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Cochem

Pfundskerl Kai Kramosta serviert in Cochem Komik in großen Portionen

Dickenwitze sind auf Dauer ermüdend und unlustig? Nicht wenn sie von einem Pfundskerl wie dem Eifler Kai Kramosta kommen. Das zeigte sich in Cochem.

Als "Verputzer" hat Kai Kramosta erkennbare Stärken – und nicht zuletzt auch als Komiker, wie in Cochem cool und lässig zeigt.
Als "Verputzer" hat Kai Kramosta erkennbare Stärken – und nicht zuletzt auch als Komiker, wie in Cochem cool und lässig zeigt.
Foto: Ulrike Platten-Wirtz

Von Ulrike Platten-Wirtz

Kabarettisten haben es nicht leicht. Wie Pilze schießen die Komiker zurzeit aus dem Boden, dabei werden gute Witze nicht jeden Tag neu erfunden. Newcomer Kai Kramosta aus Köln hat für sich allerdings eine Nische entdeckt, dank der es ihm gelingt, das Publikum auch mit altbekannten Gags zum Lachen zu bringen. Der Pfundskerl, wie der gebürtige Nickenicher sich bezeichnet, stellt in seinem Programm "Runde Sache" im Cochemer Kapuzinerkloster nämlich nichts anderes als sich selbst und sein Übergewicht in den Mittelpunkt.

Der lustige Eifler erzählt vollkommen schmerzfrei über sein Leben als Dicker und seine diversen Diäten, bei denen er lediglich einmal 1000 Kalorien verloren hat, als er die Lasagne im Backofen verbrannte. Mit Kleidergröße SE, was "Small Elephant" bedeutet, muss er bei seiner Garderobe auch schon mal selbst Hand anlegen. Mit einer selbst genähten Badehose im bunten Rautenmuster plaudert er dann auch über seinen letzten Besuch im Schwimmbad. Denn "Schwimmen soll für Dicke ja gut sein", meinte Kramosta. Mutig habe er sich auch auf die Rutschbahn getraut, sei allerdings zum Entsetzen der anderen Badegäste als rasender Rollmops ohne Badehose wieder im Schwimmbecken gelandet.

Mit seinen persönlichen Erzählungen, gespickt mit viel Witz und Selbstironie, hat Kramosta die Lacher des Publikums voll auf seiner Seite. Wer allerdings glaubt, an diesem Abend gemütlich auf seinem Platz entspannen zu können, hat sich schwer getäuscht. Stadtbürgermeister Wolfgang Lambertz und andere Zuschauer wurden auf witzige Art und Weise mit ins Programm einbezogen. Nachdem der Komiker dies in einem vorab veröffentlichten Interview bereits angedeutet hatte, blieb die erste Zuschauerreihe im Pater-Martin-Saal allerdings unbesetzt.

Mit spontanen Witzen beweist in Köln lebende Komiker sein vielseitiges Talent. Und Improvisieren gehört dabei sicherlich zu seinen größten Stärken. Sehr überzeugend und zum Brüllen komisch waren auch die gewichtigen Figuren von Reiner Calmund und Ottfried Fischer, die von Kramosta perfekt imitiert wurden.

Kramosta erzählt von einem Urlaub in Ägypten, obwohl er es sonst lieber im Hunsrück krachen lasse. In Begleitung eines Kegelklubs aus der Vordereifel fand der Komiker sich dann in einem Urlaubsklub mit überwältigendem Animationsprogramm wieder, das so weit ging, dass der Pfundskerl auf Wasserskiern über das Meer düsen musste und schließlich, einem Pottwal gleich, im Hotelpool strandete, der allerdings erst 2017 gebaut werden sollte.

Auch vor Geschichten aus dem familiären Nähkästchen machte Kramosta nicht halt. Von seinem Vater, dem George Clooney aus Nickenich ("Ja, wir sind da nicht so anspruchsvoll"), hat Kramosta sein handwerkliches Talent geerbt. Der Stuckateur teilt mit seinem Sohn das gleiche Hobby: Verputzen. Der sympathische Kramosta präsentierte wirklich gute Comedy und garantierte einen kurzweiligen Abend im Kapuzinerkloster. Am Ende waren die Zuschauer sich einig: "Wir haben selten so viel gelacht wie heute."

Cochem Zell
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