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Valwig

Kastanien in Valwig gefällt: Kritik im Netz wird laut


Christoph Bröder

Jetzt im Winter standen sie recht unscheinbar da, die zwölf Rosskastanien an der Moselweinstraße in Valwig. Im Sommer allerdings erstrahlten sie immer in sattem Grün. Und im Herbst tauchten sie die kleine Moselgemeinde stets in ein goldenes Kleid. Okay, das ein oder andere Mal konnte es dann auch passieren, dass einem eine Kastanie auf die Windschutzscheibe donnerte, wenn man mit dem Auto durch Valwig fuhr. Sicherlich zum Schrecken einiger Autofahrer. Mit all dem ist es nun aber vorbei. Die zwölf Kastanienbäume sind Geschichte. Sie wurden am Wochenende gefällt. Im sozialen Netzwerk Facebook sorgte diese Entscheidung allerdings für keine gute Stimmung. Dort meldeten sich Einheimische wie Touristen kritisch zu Wort. Die Fällung wird sowohl bedauert als auch infrage gestellt.

Bevor es allerdings zur Fällung der Kastanien kam, gab es in Valwig eine Bürgerversammlung. „Keiner der Anwesenden war strikt dagegen, dass die Kastanien gefällt werden. Es gab lediglich ein paar Stimmen, die vorschlugen, die Bäume nach und nach statt auf einen Schlag zu entfernen“, berichtet Ortsbürgermeister Klaus Zucchet, während hinter ihm an der Moselweinstraße bereits die Kettensägen knattern und die Späne fliegen. Ein behutsames Vorgehen jedoch war keine Option. Denn: Die Rosskastanien waren allesamt in einem sehr schlechten Zustand, sie waren von Fäule und Pilz befallen. Zu groß war das Risiko, dass herabstürzende Äste Fußgänger, Radfahrer oder Autofahrer verletzen könnten.

Wie aber konnte es überhaupt so weit kommen? „Die Bäume wurden vor rund 20 Jahren zu stark zurückgeschnitten, das verträgt diese Baumart sehr schlecht“, erklärt Lars Bogdanski, Geschäftsführer des Forstbetriebs Herter aus Moselkern. Heute würde man das so nicht mehr machen. Bogdanskis Firma wurde beauftragt, die Bäume zu fällen. Und sie wird auch die neuen Bäume pflanzen. Für die Valwiger war nämlich gleich klar, dass der Alleencharakter ihrer Moselweinstraße erhalten bleiben soll. Künftig werden daher Ahorne das Ortsbild prägen. Und die werden immerhin bereits mit einer stolzen Höhe von zehn Metern eingepflanzt, dürften also bereits direkt nach der Pflanzung optisch was hermachen und den Alleencharme zurückbringen. Bis April sollen alle Maßnahmen abgeschlossen sein.

„Der Ahorn ist zudem ein Baum, bei dem es in puncto Verkehrssicherheit am wenigsten Bedenken gibt“, erklärt Bogdanski, „diese Bäume werden derzeit oft gepflanzt.“ Heißt: Der Ahorn ist robust und kommt mit dem Klimawandel gut klar. Anders als die Kastanie oder einige andere heimische Baumarten, die anfälliger für Krankheiten geworden sind. „Wir haben uns außerdem für den Ahorn entschieden, weil wir denken, dass er gut ins Ortsbild hineinpasst“, ergänzt Ortschef Klaus Zucchet. Und pflegeleicht sind die Bäume zudem auch noch.

Um die Kastanien fällen zu können, mussten Bogdanski und seine Mitarbeiter die Moselweinstraße lediglich halbseitig für den Verkehr sperren. Denn die Bäume wurden Stück für Stück von oben nach unten heruntergeschnitten und nicht als Ganzes am unteren Stammende abgesägt. Das Holz wird zu Hackschnitzelmaterial verarbeitet, das letztlich verheizt wird. Das ist zwar ein recht unromantisches Ende für die einst so prächtigen Bäume in Valwig, wegen der vielen Faulstellen sei das Holz allerdings zu nichts anderem mehr zu gebrauchen, erklärt Bogdanski.

Christoph Bröder

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