40.000
Aus unserem Archiv
Cochem-Zell

Jakobskreuzkraut: Gelbe Giftpflanze gefährdet Mensch und Tiere

Es hat gelbe Blüten, und jede davon sieht aus wie eine kleine Sonne. Doch so schön das Jakobskreuzkraut (JKK) jetzt im Juli auf den ersten Blick auch wirkt, vor allem Landwirten und Pferdehaltern ist die Pflanze ein Dorn im Auge. Das Problem: Sie ist giftig. Der Wirkstoff verursacht beim Menschen wie bei Tieren schwere Leberschäden. Vor allem Pferde reagieren auf das Gift Pyrrolizidinalkaloid. Doch auch bei Rindern kann es bei hoher Dosierung zu Problemen kommen.

Das giftige Jakobskreuzkraut verbreitet sich am Rande von Straßen und Feldern prächtig – zum Leidwesen von Pferde- und Rinderhaltern.  Foto: Archiv Schenzer
Das giftige Jakobskreuzkraut verbreitet sich am Rande von Straßen und Feldern prächtig – zum Leidwesen von Pferde- und Rinderhaltern.
Foto: Archiv Schenzer

Auf der Weide meiden die Tiere das Kraut in der Regel instinktiv. Gefährlich wird es aber, wenn das Gewächs in Heu und Silage gelangt, da es dann nicht mehr vom Rest zu unterscheiden ist und beim Trocknen zudem seine Bitterstoffe verliert – nicht aber seine Giftstoffe. Die reichern sich durch wiederholte Aufnahme an, und es kommt zu Schmerzen im Magen- und Darmbereich und zu Krämpfen. Leberschäden können bei Rindern und Pferden im Extremfall sogar zum Tod führen.

Deshalb ruft die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz regelmäßig zu erhöhter Vorsicht auf und fordert öffentliche wie private Landeigentümer dazu auf, der Verbreitung des Krauts Einhalt zu gebieten. Wilhelm Jonas, Leiter der Masterstraßenmeisterei Cochem: „Wir mähen, sobald das Jakobskreuzkraut auch nur anfängt, gelb zu werden.“ Also noch bevor es neue Samen ausbilden und sich weiterverbreiten kann. Wobei Jonas' Mitarbeiter in ihrem Zuständigkeitsgebiet nur zwei Stellen haben, an denen das Kraut auffällig präsent ist. Die eine befindet sich, aus Richtung Faid kommend, kurz vor Büchel. „Die andere liegt vor der Ortslage Alflen, wenn man von der Bundesstraße kommt“, sagt Jonas. Für Laien sei es mitunter nicht so einfach, das Jakobskreuzkraut von anderen gelb blühenden Pflanzen zu unterscheiden. Aber man dämme das Wachstum des giftigen Krauts nach Kräften ein.

Cochem-Zeller, die Pferde besitzen, rücken der gelben Gefahr rigoroser zu Leibe als bloß durch Mähen. „Sie gehen hin und stechen es aus, damit es nicht wiederkommt“, weiß Jonas aus seinem Bekanntenkreis.

Landwirt Egon Thomas aus Mittelstrimmig, Vorsitzender des Kreisbauernverbands, hält fest, dass das Kraut auch in Cochem-Zell mancherorts stark verbreitet ist, insbesondere auf extensiv genutzten Flächen, etwa Umweltausgleichsflächen. „Als ich in den 80ern meine Lehre absolviert habe, gab es das Jakobskreuzkraut in diesem Maße noch nicht“, erzählt er. Nicht zuletzt Samenmischungen für Straßenböschungen und -bankette hätten die Ausbreitung befördert. Nach Angaben der Landesregierung wird beim LBM mittlerweile darauf geachtet, dass in Saatmischungen zur Neu- oder Wiederbepflanzung von Böschungen und Wiesenbanketten kein JKK mehr enthalten ist – das war vor ein paar Jahren noch üblich gewesen und hatte unter anderem zu Protesten der Landwirtschaftskammer geführt. Das gelb blühende Kraut ist tückisch in seiner Wirkung. „Es ist nicht direkt giftig. Das Gift sammelt sich in der Leber, je nachdem, wie viel ein Tier davon frisst“, erläutert er. Irgendwann führe es bei Kühen beispielsweise zu Fieber, Fressunlust und nachlassender Milchleistung. Im schlimmsten Fall verenden die Tiere. Bauernverband und Landwirtschaftskammer verbreiten Infobroschüren und andere Handreichungen, wie man das giftige kraut loswerden kann. Der Kampf geht weiter. cno/sc/dad

Jakobskreuzkraut: Beim Entfernen unbedingt Schutzhandschuhe tragen

Das anspruchslose Jakobskreuzkraut wird zwischen 30 und 100 Zentimeter groß, es hat löwenzahnähnliche Blätter und im oberen Teil gelbe Blüten in einer weit verzweigten vielblütigen Schirmrispe. Die gesamte Pflanze beinhaltet Alkaloide, sie ist daher als sehr giftig einzustufen und verursacht Leberschäden. Junge Pflanzen und die gelben Blüten sind am giftigsten.

Die Landwirtschaftskammer empfiehlt zur Eindämmung, durch regelmäßiges Nachmähen von Grünlandflächen das Blühen und insbesondere die Samenbildung der Pflanzen zu verhindern. Um das Jakobskreuzkraut wirksam zu bekämpfen, sollte es ausgerissen oder ausgestochen und die Pflanzenreste entsorgt werden. Dabei sind auch die Wurzeln so weit wie möglich zu entfernen, da Jakobskreuzkraut auch aus im Boden verbliebenen Wurzelresten erneut austreiben kann. Wer dem Jakobskreuzkraut selbst zu Leibe rücken will, sollte aber unbedingt Schutzhandschuhe tragen, da das Gift auch durch die Haut wirken kann.

Cochem Zell
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Online regional
Nina Borowski

Nina Borowski

Regio-CvD Online

 

Mail

Anzeige
epaper-startseite
Regionalwetter
Mittwoch

6°C - 19°C
Donnerstag

9°C - 23°C
Freitag

7°C - 17°C
Samstag

4°C - 16°C
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach