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Cochem-Zell

Fachkräfte im Kreis Cochem-Zell verzweifelt gesucht

Restaurantfachmann, Koch, Hotelfachfrau: Wer an diesen Berufen Freude hat, wird im Kreis Cochem-Zell schnell fündig. Die Stellenanzeigen sind zahlreich, denn die ausgebildeten Mitarbeiter werden knapp. Das beobachtet Eberhard Noll, der das Büro der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Cochem leitet. 4624 Betriebe sind im Kreis unter diesem Dach organisiert, davon 3641 Kleingewerbetreibende.

Cochem-Zell – Restaurantfachmann, Koch, Hotelfachfrau: Wer an diesen Berufen Freude hat, wird im Kreis Cochem-Zell schnell fündig. Die Stellenanzeigen sind zahlreich, denn die ausgebildeten Mitarbeiter werden knapp. Das beobachtet Eberhard Noll, der das Büro der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Cochem leitet. 4624 Betriebe sind im Kreis unter diesem Dach organisiert, davon 3641 Kleingewerbetreibende.


„Wenn wir mit Unternehmen sprechen, steht das Thema Fachkräftemangel zunehmend auf der Tagesordnung“, sagt Noll. In der Gastronomie gebe es große Probleme, im Handwerk sei die Lage sehr problematisch, „und auch der Handel tut sich nicht leicht“. Ebenso fehle stellenweise in gewerblichen und technischen Berufen der Nachwuchs.
Kreishandwerksmeister Helmut Brand aus Bullay bestätigt: „Es werden händeringend Fachkräfte gesucht. Das Problem ist, wir würden ja gerne ausbilden, haben aber nicht die geeigneten Bewerber.“ Seit drei bis vier Jahren sei dieses Problem im Handwerk spürbar.
Besonders wichtig für die Mosel: die Gastronomie. „Hier hatten wir im vorigen Jahr schon Probleme, die Ausbildungsplätze zu besetzen“, sagt Noll. Der Fachkräftemangel sei für diese Branche zwar seit Jahren nichts Unbekanntes, jetzt mache er sich aber auch bei den Lehrlingen bemerkbar. Da die Zahl der Schulabgänger zurückgehe, hätten diese jetzt beruflich mehr Alternativen – und da hat die Arbeit im Restaurant oder im Hotel schon allein wegen der Arbeitszeiten oft das Nachsehen.
„Es ist ganz schwierig, junge Leute zu gewinnen“, sagt Hotelier Stefan Maas aus Lutzerath. Das liegt auch an den Löhnen, denn wer Kost und Logis vom Arbeitgeber erhalte, dem werde stellenweise so viel Einkommen abgezogen, dass am Monatsende weniger als 100 Euro übrig blieben. Oftmals werde aber ein falsches, negatives Bild von der Arbeit in der Gastronomie vermittelt. Wichtig sei letztlich vor allem, dass sich die Mitarbeiter im Betrieb wohl fühlen.
Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördert die Bindung der Mitarbeiter an ihren Arbeitgeber und erhöht die Chance, mehr Mitarbeiterinnen zu gewinnen und zu halten. Darum bemühen sich nicht nur große, sondern ebenso viele kleine Betriebe, erklärt Eberhard Noll, sie stellten dies aber weniger heraus. Generell sei in diesem Bereich aber noch ein dickes Brett zu bohren.
Ein Mittel, Kontakte zum Jobnachwuchs zu knüpfen, sind Schulpatenschaften, von denen es in Cochem-Zell besonders viele gibt. „Die Bemühungen um Azubis haben stark zugenommen“, sagt Noll und spricht von einer „Art Marketingkampagne auf breiter Front“. Schließlich werde sich das Problem wegen des demografischen Wandels verstärken. „Wir müssen entgegensteuern, sonst werden mittelfristig Standorte problematisch.“
Helmut Brand plädiert dafür, den schlechteren Schülern zu helfen, um sie besser zu qualifizieren. Von überregionaler Werbung für die Cochem-Zeller Betriebe hält er nicht viel. „Eine Region darf der anderen nicht die Fachkräfte abwerben.“
Noll ist der Ansicht, man müsse den 14 000 Cochem-Zellern, die täglich zu ihrer Arbeitsstelle außerhalb des Kreises pendeln, vermitteln, dass es auch vor ihrer Haustür Jobs gibt. Deshalb wird es im Juni wahrscheinlich eine Personalmesse geben, bei der die hiesigen Betriebe ihre Angebote präsentieren können. Firmen müssten ihre Personalplanung langfristig anlegen und die Dinge selbst in die Hand nehmen, sagt der IHK-Experte. Noll: „Die Betriebe müssen Fahrt aufnehmen. Wer sich mehr bewegt, hat bessere Chancen.“ Von Ursula Quickert

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