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Liesenich

Liesenicher Honig ist Gold wert: Hunsrücker ist Herr über fünf Bienenvölker

Ulrike Platten-Wirtz

Feinkristallin und flüssig läuft der hellbeige Honig ins Glas. Karl-Heinz Linden hat inzwischen viele Portionen abgefüllt, die er zum Verkauf anbietet. Der Liesenicher besitzt fünf Bienenvölker, die für ihn arbeiten. Mit dem süßen Produkt der Insekten hat der 56-Jährige jetzt die Goldene Auszeichnung des Imkerverbandes Rheinland erhalten. „Ich freue mich über die Auszeichnung, obwohl ich gar nicht damit gerechnet habe“, sagt er.

Der Honig von Karl-Heinz Linden wurde mit Gold prämiert. Aus dem Bienenwachs stellt der Liesenicher dekorative Kerzen her.
Der Honig von Karl-Heinz Linden wurde mit Gold prämiert. Aus dem Bienenwachs stellt der Liesenicher dekorative Kerzen her.
Foto: Ulrike Platten-Wirtz

Seit fast 20 Jahren besitzt Linden Bienen. „Mein Vater war Nebenerwerbslandwirt“, so begründet Linden seinen Bezug zur Landwirtschaft. Aber den früheren Leitspruch der Bauern „Binne und Schoof ernähren dich im Schloof“ kann der Hobbyimker nicht unterschreiben. „Die Imkerei ist eine Wissenschaft für sich und gar nicht so einfach“, sagt er. Für Linden hat die Imkerei etwas mit Herzblut zu tun. Ohne viel zu wissen, ist er in das Metier eingestiegen. Das meiste hat er sich selbst beigebracht. Aber auch ein Honiglehrgang bei Kreisimkermeister Franz-Josef Schneider hat ihm viele offene Fragen beantwortet. Der Liesenicher hat ferner einige Bücher über die Insekten, ihre Gewohnheiten und die Produktion von Honig gelesen. An der Prämierung hat er eigentlich nicht teilgenommen, um zu gewinnen. Vielmehr interessierte den Hobbyimker, was eigentlich genau drin ist in seinem Honig. Hinter seinem Wohnhaus stehen einige der Bienenkästen. Andere hat er im benachbarten Schauren aufgestellt. Laut Expertenanalyse ist Lindens Honig als reiner Blütenhonig einzustufen. „Ein Großteil besteht aus Rapsnektar“, sagt er. Insgesamt macht der Anteil von Raps auf über 500 Pollen gesehen etwas mehr als 60 Prozent aus. Auch Nektar von Hülsenfrüchten, Klee, Himbeerblüten und Obst sind darin enthalten.

Im Garten hinter dem Haus hört man trotz trüben Herbstwetters gelegentlich ein leises Brummen. „Die Bienen sind noch aktiv“, sagt Linden. Im Winter allerdings, wenn es richtig kalt ist, ziehen sich die Insekten in die Bienenkästen zurück. Futter brauchen die Tiere allerdings trotzdem. „Entweder stellt man Zuckerwasser in die Kästen, oder man macht es wie ich und entnimmt nicht den ganzen Honig, damit auch über Winter noch Futter da ist“, sagt er. Gut eine Viertelmillion Bienen produzieren den süßen Honig für den Liesenicher. Das ist eine ganze Menge. In Bezug auf die Akzeptanz wünscht sich der Hobbyimker mehr Toleranz aus der Bevölkerung. „Bienen sind nützlich und tun den Menschen in der Regel nichts“, sagt er. Auf die Auszeichnung, die Linden sowie zwei weitere Hobbyimker aus dem Kreis in diesem Jahr erhalten haben, ist der Liesenicher stolz. „Da macht das Hobby gleich noch mehr Spaß“, sagt er.

Goldmedaillen gab's auch für Olga Link aus Bullay und Oliver Maringer aus Kennfus.

Von unserer Mitarbeiterin Ulrike Platten-Wirtz

Bienen und Hummeln sind bis in den späten Herbst unterwegs

Bienen und andere Blüten suchende Insekten sind bis in den späten Herbst aktiv. Hummelköniginnen, die überwintern, fliegen schon ab 2 Grad Celsius aus, um Nahrung zu suchen. Auch Honigbienen fliegen bereits an sonnigen Tagen im Februar. Gerade im zeitigen Frühjahr benötigen Honig- und Wildbienen Nektar und Pollen – für sich und ihren Nachwuchs.

Jeder kann die Bienen und andere Insekten unterstützen, indem man Frühblüher pflanzt. Es sollten, das empfiehlt die Umweltberatung des Kreises, auf dem Balkon und im Garten grundsätzlich Pflanzen wachsen, die das ganze Jahr über für ein kontinuierliches Blühangebot sorgen, je artenreicher, desto besser. Jetzt ist noch Zeit, um Frühblüher zu pflanzen. Beispiele für bienen- und insektenfreundliche Knollen- und Zwiebelpflanzen sind: Schnittlauch, Zierlauch, Bärlauch, Anemone, Buschwindröschen, Lerchensporn, Krokus, Winterlinge, Schachbrettblume, Schneeglöckchen, Traubenhyazinthe, Milchstern, Blausternchen, Weinbergtulpe und Wildtulpe. Der Fachhandel bietet Mischungen für Bienen und Schmetterlinge an. Als früh blühende Stauden kann man Christrose, Nieswurz, Taubnessel, Lungenkraut, Küchenschelle oder Pestwurz pflanzen. Auch sollte der Löwenzahn, der bei geeigneter Witterung früh blüht, im Garten stehen bleiben, da er eine wichtige Pollen- und Nektarpflanze ist.

Plant man Gehölze für den Garten, so sollten als Frühblüher Weidenarten wie Salweide oder Ohrweide, Kornelkirsche, Mahonie, Haselnuss, Schnee- oder Winterheide berücksichtigt werden. In klimatisch günstigen Lagen können auch Mandel- und Pfirsichbäume gepflanzt werden. Kirsche, Apfel, Brombeere und Himbeere blühen zwar etwas später, sollten aber aufgrund ihrer Bedeutung für Bienen und andere Insekten in keinem Garten fehlen.

Um den Insekten zu helfen, sollten im Herbst nicht alle Pflanzen zurückgeschnitten werden. Trockene und hohle Stängel dienen vielen Insekten als Überwinterungsmöglichkeit oder zur Eiablage.

Cochem Zell
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