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Cochem-Zell

Reform: Erkunderteam will wissen, was Gläubige wollen

Dieter Junker

Das Bistum Trier befindet sich in einer Umbruchphase. Die Bistumssynode hat vieles auf den Weg gebracht, eine neue Pfarreien-Struktur wird kommen. Das derzeitige Dekanat Cochem wird es nicht mehr geben, zwei Pfarreien der Zukunft sind für den Kreis vorgesehen, Cochem-Zell und Kaisersesch. Das sorgt für Gesprächsstoff in den Kirchengemeinden. Bis Ende des Monats wird eine „Info-Phase“ im Dekanat, bei der die Menschen in den Pfarreien über die Synode und die Zukunft der Kirchengemeinden informiert werden, abgeschlossen sein. Nun beginnt die „Erkundungsphase“ im Dekanat Cochem.

Die Kirchengemeinden in Cochem-Zell werden sich entscheidend verändern. Gläubige sollen den Prozess mitgestalten.  Foto: Kevin Rühle
Die Kirchengemeinden in Cochem-Zell werden sich entscheidend verändern. Gläubige sollen den Prozess mitgestalten.
Foto: Kevin Rühle

1 Was soll denn erkundet werden?

Bischof Dr. Stephan Ackermann hat das Ziel vorgegeben: Die Zeit der Erkundung, die bis in den Sommer nächsten Jahres laufen wird, soll auf vielfältige Weise Gelegenheit geben, bisher Unbekanntes zu entdecken, Ideen zu kreieren und dazu zu motivieren, mitzudenken und mitzufragen. „Die Erkundungsphase ist nicht dazu da, den Leuten zu sagen, was richtig ist, sondern sie einzuladen, Neugierprozesse in Gang zu setzen“, so Herbert Tholl, einer der Erkunder für die beiden künftigen Pfarreien der Zukunft im Kreis Cochem-Zell, bei einer Infoveranstaltung in Beilstein.

2 Aber wie soll diese Erkundung aussehen?

Die Erkunderteams wollen dabei auf die Menschen in den künftigen Pfarreien der Zukunft zugehen, mit ihnen ins Gespräch kommen und erfahren, was sie von Kirche erwarten und wie sie Kirche erleben, was sie bewegt und was sie umtreibt. „Unsere Teams gehen vielleicht in einen Einkaufsmarkt, in einen Jugendraum oder an andere Orte, wo sie auf Menschen treffen, um mit ihnen zu reden“, so Johannes Eiswirth, ebenfalls einer der Erkunder für das Dekanat Cochem. „Erkunden ist eine Chance, im neuen Raum einander kennenzulernen“, betont Herbert Tholl. Die Erkundungsphase richtet sich dabei nicht nur an die Katholiken in den Pfarreien, sondern an alle Menschen in diesen Räumen. „Wir sitzen alle in einem Boot, daher sind auch alle eingeladen, sich hier zu beteiligen. Die Seelsorger, die Ehrenamtlichen, Menschen aus anderen Konfessionen und Religionen“, macht Tholl klar.

3 Wer macht diese Erkundung?

Da gibt es zunächst das vierköpfige Erkunderteam, bestehend aus dem Dekanatsreferenten des Dekanats Willibrord Westeifel, Johannes Eiswirth, dem Diakon Hermann Hower aus dem Dekanat Bernkastel, die Bitburger Caritas-Mitarbeiterin Karin Terhorst und der Ausbildungsleiter für Gemeindereferenten im Bistum, Herbert Tholl. Sie werden unterstützt von Menschen aus der Region. Bei zwei Treffen, den sogenannten „Rendezvous vor Ort“ auf einem Moselschiff vor Beilstein und in der Gastronomie St. Martin in Ulmen, gab es dazu Informationen für Interessierte. Allein in Beilstein kamen zu dieser Veranstaltung fast 150 Menschen, was zeigt, wie groß offenbar auch das Interesse bei den Gläubigen an diesem Prozess ist. Viele von ihnen trugen sich in Listen ein, um bei den Erkundungen mitzuwirken. Am 9. August wird es ein Treffen aller künftigen Erkunder geben, bei dem dann die Einzelheiten besprochen werden, bevor es losgeht.

4 Was kann die Erkundung nicht leisten?

Eins machte das Erkundungsteam schon direkt klar. Die Erkundungsphase wird nicht alle Fragen beantworten können. „Wer jetzt schon erfahren möchte, wo der künftige Pfarrort der Pfarrei der Zukunft sein wird, oder wie das Leitungsteam aussieht, der wird enttäuscht werden“, so Herbert Tholl in Beilstein. Diese Entscheidungen fallen zu einem späteren Zeitpunkt und werden auch nicht von den Erkundungsteams getroffen.

5 Wo können sich denn Interessierte über die Arbeit der Erkunder informieren?

Das Bistum Trier hat auf seiner Homepage für alle künftigen Pfarreien der Zukunft Seiten eingerichtet, wo Termine veröffentlicht werden, auch Erfahrungsberichte und Texte zur Arbeit der Teams sind zu finden. Hier kann jeder einen ersten Einblick erhalten: www.kaisersesch.erkundung.info und www.cochem-zell.erkundung.info.

6 Was soll dann am Ende der Erkundungsphase herauskommen?

Es geht in den kommenden Monaten nicht darum, Konzepte zu erstellen oder detaillierte Berichte über den Zustand der derzeitigen Pfarreien, sondern es sollen Erfahrungsberichte verfasst oder Ideensammlungen erstellt werden als Grundlage für die Menschen, die in den Pfarreien der Zukunft leben und arbeiten werden. Denn: „Die Pfarreien der Zukunft werden völlig anders sein als die bisherigen Kirchengemeinden. Darüber muss sich jeder klar sein“, so Johannes Eiswirth.

Von unserem Mitarbeiter Dieter Junker

Hintergrund: Pfarreien der Zukunft

In Cochem-Zell soll es ab dem 1. Januar 2020 anstelle der jetzigen Pfarrgemeinden und Pfarrgemeinschaften nur noch zwei Pfarreien der Zukunft geben. Zur Pfarrei der Zukunft Cochem-Zell, die die Verbandsgemeinde Zell (ohne Sosberg) sowie große Teile der VG Cochem umfasst, gehören 20.200 Katholiken.

Zur Pfarrei der Zukunft Kaisersesch, die die Verbandsgemeinden Kaisersesch (ohne Kalenborn), Ulmen sowie Teile der Verbandsgemeinde Cochem sowie der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach (Bonsbeuren) umfasst, gehören 23.400 Katholiken.

Cochem Zell
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