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    Cochem

    Onlinesucht: Zwei Frauen klären in Cochem auf

    Jugendliche und der Computer: Das Thema treibt Eltern und Lehrer um und lässt sie oft ratlos zurück. Niemand will die wunderbare Welt des World Wide Web verdammen, aber viele fragen sich: Wie viel Zeit im Internet darf's sein, ab wann wird's bedenklich?

    Katja Reinehr (links) und Miriam Meurer beraten im Auftrag des Caritasverbandes.
    Katja Reinehr (links) und Miriam Meurer beraten im Auftrag des Caritasverbandes.
    Foto: Birgit Pielen

    Miriam Meurer (25) und Katja Reinehr (30) kennen diese Fragen. Die beiden jungen Frauen sind Suchtberaterinnen des Caritasverbandes Mosel-Eifel-Hunsrück und derzeit sehr gefragt in Schulen: Sie sensibilisieren Kinder und Jugendliche für die Gefahren im Internet. Ihr Thema ist (auch) die Onlinesucht.

    Die Berufsbildende Schule in Cochem hat im Vorfeld ihres Besuches eine eigene Umfrage gemacht. Erstaunlich: Die Ergebnisse decken sich exakt mit den Werten, die es deutschlandweit gibt. Deutlich mehr als 90 Prozent der Jugendlichen haben einen eigenen Internetzugang. Fast alle sind Mitglied in einer Community wie Facebook oder Wer-kennt-wen. 68 Prozent der Jungen (36 Prozent Mädchen) vertreiben sich die Zeit mit Computerspielen. 53 Prozent haben schon einmal Spiele gemacht, für die sie zu jung waren.

    Katja Reinehr kennt die Spiele, die bei Jugendlichen angesagt sind: Counter Strike, Medal of Honor, Call of Duty, Starcraft oder World of Warcraft. Vor allem World of Warcraft hat ein großes Suchtpotenzial. „Wenn man drei Tage nicht spielt, verpasst man viel“, sagt Katja Reinehr. Die Spiele sind so angelegt, dass sich die Jugendlichen regelmäßig für mehrere Stunden einloggen müssen, um Erfolg zu haben. Die Gefahr: Sie vernachlässigen andere Lebensbereiche, beschäftigen sich in Gedanken nur noch mit ihrer Strategie.

    Aber: Von Onlinesucht spricht man erst, wenn jemand 50 Stunden pro Woche und mehr im Internet ist. „Diese Menschen sind zehn bis zwölf Stunden täglich online und können sich auf nichts anderes mehr konzentrieren“, sagt Miriam Meurer. Damit es bei Jugendlichen erst gar nicht so weit kommt, müssen Eltern das Heft des Handelns in die Hand nehmen: Sie müssen Grenzen setzen, ein festes Stundenkontingent mit ihren Kindern vereinbaren, alternative Freizeitangebote bieten.

    Der Zwang, online sein zu müssen, ist eine Flucht in ein virtuelles soziales Netz, in dem sich ein Wunsch-Ich entwickelt, das Anerkennung von Mitspielern erhält. Allerdings ist der Preis dafür zu hoch. Denn er verlangt permanente Verfügbarkeit.

    Um Chancen und Risiken des Internets geht's am Donnerstag, 7. April, 18.30 Uhr, in der Aula der BBS Cochem. Dazu sind alle Interessierten eingeladen.

    Cochem Zell
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