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Cochem-Zell

Schülerzahlen sinken: Weitere Grundschulen in Gefahr?

Weiterhin stark rückläufig sind die Zahlen der Schüler im Kreis Cochem-Zell. Hat es im vorigen Schuljahr noch 6509 Schüler gegeben, so betrug die Zahl zum Schuljahresbeginn 2017/18 nur noch 6292 Schüler (minus 4,3 Prozent). Im Zehn-Jahres-Vergleich mutet das Ganze noch dramatischer an: Seit 2007/08 ist die Zahl der Cochem-Zeller Schüler um fast 23 Prozentpunkte zurückgegangen.

Die Klottener Grundschule ist geschlossen. Die meisten Eltern aus Klotten hatten sich für die Ganztagsschule in Cochem entschieden.
Die Klottener Grundschule ist geschlossen. Die meisten Eltern aus Klotten hatten sich für die Ganztagsschule in Cochem entschieden.
Foto: Kevin Rühle

Was für Unruhe an Grundschulen sorgen könnte: Neben den ohnehin unter Beobachtung der Aufsichtsbehörde ADD stehenden vier Schulen (die RZ berichtete) liegen auch die Grundschulen Forster Kirchspiel (in Brohl), Ellenz-Poltersdorf und Strimmiger Berg (in Mittelstrimmig) auf oder unter der ominösen Zahl 48. Diese Kopfzahl war für die ADD Anlass, die Existenz der anderen vier Schulen in Lieg, Müden, Alf und Pünderich-Briedel zu überprüfen. Aber: Für die anderen ist keine Gefahr in Verzug. „Wir müssen uns derzeit keine Gedanken machen“, sagt Albert Jung. Der Bürgermeister, in dessen Verbandsgemeinde Kaisersesch die Brohler Schule liegt, hat keine Anzeichen, dass sich daran was ändert. Was das Forster Kirchspiel im Speziellen betrifft: Dort dürfte der Zufluss zur Schule stärker werden. „Die Zahlen von Kindern aus den Kindergärten sind steigend.“

Unter den 20 Grundschulen haben die großen einen teils enormen Zulauf. Blankenrath wuchs auf mehr als zehn Prozentpunkte auf 176 Schüler an und ist die zweitgrößte Grundschule im Kreis hinter Lutzerath (181). Gewachsen sind auch Ulmen (von 156 auf 163), Kaisersesch (von 133 auf 154) und Zell (von 129 auf 136).

Graben die großen Grundschulen den kleinen das Wasser ab? Davon ist die Leiterin einer kleinen Schule überzeugt. Bei der kleinsten Unzufriedenheit, ja Unebenheit zögen Eltern „sofort zur größeren Schule weiter“, sagt die Frau, die nicht genannt werden möchte. Verantwortlich würde nie das eigene Kind, an seiner statt „aber die Methode“ der Lehrer gemacht. Neben dem schlagenden Argument „Ganztagsschule“ gereicht auch die Logistik den kleinen Grundschulen zum Nachteil. „Viele würden zu uns kommen, wenn die Busse nicht in die andere Richtung führen – zu den großen Schulen.“

Die Vorzüge, in kleinen Einheiten zu lernen, bringt die erfahrene Schulleiterin auf den Punkt: „Wir haben hier den Himmel auf Erden. Wir machen gute Arbeit, jede Klasse hat Smartboards, in jeder Klasse gibt es Computer mit Internetzugang.“ Und die Kinder fühlten sich auf einem naturnahen Schulhof sehr wohl.

Auch Albert Jung weiß, dass die „Akzeptanz der Eltern ein entscheidender Faktor ist“. Stichwort Klotten: Die Schule, die im Sommer schließen musste, war schon von vielen Klottener Eltern „verlassen“ worden, ehe es dazu kam. Eine Abstimmung mit Füßen gegen den Standort. Der Verwaltungschef schätzt den Einsatz der CDU in Kreis und Land pro Erhalt der kleinen Schulen. Die Kopfzahl dürfe nicht das Kriterium sein, ob eine dichtmachen müsse oder nicht. Wie es mit den Schulen auf dem Land weitergeht? Jung: „Leider kann niemand Erkenntnisse aus der Glaskugel ziehen.“

Thomas Brost

Schülerzahlen finden Sie auf der Kreisseite im Internet unter www.cochem-zell.de

Cochem Zell
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