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Cochem-Zell

Motorradsaison startet: Wo es häufig kracht

Mira Müller

„Hoffentlich regnet es am Wochenende“, denkt sich Dieter Lehmen nicht selten. Nicht etwa, weil er gutes Wetter nicht leiden kann, vielmehr, weil ihm der Freizeitgenuss an der frischen Luft vermiest wird durch Kolonnen laut knatternder Motorradfahrer, die direkt vor seiner Haustür im Merler Bachtal vorbeirasen und mit ihren Abgasen die Luft verpesten. Und mit dem Start in die Motorradsaison geht leider auch immer eine Reihe an Unfällen einher.

Die serpentinenreiche K 36 zwischen Bruttig-Fankel und dem Flaumbachtal ist eine beliebte Strecke bei Motorradfahrern aus nah und fern. Doch gerade zum Start in die Motorradsaison passieren vermehrt Unfälle im Kreisgebiet.
Die serpentinenreiche K 36 zwischen Bruttig-Fankel und dem Flaumbachtal ist eine beliebte Strecke bei Motorradfahrern aus nah und fern. Doch gerade zum Start in die Motorradsaison passieren vermehrt Unfälle im Kreisgebiet.
Foto: Kevin Rühle

Auch wenn Dieter Lehmen an Christi Himmelfahrt im vergangenen Jahr 800 bis 1000 Motorräder von seiner Terrasse aus gezählt hat, so gehört die L 199 nicht zu den Straßen mit hohem Unfallrisiko. Zu denen zählen die L 52 an der Grenze zum Landkreis Vulkaneifel, die L 202 im Flaumbachtal sowie die K 37 bei Lütz, wie Bernd Cornely vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) Cochem-Zell auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilt. Die Polizei in Cochem nennt auch noch die K 36 zwischen Bruttig-Fankel und dem Flaumbachtal.

„Neben persönlichen Fahrfehlern ist eine nicht angepasste Geschwindigkeit die Hauptursache für Verkehrsunfälle durch Motorradfahrer“, sieht die Polizei in Cochem die Gründe für Unfälle. Zudem seien die Witterungs- und Fahrbahnverhältnisse zu Saisonbeginn noch nicht optimal, und auch die Fahrfertigkeit der Biker stelle sich nach der Winterpause erst im Verlauf der Saison ein. Zum Saisonstart führt die Polizei daher auch gezielte Zweiradkontrollen an unfallträchtigen Strecken durch.

Wenn die Motorräder an den ersten Sonnentagen aus dem Winterschlaf geholt werden, sei es nämlich auch wichtig zu überprüfen, ob sich die Fahrzeuge in einem verkehrssicheren Zustand befinden, rät die Polizei und empfiehlt Fahrern, zu Saisonbeginn ein Fahrsicherheitstraining zu machen.

Mit der Verbesserung der Verkehrssicherheit befasst sich auch der LBM. Nicht nur Straßenwärter werden im Hinblick auf dieses Thema speziell geschult, auch bei Streckensanierungen wird darauf ein Augenmerk gelegt. Als Beispiele nennt Cornely Unterfahrschutz an den Schutzplanken, er in den vergangenen Jahren auf zahlreichen Streckenabschnitten eingebaut wurde, oder auch Kurventafeln, die auf Kunststoffträger statt auf Stahlpfosten montiert werden, um damit die Verletzungsschwere zu verringern. Werden Unfallschwerpunkte erkannt, sieht sich diese eine Unfallkommission, bestehend aus einem Verkehrsingenieur des LBM Cochem-Koblenz, Vertretern der jeweils zuständigen Straßenmeisterei, der Polizei und der Verkehrsbehörde der Kreisverwaltung Cochem-Zell, an und legt Maßnahmen zur Verbesserung fest. „Die ehemals unfallträchtigste Motorradstrecke in unserem Dienstbezirk, die B 259 (Panoramastraße) zwischen Cochem und Faid ist nach umfangreichen Verkehrs- und Kontrollmaßnahmen mittlerweile unauffällig“, stellt die Polizei Cochem zufrieden fest. „Gemeinsam mit allen Beteiligten haben wir dort Geschwindigkeitsreduzierung und Überholverbot für Motorradfahrer angeordnet“, ergänzt Cornely.

Dazu, Unfälle zu vermeiden, können aber auch die Biker selbst einen erheblichen Teil beitragen. So empfiehlt die Polizei in Cochem Motorradfahrern, Warnwesten zu tragen, um von anderen Verkehrsteilnehmern besser wahrgenommen zu werden. Und weiter: „Motorradfahrer sollten grundsätzlich vorausschauend fahren und an Kreuzungen und Einmündungen damit rechnen, dass sie übersehen werden. Eine defensive Fahrweise zahlt sich aus.“ Und auch Anwohner dürfte es freuen, wenn sich Motorradfahrer in Wohngebieten rücksichtsvoll verhalten und angepasst fahren.

Von unserer Redakteurin Mira Müller

So viele Unfälle gab es 2017

50 Motorradfahrer verunglückten im vergangenen Jahr im Kreis Cochem-Zell, 21 Personen wurden schwer verletzt, 29 leicht, kein Fahrer kam ums Leben. Trauriger Spitzenreiter bei Motorradunfällen in den angrenzenden Landkreisen ist Mayen-Koblenz mit 58 Leichtverletzten, 34 Schwerverletzten und drei Menschen, die 2017 bei einem Motorradunfall getötet wurden.

mkm
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