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Cochem-Brauheck

Kinder erkunden die roten Früchtchen: Kita Brauheck bekommt Umweltpreis

Brigitte Meier

Erdbeeren sind die Sommerfrüchte schlechthin. Die roten, süßen Früchte schmecken als festliche Torte, als Marmelade auf dem Brot, zu Eis und Vanillepudding, mit Sahne oder Joghurt. Erdbeeren können aber auch eine pädagogische Bedeutung haben, die rundum Spaß macht. Das haben Kinder und Erzieherinnen der Kindertagesstätte St. Klaus von Flüe in Cochem-Brauheck vorgemacht und mit ihrem Erdbeer-Projekt den Umweltpreis des Bistums Trier gewonnen.

Nur eines von vielen Themen des Umweltprojekts: Mit roter Schminke wird Colin selbst zur Erdbeere.
Nur eines von vielen Themen des Umweltprojekts: Mit roter Schminke wird Colin selbst zur Erdbeere.
Foto: Kita St. Klaus von Flüe

Die Erdbeere in den Mittelpunkt des Kindergartenalltags zu stellen, beschlossen die Erzieherinnen Eveline Fachinger und Tanja Schäfer 2015, als eine etwas unansehnliche Ecke im Außenbereich schöner gestaltet werden sollte. Damals hatte die Gruppe „Fuchsbau“ mit den Zwei- bis Dreijährigen einen neuen Raum bezogen, der keinen direkten Zugang zum Spielplatz hat. Daher haben die Pädagoginnen besagte Ecke von Unkraut befreit, einen Sandkasten aufgestellt und in die vorhandenen Pflanzsteine Erdbeerableger gesetzt. Und schon war das Erdbeerprojekt geboren.

Von Beginn an waren die Kinder mit der Pflege und dem Bewässern der noch zarten Pflanzen beschäftigt. Sie beobachteten mit Spannung deren Wachstum, bis sie im Sommer 2016 endlich die ersten Früchte ernten konnten. „Davon waren die Kinder so begeistert, dass sie jeden Morgen zuerst Erdbeeren pflücken wollten“, berichten die Erzieherinnen. Natürlich naschten die kleinen Obstgärtner die süßen Früchte am liebsten direkt vom Strauch, aber sie hatten auch unzählige Ideen, was sie noch damit machten konnten. In der Küche rührten die Kinder die Erdbeeren in Nachspeisen und Eis, sie kochten Marmelade und belegten Torten mit den roten Früchten. Es entstanden Rollenspiele, Bilderbücher, Spiele, Lieder und Tänze rund um die Sommerfrucht.

Colin und Elias präsentieren stolz die Urkunde.
Colin und Elias präsentieren stolz die Urkunde.
Foto: Brigitte Meier

Die Zwei- bis Dreijährigen hatten vor allem Freude an den vielfältigen Spiel- und Erfahrungsmöglichkeiten der selbst gezogenen Erdbeeren, und dass dahinter ein pädagogisches Konzept stand, interessierte sie herzlich wenig. Kita-Leiterin Hildegard Berdi benennt einige Schwerpunkte des Konzepts: „Es geht um Nachhaltigkeit, um den direkten Bezug zur Natur und um Verantwortung für die Pflanzen.“ Zudem lernten die Kinder den Kreislauf „säen oder pflanzen, pflegen, ernten und verarbeiten“ kennen, und sie entwickelten kreative Ideen, die Erdbeere künstlerisch darzustellen.

Von allen Aktivitäten rund um die Erdbeere haben die Erzieherinnen Fotos gemachte: „Die sehen wir uns heute noch gern an“, sagt Eveline Fachinger. Ihre Kollegin Tanja Schäfer stimmt ihr zu: „Das Projekt hätte noch weitergehen können, die Kinder hatten immer wieder neue Ideen.“ Tatsächlich ist das Erdbeerprojekt auch nicht zu Ende, denn jedes Kind hat eine Pflanze mit nach Hause genommen, und in diesem Sommer wurde erneut geerntet.

Das Preisgeld von 500 Euro wird in einen Schlafraum für die Kinder investiert. Die Kita St. Klaus von Flüe mit dem Schwerpunkt Inte-gration und Sprachförderung besuchen derzeit rund 58 Kinder aus vielen Ländern der ganzen Welt.

Christliche Verantwortung für die Schöpfung

35 Initiativen hatten sich um den Umweltpreis beworben, 11 wurden Preisträger. Generalvikar Dr. Ulrich von Plettenberg übergab die Auszeichnung. Er dankte allen 35 Bewerbern und sagte: „Es macht Mut, dass die Herausforderungen Umweltschutz und Klimawandel lösbar sind, und zwar in der Gemeinschaft.“ Die Einrichtungen, Gruppen und Institutionen zeigten mit großer Fantasie, welche Lösungen es geben könne. Die Projekte dienten auch dem Bistum als Ansporn und Motivation, die Kohlendioxidemissionen zu halbieren. Von Plettenberg wünscht sich, dass die Projekte weiter Kreise ziehen und ein Umdenken bewirken hin „zum nachhaltigen Klimaschutz und einer Schöpfungsverantwortung, die wir als Christen leben wollen.“

Von unserer Mitarbeiterin Brigitte Meier

Cochem Zell
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