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Lütz

Eltern sauer: Wann gibt es eine Fahrkarte?

Petra Mix

Sascha und Monika Berkele aus Lütz warten schon ziemlich lange auf eine verbindliche Antwort der Kreisverwaltung Cochem-Zell. Und bis sich ihr Problem geklärt haben wird, kann es auch noch etwas dauern. Es geht um die Schülerbeförderung ihrer Tochter. Und eine Busfahrkarte.

Diese Zahlungserinnerung ist Familie Berkele ins Haus geflattert, obwohl es hieß, dass alle abwarten, wie es mit Grundschule Lieg weitergeht.  Foto: Rühle
Diese Zahlungserinnerung ist Familie Berkele ins Haus geflattert, obwohl es hieß, dass alle abwarten, wie es mit Grundschule Lieg weitergeht.
Foto: Rühle

Das ist der Sachverhalt: Die Tochter der Berkeles besucht die Grundschule in Treis-Karden, ursprünglich jedoch die Grundschule in Lieg, die vor der Schließung steht (die RZ berichtete). Um das Kind in Treis einschulen zu können, mussten die Eltern das Ganztagsangebot der Schule in Anspruch nehmen. „Was jedoch nicht lange gut ging, da unsere Tochter arge Probleme bekam, was die schulische Leistung anging“, erklärt Vater Sascha Berkele. Auf ärztlichen Rat und auf Anraten der Klassenlehrerin wurde das Kind dann in den normalen Schulbetrieb eingefügt. „Das war letzten Endes schon zu spät, da unsere Tochter das Schuljahr wiederholen musste“, beschreiben die Eltern die Situation.

Die Folgen: Da das Mädchen fortan nicht mehr am Ganztagsprogramm teilnahm, wurde ihr die Schülerbeförderung über den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nicht weiter gewährt, was dazu führte, dass sich ein endloser Prozess durch die zuständigen Behörden in Gang setzte, der bis heute andauert. Bereits im Dezember 2017 hatte es eine Anhörung beim Kreisrechtsausschuss gegeben. „Und jetzt wissen wir immer noch nicht, wie es ausgehen wird. Wir können es nicht nachvollziehen“, sagen die Eltern. Das Kind fuhr also Bus – ohne eine Fahrkarte. „Das wurde offenbar geduldet, bis es zwei Wochen vor den Ferien hieß, dass die Kleine jetzt nicht mehr befördert wird. Dann hat meine Frau sie gefahren“, sagt Sascha Berkele.

Geschockt waren die Eltern, als vor gut vier Wochen eine Rechnung des für die Schülerbeförderung zuständigen Busunternehmen ins Haus flatterte: 553,80 Euro sollen die Eltern zahlen, da für das Kind ja keine Fahrkarte vorlag. Berkele geht davon aus, dass ein Sachbearbeiter der Kreisverwaltung dem Busunternehmer mitgeteilt hat, dass das Widerspruchsverfahren immer noch nicht abgeschlossen ist. Eine Vermutung. „Wir hätten doch eine Fahrkarte gezahlt, sogar die Mehrkosten, aber das war kein Thema“, ärgert sich Berkele.

Auf eine entsprechende RZ-Anfrage zu dem Themenkomplex hat die Kreisverwaltung folgendermaßen reagiert: Die zuständige Grundschule für die Kinder aus Lütz ist zumindest bis Ende des Schuljahres 2017/18 die Schule in Lieg. Ob dies auch noch nach den Schulferien so sein wird, hängt davon ab, ob die gegen die Organisationsverfügung des Landes Rheinland-Pfalz eingelegten Rechtsmittel Erfolg haben. „Der Besuch einer anderen als der zuständigen Schule ist nur aus wichtigem Grund möglich, wie zum Beispiel der Teilnahme an einem Ganztagsangebot, wie es Treis-Karden beispielsweise anbietet oder wenn eine nachvollziehbare Zuweisung der Schulbehörde vorliegt“, heißt es in der Pressemitteilung.

Und weiter: Sobald der wichtige Grund wegfällt, ist die zuständige Schule des jeweiligen Schulbezirks zu besuchen. In diesem Fall werden auch die Fahrtkosten entsprechend übernommen. Verbleibt das Kind dennoch weiter an der nicht zuständigen Schule, entfällt auch die Verpflichtung zur Übernahme der Fahrtkosten. Dies wurde laut Kreisverwaltung durch die Schulaufsichtsbehörde ADD in Trier bestätigt. Die Kreisverwaltung hat Widerspruch gegen die Zuweisung eingelegt und die Überprüfung dieser bei der Schulbehörde beantragt, da das Kind zwar die Grundschule in Treis-Karden besucht, jedoch nicht am Ganztagsschulangebot teilnimmt. „Sobald uns die Entscheidung der Schulbehörde vorliegt, wird über eine mögliche Erstattung der Fahrtkosten entschieden“, schreibt die Verwaltung.

Für das kommende Schuljahr 2018/19 könnte sich aufgrund der Entwicklung beim Schulstandort Lieg eine andere Situation ergeben. Sofern die Entscheidung der Schulbehörde bezüglich der Schließung der Schule in Lieg Rechtskraft erlangen sollte, muss die Beförderung der Schüler aus Lieg und Lütz nach Treis-Karden sichergestellt werden. Auch die Kinder, die bislang schon in Treis-Karden die Schule besucht haben, können dann dorthin befördert werden.

Und was ist mit der Rechnung? Dazu schreibt die Verwaltung: „Bezüglich der vom Unternehmen erstellten Rechnung an die Familie Berkele wurde mit diesem vereinbart, dass die Entscheidung der Schulbehörde abgewartet wird. Dann ist auch eine Aussage hinsichtlich der Übernahme der Fahrtkosten möglich.“ Offensichtlich gibt es aber Kommunikationsprobleme zwischen der Verwaltung und dem Busunternehmen. Am Freitagmorgen, also gestern, hatten Berkeles eine Mahnung im Briefkasten: über 553,80 Euro. Kopfschütteln.

Von unserer Redaktionsleiterin Petra Mix

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