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    Nur 16 Kinder: Alflener Grundschule wird geschlossen

    Das Schicksal der Grundschule in Alflen ist besiegelt. Wegen zu niedriger Schülerzahlen hat die Bildungseinrichtung keine Zukunft mehr.

    In der Alflener Grundschule wird ab dem kommenden Schuljahr nicht mehr unterrichtet. Der Gemeinderat entschied sich für eine Auflösung des Schulbezirks. Wie das Gebäude künftig genutzt werden könnte, steht aber noch nicht fest.
    In der Alflener Grundschule wird ab dem kommenden Schuljahr nicht mehr unterrichtet. Der Gemeinderat entschied sich für eine Auflösung des Schulbezirks. Wie das Gebäude künftig genutzt werden könnte, steht aber noch nicht fest.
    Foto: Alfons Benz

    Von Alfons Benz

    Der Schulbezirk Alflen wird aufgelöst. Das hat der Gemeinderat am Donnerstagabend mit neun Jastimmen gegen drei Neinstimmen so beschlossen. Damit wird auch die Trägerschaft für Grundschule Alflen enden. Sie ist mit 16 Schülern in vier Klassen die zweitkleinste im Kreis Cochem-Zell. Die Entscheidung könnte auch Fahrt in die Debatte in Klotten (15 Kinder) und Müden (17 Kinder) bringen. Das bildungspolitisch gewünschte Ziel "Kurze Beine - kurze Wege" büßt bei Eltern an Attraktivitzät ein, wenn es etwa an Ganztagsbetreuung fehlt.

    Zwischenzeitlich wurde die Sitzung unterbrochen, um auch die zehn Zuhörer einbinden zu können. Nach der langen und emotionalen Diskussion beschloss der Gemeinderat dann mehrheitlich: Den Schulbezirk Alflen wird es nicht länger geben. Ortsbürgermeister Rudolf Schneiders hatte zu Beginn nochmals die nackten Zahlen erläutert. "32 Schüler wären in Alflen möglich, tatsächlich sind es aber nur 16. Im Sommer könnten in Alflen sechs Kinder eingeschult werden, in Wirklichkeit sind es aber nur zwei, weil vier nach Lutzerath gehen werden."

    Elternwille: Eindeutige Tendenz gegen die Schule

    Eine Elternversammlung zwei Tage vorher war nur sehr dünn besucht, die infrage kommenden Eltern hatten für den Ortsbürgermeister somit eine eindeutige Tendenz gegen die Schule in Alflen gezeigt. Als etwa 2010 in Wehr im Kreis Ahrweiler die Schließung der Grundschule im Raum stand, kamen mehr als 1000 Unterschriften zusammen.

    Zudem habe Schulrat Gotthard Schölzel klar betont, dass bei einer solch geringen Schülerzahl der Schulbetrieb mit nur einer Lehrperson und lediglich 27 Schulstunden in der Woche "äußerst bedenklich und fraglich" sei.

    Dennoch würde die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) die Schule nicht schließen. Diesen Beschluss musste der Gemeinderat fassen. "Im Grunde genommen haben die Eltern uns die Entscheidung zum Erhalt der Schule mit ihren Anmeldungen doch schon vorweggenommen. Nur: Unser Entscheid ist unumkehrbar", betonte Schneiders.

    Durchaus Skepsis im Gemeinderat

    Ratsmitglied Dirk Hieronimus sah deshalb eine schnelle Entscheidung sehr skeptisch. Er wünschte sich nochmals ausführliche Gespräche mit den Eltern. Hans-Werner Hillesheim sah den Schwarzen Peter beim Gemeinderat liegen und war deshalb gegen eine Auflösung.

    Für den Beigeordneten Berthold Schäfer, selbst Vater eines Kindes im vierten Schuljahr, ist die Situation frustrierend, er machte aber klar, dass man die Fakten nicht leugnen könne. Michael Pörling erklärte: "Ich bin seit 26 Jahren im Rat, und die Schule war immer ein Thema. Jetzt sind wir aber an einem Punkt, an dem es nicht mehr weitergeht." Die Schule habe immer eine gute pädagogische Qualität gehabt. Pörling: "Die sehe ich immer mehr sinken, weshalb wir an die Zukunft der Kinder denken müssen. Der Entschluss gegen die Schule ist hart, ich muss diesen Weg aber schweren Herzens gehen."

    Fehlendes Ganztagsangebot - Aus der Schule programmiert?

    Aus Elternsicht machte Yvonne Ehlen auf einen ganz wichtigen Punkt aufmerksam. "Der Trend geht doch seit Jahren schon in Richtung Ganztagsschule. Das langsame Sterben unserer Schule war so doch programmiert." Und Stephan Weber - seine Tochter wurde im Sommer in Alflen eingeschult - pflichtete Michael Pörling bei. "Er hat es doch auf den Punkt gebracht. Die Schule hat keinen Bestand, weil Zahlen einfach nicht lügen." Nach dem Beschluss zur Auflösung des Schulstandorts Alflen gibt es aber noch offene Fragen.

    Bürgermeister Schneiders: "Gehen wir in Richtung Büchel oder nach Lutzerath?" In Büchel ist die Gemeinde Schulträger. Deshalb muss der Bücheler Gemeinderat erst beschließen, ob er für eine Aufnahme der Alfler Kinder ist. Schneiders: "Wenn ein Ja kommt, ist die Verbandsgemeinde am Zug, weil sie dann Träger des Schulbezirks Büchel/Alflen werden würde." Eine ganz schnelle Information der Eltern, wohin ihre Kinder ab dem neuen Schuljahr zur Schule gehen werden, steht deshalb noch aus. Nur eines scheint sicher: An ihrem Wohnort in Alflen wird es nicht mehr sein.

    Cochem Zell
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