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    Zell

    Luthers Leben verfilmt mit Playmobilfiguren

    Wie kann man Schüler heute für Martin Luther begeistern? „Ein Geschichtsthema ist nicht immer so prickelnd im Religionsunterricht“, räumt Martin Richerzhagen ein. Es kann aber auch ganz anders ausgehen. Die Klasse 10b hat jetzt in Mainz beim Schüler- und Jugendwettbewerb die Urkunde für den 2. Platz erhalten. Bis dahin war viel geschehen.

    Richerzhagen, Kunst- und Religionslehrer an der Integrierten Gesamtschule Zell, findet, dass Geschichte wichtig ist. Deshalb ließ er sich für diese Klasse etwas Besonderes einfallen, um die Schüler zu motivieren. Sie sollten – pünktlich zum 500-jährigen Reformationsjubiläum – das Leben und Wirken Martin Luthers mit Playmobilfiguren erzählen und daraus einen siebenteiligen Film drehen, Titel „Luther und die Folgen“.

    Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ausgewählt für die einzelnen Filme wurden die wichtigsten Stationen in Luthers Leben wie die Kindheit des Reformators, das Gewittererlebnis oder der legendäre Thesenanschlag in Wittenberg. Richerzhagen hat so zwei Fächer kreativ kombiniert. Im Religionsunterricht vermittelte er die Inhalte, in der Kunststunde entstanden die jeweiligen Filmsets in Kartons. Allerdings musste die Arbeit an einem derart aufwendigen Projekt auch nach Schulschluss weitergehen. „Wir haben die Kulissen komplett zu Hause gebaut“, sagt Schüler Niklas Aldinger. Das ist der Tatsache geschuldet, dass für eine zehnte Klasse nur eine Stunde Kunstunterricht pro Jahr vorgesehen ist. Inzwischen hat der Spielzeugkonzern Playmobil anlässlich des Jubiläums eine Luther-Figur auf den Markt gebracht, doch während der Erarbeitung des Projekts gab es eine solche Figur noch nicht, sodass sich die Schüler aus alten Playmobilmännchen einen Luther gebastelt haben, erzählen die Schüler Niklas Aldinger und Joel Theisen.

    Gedreht haben sie dann sieben Kurzfilme im Stop-Motion-Verfahren, das nach dem Prinzip des Daumenkinos funktioniert. Von jeder winzigen Bewegung der Figuren wird mit der digitalen Kamera ein Foto geschossen, später werden die einzelnen Bilder zusammengefügt und können anschließend als Film abgespielt werden. „300 Fotos muss man für eine Minute Film machen“, erklären Niklas Aldinger und Joel Theisen stolz.

    Die Mühe hat sich gelohnt: Die Klasse 10b erhielt den 2. Preis beim Schüler- und Jugendwettbewerb 2017 der Landeszentrale für politische Bildung und des Landtages, bei dem insgesamt 297 Arbeiten eingereicht wurden. Zur Preisverleihung fuhr die Klasse nach Mainz in den Frankfurter Hof, dort bekamen die Schüler alle auch ein Buch geschenkt, natürlich eines über Luther.

    Auf die Frage, warum gerade er als katholischer Religionslehrer ein Projekt zur Reformation angestoßen hat, antwortet Martin Richerzhagen: „Wir sollten Luther viel mehr innerhalb der katholischen Kirche würdigen.“ Außerdem sei ein Blick in die Geschichte wichtig: „So wird auch klar, warum es Unterschiede zwischen Protestanten und Katholiken gibt.“

    Durch dieses Projekt hat die Klasse einen ganz neuen Zugang zu Luther erhalten. Joel Theisen imponiert an dem Reformator vor allem, „dass er sich gegen die Kirche gestellt hat, obwohl ihr Einfluss so groß war.“ Und dass die Fächer Religion und Kunst auf diese Weise zusammengebracht werden, wäre sicherlich ganz im Sinne Martin Luthers gewesen, denn diese Didaktik verfolgte er seinerzeit zusammen mit Lucas Cranach dem Älteren, dem Maler vieler berühmter Reformatorenporträts. Ohne die Kunst hätte die Reformation vermutlich niemals so wirksam sein können.

    Von unserem Reporter Wolfgang M. Schmitt

    Cochem Zell
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