40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Mittelmosel
  • » Im Deutschkurs: Geflüchtete Frauen lernen das Leben neu
  • Aus unserem Archiv
    Cochem-Zell

    Im Deutschkurs: Geflüchtete Frauen lernen das Leben neu

    Es ist kein Zufall, dass die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Cochem-Zell vor einigen Jahren auch den Auftrag erhielt, sich um die Integration von Menschen aus anderen Ländern und Kulturkreisen zu kümmern. Hedwig Brengmann betont: „Seit ich vor 15 Jahren die Gleichstellungsstelle übernommen habe, war es mir immer wichtig, bei allen Aktionen die zugezogenen Frauen mit einzubeziehen.“

    Sie wollen selbstbewusste und selbstbestimmte Frauen in Deutschland sein, die Flüchtlingsfrauen, die eifrig Deutsch lernen. Einige schmieden schon Pläne, wie ihre Dozentinnen und die Gleichstellungsbeauftragte Hedwig Brengmann (stehend, rechts) wissen. Foto: Brigitte Meier
    Sie wollen selbstbewusste und selbstbestimmte Frauen in Deutschland sein, die Flüchtlingsfrauen, die eifrig Deutsch lernen. Einige schmieden schon Pläne, wie ihre Dozentinnen und die Gleichstellungsbeauftragte Hedwig Brengmann (stehend, rechts) wissen.
    Foto: Brigitte Meier

    Damals waren es vor allem Aussiedlerinnen aus Russland und Polen und die Frauen der Türkisch-Islamischen Gemeinde Bullay, die angesprochen wurden, den Cochem-Zellern ihre Kultur mit ihrer Vielfalt, vor allem bei gemeinsamen Kochprojekten, näherzubringen, erinnert sich Brengmann. „Dabei stellten wir schnell fest, wie bereichernd diese Annäherung an bislang Unbekanntes für uns selbst ist.“ Mit dem vermehrten Zuzug von Flüchtlingen im Jahr 2015 hat sich die Zielgruppe der Gleichstellungs- und Integrationsstelle erweitert. Nun leben Frauen im Kreis, deren Selbstverständnis von Familie und Stellung der Frau sich von westlichen Werten wesentlich unterscheidet. Diese Frauen müssen die Möglichkeit haben, zu lernen, was Gleichberechtigung bedeutetet, sagt Brengmann. „Wir dürfen nicht erwarten, dass sie sofort bereit sind, Kopftuch oder Schleier abzulegen“, betont sie. Daher hat sie mit dem Arbeitskreis Frauen und Ramona Junglas von der Koordinierungsstelle Asyl spezielle Angebote für Flüchtlingsfrauen entwickelt. Außer den Deutschkursen außerhalb der Integrationskurse richten sich jedoch alle Veranstaltungen an alle Frauen, egal welcher Herkunft. Brengmann betont: „Das ist ganz wichtig. Denn die Flüchtlingsfrauen brauchen Kontakte zu deutschen oder bereits integrierten Migrantinnen, um sich selbst integrieren zu können.“

    Die Seminarreihe umfasst unter anderem Vorträge über das Familienleben mit und ohne Kinder, das gesellschaftliche Leben in Deutschland und eine Veranstaltung zum Thema Genitalbeschneidung bei Frauen.

    Referentinnen der Schwangerenberatung der Caritas und von Donum Vitae beantworten Fragen zu Familienplanung, Empfängnisverhütung und Schwangerschaft. Da die Netzwerke der Flüchtlingshilfe einbezogen sind, verteilen sich die Veranstaltungen auf Cochem, Kaisersesch und Ulmen. Dort können sich auch die ehrenamtlichen Helferinnen informieren, etwa über Asylverfahren, Unterstützung bei der Arbeitssuche und Arbeitsaufnahme oder Traumabewältigung.

    Bei allen Veranstaltungen geht es nicht darum, die Frauen mit erhobenem Zeigefinger zu belehren. Vielmehr sollen die Teilnehmerinnen miteinander ins Gespräch kommen und die Möglichkeit haben, die Dinge auch aus Sicht ihrer Kultur darzustellen. Die Botschaft lautet: „Jeder kann seine Meinung sagen, denken und tun, was er will, solange das mit unseren Gesetzen und Werten wie Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und Gewaltlosigkeit übereinstimmt.“

    Die Gleichstellungsbeauftragte verweist auf zwei fest etablierte Veranstaltungen, die bereits seit vielen Jahren Frauen aus unterschiedlichen Kulturkreisen zusammenbringen: das internationale Frauenfrühstück und das große interkulturelle Fest zum internationalen Frauentag im März.

    Eigens für Flüchtlingsfrauen wurde ein Feriensprachkurs eingerichtet, damit auch Mütter von Kleinkindern Deutsch lernen können. Da es während der Integrationskurse keine Kinderbetreuung gibt, werden diese meist von den Männern besucht. Doch auch die Integrationskurse haben Ferien, sodass die Männer zu Hause bleiben und sich um die Kinder kümmern können. Mit einem verschmitzten Lächeln sagt Brengmann: „So lernen sie übrigens gleichzeitig, was Gleichberechtigung ist.“ 17 Frauen besuchen die Kurse während der Sommerferien, die auch in den Herbstferien angeboten werden sollen (siehe Zusatztext auf dieser Seite).

    Von unserer Mitarbeiterin Brigitte Meier

    Cochem Zell
    Meistgelesene Artikel
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter
    Freitag

    10°C - 18°C
    Samstag

    10°C - 18°C
    Sonntag

    9°C - 14°C
    Montag

    9°C - 14°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige