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Cochem-Zell

Gefährlich auch für Menschen: Hasenpest hat Eifel und Hunsrück erreicht


Christoph Bröder

Während die Afrikanische Schweinepest den Landkreis Cochem-Zell noch nicht erreicht hat, ist die Hasenpest bereits in der Eifel und im Hunsrück angekommen.

Einem Prachtexemplar wie diesem Hasen in freier Wildbahn über den Weg zu laufen, ist im Kreis Cochem-Zell äußerst selten. Ob das eine Folge der Hasenpest ist, kann nicht bestätigt werden. Foto: dpa
Einem Prachtexemplar wie diesem Hasen in freier Wildbahn über den Weg zu laufen, ist im Kreis Cochem-Zell äußerst selten. Ob das eine Folge der Hasenpest ist, kann nicht bestätigt werden.
Foto: dpa

Zwei Fälle der Tularämie, wie die Krankheit in der Fachsprache heißt, sind bisher nachgewiesen. Ein verendetes Tier wurde im Jagdbezirk Lutzerath gefunden und eines in einem Waldgebiet bei Peterswald-Löffelscheid. Die Krankheit, die auch Kaninchen und Mäuse befällt, ist auf den Menschen übertragbar. Zwei Fälle, das klingt erst mal wenig. Wie ist die Bedrohung also einzuschätzen? „Zwei Fälle sind in dem Fall viel, denn man weiß ja nicht, wie groß die Dunkelziffer ist. Es ist schwierig, sich einen Überblick zu verschaffen“, erklärt Gerd Tapken, Wildmeister und Berufsjäger im Revier Lutzerath. Er hat das verendete Tier dort gefunden. Eine flächendeckende Untersuchung gibt es nicht. Weil beispielsweise Füchse tote Hasen als Beute mitnehmen, ist gar nicht garantiert, dass alle kranken Tiere entdeckt werden. Äußerlich sei dem von ihm gefundenen Tier ohnehin nichts anzusehen gewesen, so Tapken. Meist sterben die Tiere durch Entzündungen an den inneren Organen.

Tapken sieht den Hasenbestand im Kreis jedoch nicht in Gefahr. „Wir haben allerdings ohnehin nicht viele Hasen hier, obwohl sie nicht bejagt werden“, erklärt der Jäger. Vier Mal im Jahr wird der Bestand gezählt, in diesem Jahr waren es sehr wenige. Möglicherweise eine Auswirkung der Hasenpest. „Der Gesundheitszustand der Hasen ist allgemein nicht gut, ein Grund dafür ist der Pestizideinsatz in der Landwirtschaft“, erklärt Tapken. Aber auch andere Faktoren spielen eine Rolle. Ähnlich sehe es bei den Kaninchen aus, auch davon gebe es nicht viele im Landkreis. Hier spielen die Schieferböden eine Rolle, die den Tieren kaum Möglichkeiten bieten, Höhlen zu graben. Dafür benötigen sie nämlich weichere Sand- und Lehmböden.

Eine Infektion mit der Hasenpest ist beim Menschen äußerst selten, teilt die Kreisverwaltung mit. Bisher gebe es nur 20 bis 30 Nachweise in ganz Deutschland. Zudem sei die Krankheit mit Antibiotika gut behandelbar. Der Mensch kann sich durch Haut- oder Schleimhautkontakt mit erkrankten Tieren, durch Verzehr von nicht ausreichend erhitztem, kontaminierten Hasenfleisch sowie anderen Lebensmitteln, durch Aufnahme von kontaminiertem Wasser und durch die Inhalation von infektiösem Staub (aus Erde, Stroh oder Heu) infizieren. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist laut Experten nicht möglich.

Die Kreisverwaltung rät Menschen, die ein sichtlich auffälliges oder verendetes Tier entdecken, Kontakt zu vermeiden und das Kreisveterinäramt zu informieren. Dort werden weitere Maßnahmen eingeleitet. Kaninchenzüchter in näherer Umgebung zum Fundort eines infizierten Tieres sollten zudem allgemeine Biosicherheitsmaßnahmen einhalten: Zum Beispiel Schuh- und Kleiderwechsel beim Betreten der Ställe und unbelastetes Grünfutter verwenden.

Von unserem Reporter Christoph Bröder

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