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Blankenrath/Mastershausen

Mit flinken Tritten an die deutsche Spitze: 13-jähriger Lenny ist Taekwondo-Meister [mit Video]

Mira Müller

Kraftvoll, hoch konzentriert, den imaginären Gegner fest im Blick: Blitzartig schnellt die ausgestreckte Hand nach vorn, wie aus dem Nichts folgt ein Kick mit dem Fuß auf Kopfhöhe – ein realer Angreifer hätte wohl nur schwerlich eine Chance, Lenny Marlon Barzen zu überwältigen. Denn der 13-jährige Blankenrather ist deutschlandweit der Beste in seiner Altersklasse, jüngst ging er als Sieger der Deutschen Meisterschaften im Taekwondo in Wuppertal hervor.

Von diesem Erfolg hatte Lenny nicht zu träumen gewagt: „Ich hätte niemals damit gerechnet, den ersten Platz zu machen“, sagt er. Schon zweimal hat er an den Deutschen Meisterschaften teilgenommen. Beim ersten Mal erlangte er den dritten Platz, beim zweiten Mal kam er als jüngster Teilnehmer in der neuen Leistungsklasse leider nicht in die nächste Runde. „Doch für dieses Mal habe ich viel mehr Erfahrung gesammelt. Zumindest in die nächste Runde zu kommen, war mein großes Ziel“, erzählt er – und konnte sich gegen die Konkurrenz anderer starker Vereine durchsetzen. Und das ist nicht der einzige Erfolg, den Lenny im vergangenen Jahr für sich verbuchen konnte. Unter anderem belegte er 2017 auch den ersten Platz bei der Hessenmeisterschaft sowie bei der Meisterschaft in Rheinland-Pfalz.

Um ein solch professionelles Niveau im Kampfsport zu erreichen, trainiert Lenny regelmäßig und hart. Zweimal die Woche übt er die vorgegebenen Bewegungsabläufe der einzelnen Poomsae bei den Sportfreunden in Mastershausen, seinem Heimatverein. Dort trainiert er mittlerweile auch als Co-Trainer die nachrückende Taekwondo-Jugend. „Es ist für ihn an der Zeit, etwas zurückzugeben“, sagt sein Trainer Alexander Huhn. Und freitags geht es dann zum Training nach Kaiserslautern beim Taekwondo-Verein Koryo unter dem Landestrainer für Rheinland-Pfalz, Klaus Sommer. Zusätzlich ist Lenny auch in den Rheinland-Pfalz-Technik-Kader aufgenommen worden. Das bedeutet, alle fünf bis sechs Wochen ein Zusatztraining mit Landestrainer Sommer am Wochenende, bei dem auf die Schüler noch mal in besonderem Maße eingegangen wird. Dessen Sohn Thomas Sommer, der 2013 erstmals als Nicht-Koreaner den Weltmeistertitel im Einzelwettbewerb bis 29 Jahre holte, ist Lennys großes Vorbild. Auch Thomas Sommer ist beim Kadertraining mit dabei. „Er gibt einem immer gute Tipps, beispielsweise besondere Dehnübungen. Kleinigkeiten eben, die es nachher ausmachen“, erzählt Lenny.

Bis zur Perfektion übt Lenny die einzelnen Pooms ein. Mit Erfolg: Bei der Deutschen Meisterschaft ließ er seine Konkurrenz mit Abstand hinter sich, wie er nicht ohne Stolz berichtet. Aufgeregt? Ja, das war er schon. Alle müssen bei der Meisterschaft nacheinander die gleichen Pooms laufen. „Das war Psychoterror – eine sehr angespannte Situation“, erinnert sich Lennys Mutter Eveline Raster-Barzen. „Ich habe der Konkurrenz nicht zugeguckt. Und ich habe sehr viel getrunken, weil mein Mund so trocken war“, erinnert sich Lenny.

Quelle: YouTube (erweiteter Datenschutzmodus)

Die Freude über den Titel ist sehr groß. Darüber hinaus wurde bei der Meisterschaft der Taekwondo-Bundestrainer auf ihn aufmerksam. Lennys Leistung hat ihn wohl so nachhaltig begeistert, dass er für Februar zu einem Sichtungslehrgang eingeladen wurde. Mit der Aussicht, in den Bundeskader aufgenommen zu werden.

Manch einer mag sich fragen, ob bei all dem Sport und der Schule auch noch Freizeit bleibt. Aber natürlich: Lenny trifft sich auch mit Freunden, geht donnerstags zum Schlagzeugunterricht, hat jüngst sogar noch die Gitarre für sich entdeckt, deren Spiel er sich nun mit YouTube-Videos selbst aneignet. Und zwischendrin absolviert er noch ein paar Dehnübungen: Damit die Tritte noch höher und besser werden.

Von unserer Redakteurin Mira Müller

Was ist eigentlich Taekwondo?

Laut Webseite der Sportfreunde Mastershausen ist Taekwondo ein koreanischer Kampfsport, der für Fuß (Tae), Faust (Kwon) und Weg (Do, hier ist der Weg des Geistes gemeint) steht.

Obwohl Taekwondo für den Laien große Ähnlichkeit mit anderen asiatischen Kampfsportarten hat, unterscheidet es sich doch in einigen Punkten. Beispielsweise durch den stark ausgeprägten Formenlauf, in dem insbesondere Stellungen, Bewegungsabläufe und Präzision trainiert werden. Außerdem ist die Taekwondo-Technik sehr auf Schnelligkeit und Dynamik ausgelegt, was nicht zuletzt durch den Wettkampf bedingt ist. Im Taekwondo dominieren Fußtechniken deutlicher als in vergleichbaren Kampfsportarten. Weitere Infos zum Sport gibt’s im Internet unter  www.dtu.de/was-ist-taekwondo

Training in Mastershausen

Die Deutsche Taek-wondo Union (DTU), der einzige in Deutschland anerkannte Fachsportverband für olympisches Taekwondo, hat die Abteilung Taekwondo der Sportfreunde Mastershausen mit dem DTU-Vereinszertifikat ausgezeichnet. Damit wird bestätigt, dass der Verein bestimmte Qualitätskriterien einhält.

Das sind neben qualifizierten Trainern mit gültigem Trainerschein auch regelmäßig durchgeführte Gürtelprüfungen und die Ausbildung neuer Schwarzgurte. Darüber hinaus nimmt der Verein auch regelmäßig an Wettkämpfen und Breitensportaktivitäten teil. Der Verein in Mastershausen bietet Training für Anfänger und Fortgeschrittene an. Weitere Informationen und Trainingszeiten gibt’s im Internet beim Verein:  www.sportfreundemastershausen.de/twd

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