchentlich von der Tafel mit Lebensmitteln versorgt. Und jetzt kann nicht mehr alles vorgehalten werden, was zum täglichen Leben gehört.

600 bis 700 bedürftige Menschen aus dem Kreis Cochem-Zell werden pro Woche von der Tafel mit Lebensmitteln versorgt.  Foto: Archiv Kevin Rühle
600 bis 700 bedürftige Menschen aus dem Kreis Cochem-Zell werden pro Woche von der Tafel mit Lebensmitteln versorgt.
Foto: Archiv Kevin Rühle

Woran liegt das? „In den Sommermonaten“, sagt Karin Steffens, die ehrenamtliche Leiterin der Einrichtung in der Endertstraße, „kann das schon einmal vorkommen, weil dann einfach sehr viele Menschen hier Urlaub machen und so auch ganz einfach weniger übrig bleibt, was an uns geht.“ Sie ist aber zuversichtlich, dass sich die Lage bald wieder entspannen wird, wenn möglichst viele Menschen erfahren, dass Spenden benötigt werden. Denn: Die Unterstützung der Lebensmittelmärkte, Warenhäuser, Discounter, Bäckereien, Metzgereien und Landwirte aus der Region ist riesig. „Nicht zu vergessen die Hilfe der Bevölkerung, das ist schon toll“, fügt Karin Steffens hinzu, und berichtet von großzügigen Spendern.

Dennoch kann es vorkommen, dass es knapp wird: Die zur Verfügung gestellten Lebensmittel reichen zurzeit kaum noch aus, um der weiterhin hohen Zahl der Tafelkunden einmal wöchentlich in ausreichendem Maße Nahrungsmittel zur Verfügung zu stellen. „Dies ist um so bedauerlicher, da vor allem an die Tafelkunden, die erst am Ende der Ausgabezeit bedient werden können, oft nur noch kleine Mengen abgegeben werden können“, erläutert Rainer Martini, Mitarbeiter der beiden Caritas-Geschäftsstellen Cochem und Wittlich. Vor allem für die Hilfesuchenden, die eine weite Anreise zur Cochemer Tafel in die Endertstraße auf sich genommen haben, ist dies eine unbefriedigende Situation. Denn die Tafel in Cochem ist die einzige im Kreis Cochem-Zell.

Hinzu kommt, dass die Vorräte aus Sachspendenaktionen, wie zum Beispiel der großen Globus-Spendenaktion vom Dezember vergangenen Jahres, die als Notreserve eingesetzt wurden, nun ebenfalls aufgebraucht sind. „Ich bunkere dann immer alles mögliche, teile es gut ein, damit es möglichst lange reicht, aber irgendwann ist auch da ein Ende in Sicht“, erläutert Karin Steffens, die sich bei ihrer Arbeit auf ein Team von mehr als 50 ehrenamtlichen Helfern verlassen kann.

Was wird nun dringend benötigt? Die Cochemer Tafel bittet die Bevölkerung um Lebensmittelspenden für Menschen, die durch die verschiedensten Lebensumstände in Not geraten sind. Jeder hat seine Geschichte, keiner kommt einfach mal so zur Tafel. Wer die Einrichtung besucht, bekommt es mit: Die Not ist groß. Benötigt werden einwandfreie originalverpackte haltbare Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum nicht abgelaufen ist, wie zum Beispiel Mehl, Zucker, Nudeln, Reis, Obst- und Gemüsekonserven, Eintöpfe, trockene Hülsenfrüchte, Kaffee, Kakao, Tee. „Es ist ein komisches Gefühl, wenn Sie kein Pfund Zucker, kein Pfund Mehl, kein Salz herausgeben können, weil es nicht da ist. Das tut mir und auch den anderen dann schon auch ein bisschen in der Seele weh“, betont Steffens, wie ernst sie und ihr Team die Arbeit nehmen.

Dass die Tafel Waren hinzukauft, ist in den Statuten so nicht vorgesehen. Karin Steffens aber regelt das individuell mit den Spendern. Ist die Not groß, und nur dann, werden dann auch mal Lebensmittel eingekauft. Das kommt selten vor, weil es den meisten Geldspendern zu viel ist, einkaufen zu gehen und die Waren in der Endertstraße abzuladen. Und die Helfer der Tafel sind mit ihren Jobs und Aufgaben vollends ausgelastet. „Gerade in den Sommermonaten, wenn viele im Urlaub sind, kommen wir hier an unsere Grenzen“, betont Steffens. Weitere Helfer und vor allem Fahrer sind jederzeit willkommen. Steffens freut sich vor allem über die Unterstützung von erfahrenen Hausfrauen. „Die wissen einfach am besten, wie man mit Lebensmitteln umgeht, wie man sie lagert, was noch ausgegeben werden kann“, sagt die Cochemerin.

Wer kann sonst noch helfen? Vereine, Frauengemeinschaften, kirchliche Gremien, Gruppen, Firmlinge oder Unternehmen können mit Sachspendenaktionen die Arbeit der Cochemer Tafel wirkungsvoll unterstützen, schreibt Rainer Martini in seinem Aufruf.

Die Lebensmittel können montags und dienstags von 14 bis 16 Uhr in der Cochemer Tafel in der Endertstraße 59a abgegeben werden. Wer weitere Infos möchte, kann sich zu diesen Zeiten auch bei der Tafel melden, die unter 02671/605.982 telefonisch erreichbar ist.

Von unserer Redaktionsleiterin Petra Mix
Cochem Zell
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Online regional
Nina Borowski

Nina Borowski

Regio-CvD Online

 

Mail

Anzeige
epaper-startseite
Regionalwetter
Donnerstag

3°C - 8°C
Freitag

2°C - 10°C
Samstag

1°C - 8°C
Sonntag

0°C - 7°C
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach