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Cochem/Büchel

Startschuss für neue 20-Wochen-Aktion in Büchel

Mit scharfer Kritik an der deutschen Nichtteilnahme an der heute beginnenden UN-Atomwaffenverbotskonferenz und einem Appell, die letzten US-Atomwaffen aus Deutschland abzuziehen, hat die Friedensbewegung die „20-Wochen-Aktion“ in Büchel begonnen. Zum Auftakt gab es Mahnwachen in Büchel und Cochem sowie eine Matinee in der Jugendherberge in Cochem. Bis zum Mittwoch, 9. August, soll es wieder regelmäßige Proteste in der Eifel geben.

Vertreter aus vielen Städten und Gemeinden nahmen am Auftakt der 20-Wochen-Aktion der Friedensbewegung gegen Atomwaffen in Büchel teil und zeigten dabei Flagge.  Foto: Dieter Junker
Vertreter aus vielen Städten und Gemeinden nahmen am Auftakt der 20-Wochen-Aktion der Friedensbewegung gegen Atomwaffen in Büchel teil und zeigten dabei Flagge.
Foto: Dieter Junker

„Die USA wollen ihre Atomwaffen qualitativ verbessern. Das ist eine Aufrüstung, und die in Büchel gelagerten B 61-Bomben sind ein Teil davon“, betonte Regina Hagen (Darmstadt) vom Kampagnenrat „Atomwaffenfrei jetzt“, der die Proteste in Büchel organisiert. Alle Atomwaffenstaaten seien dabei, ihre Arsenale qualitativ und quantitativ zu verbessern. „Und mit diesen neuen Waffen wird ein Atomkrieg führbarer und denkbarer“, warnte sie und kritisierte: „Durch Büchel ist Deutschland Teil dieses weltweiten atomaren Puzzles.“ Mit den Protesten solle nun, nicht zuletzt im Vorfeld der Bundestagswahl, auf die politisch Verantwortlichen nun Druck ausgeübt werden.

Die Linke unterstützt die Proteste. „Es ist ein Skandal, dass Deutschland in der UNO gegen diese Verhandlungen ist und nicht teilnimmt“, kritisierte deren Bundestagsabgeordneter Alexander Ulrich (Kaiserslautern) in Cochem. Gerade bei einem US-Präsidenten Donald Trump gebe es die Chance, dass sich Deutschland emanzipiere. Doch dazu fehle der Regierung der Mut, bedauerte er. Er warnte davor, dass es nun sogar Überlegungen für eine europäische oder deutsche Atombombe gebe. Für ihn war klar: „Wir brauchen keine Atomwaffen. Weder in Büchel, noch in Deutschland noch in der Welt.“

Auch der SPD-Wahlkreiskandidat Benjamin Zilles (Sargenroth), meinte in Cochem: „Unser Ziel muss es sein, dass es keine Atomwaffen mehr geben darf.“ Hier könne man sich ein Beispiel am Hunsrück nehmen, betonte Heidrun Kisters von der Hunsrücker Friedensbewegung. „Der Hunsrück ist heute atomwaffenfrei, und trotz des Abzugs der Amerikaner ist die Region nicht untergegangen“, meinte sie im Blick auf die Sorgen vieler Menschen vor Ort um Arbeitsplätze. „Deutschland ist das einzige europäische Land, in dem es einen solchen Protest gegen Atomwaffen an den Standorten gibt“, unterstrich Marion Küpker von der DFG-VK, die in den kommenden Wochen die Proteste vor Ort begleitet. Darum sei es wichtig, dass der Protest hier erfolgreich sei, mahnt sie.

Der Linken-Abgeordnete Alexander Ulrich forderte die Friedensbewegung auf, nun nicht mit dem Druck aufzuhören. Im Gegenteil: „Die Proteste müssen lauter werden“, betonte er in Cochem. Denn derzeit bestehe kein wirklicher politischer Wille in Berlin, die Atomwaffen aus Deutschland abzuziehen, trotz anderslautender Bundestagsbeschlüsse. Für Regina Hagen daher die logische Folge: „Im September haben wir die Möglichkeit, bei der Bundestagswahl etwas zu bewegen.“

Zum Auftakt waren neben den Abgeordneten auch Bürgermeister aus vielen Gemeinden aus ganz Deutschland gekommen, um den Protest zu unterstützen. Bereits heute Morgen soll es die ersten Blockaden des Fliegerhorstes Büchel geben. Dieter Junker

Cochem Zell
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