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    Büchel: Friedensaktivisten gelangen auf die Startbahn

    Fünf Stunden lang blockierten etwa 30 Friedensaktivisten vom "Jugendnetzwerk für politische Aktionen" (Junepa) am Montag die Zufahrten zum Bundeswehr-Fliegerhorst Büchel. Einige der Demonstranten drangen dabei in das Bundeswehrgelände ein und besetzten für kurze Zeit die Start- und Landebahn, bis sie von Feldjägern festgenommen wurden.

    Die Demonstranten sitzen vor dem Tor des Fliegerhorstes, während die Tornados schon wieder aufsteigen. Fünf Stunden lang blockierten Friedensaktivisten von Junepa den Luftwaffenstützpunkt der Bundeswehr in der Eifel.
    Die Demonstranten sitzen vor dem Tor des Fliegerhorstes, während die Tornados schon wieder aufsteigen. Fünf Stunden lang blockierten Friedensaktivisten von Junepa den Luftwaffenstützpunkt der Bundeswehr in der Eifel.
    Foto: Dieter Junker

    Von unserem Mitarbeiter Dieter Junker

    Bereits um 5.15 Uhr begannen die Aktionen rund um den Luftwaffenstützpunkt. Mit Sitzblockaden und anderen Hindernissen versuchten die Friedensaktivisten, die Soldaten und Zivilbeschäftigten an der Zufahrt zum Fliegerhorst zu hindern. Am "Lutzerather Tor" versperrte ein in einem Auto befindliches Betonfass, an dem sich Demonstranten angekettet hatten, die Zufahrt. Allerdings konnte die Polizei, die ebenfalls schon früh vor Ort war, stets eine Zufahrt zum Fliegerhorst freihalten. Auch gab es weiträumige Umleitungen rund um den Luftwaffenstützpunkt für den Durchgangsverkehr in die Eifel oder an die Mosel, so dass es diesmal nur sehr wenige Verkehrsbehinderungen gab.

    "Unsere Aktion richtet sich gegen die Existenz von Atomwaffen, die eine unberechenbare Gefahr für die Menschheit darstellen", meinte Fiona Rucke von Junepa. Daher hätte sich das Jugendnetzwerk entschieden, mit einer Aktion des zivilen Ungehorsams "Sand im Getriebe der Kriegsmaschinerie" zu sein, erklärte sie. Mit dieser Aktion wolle Junepa gegen die geplante Modernisierung der US-amerikanischen Atomwaffen, die in Büchel stationiert sind, protestieren und auch ein Ende der nuklearen Teilhabe Deutschlands erreichen, machte Marcus Schäfer von Junepa deutlich. Bereits seit dem vergangenen Freitag waren Mitglieder des Jugendnetzwerkes in der Eifel. In unmittelbarer Nähe zum Haupttor des Fliegerhorstes gab es ein Camp.

    Es war nicht das erste Mal, dass Mitglieder des Jugendnetzwerkes in Büchel demonstrierten und blockierten. Schon 2014 und 2015 beteiligten sie sich an Blockadeaktionen in der Eifel. "Mit unserer Blockade machen wir auf amerikanische Atomwaffen in Deutschland aufmerksam und setzen uns für die weltweite atomare Abrüstung ein" so Fiona Rucke von Junepa. Mit der gestrigen Aktion wollte die Friedensgruppe nach eigenen Angaben vor allem den Betrieb des Fliegerhorstes Büchel "stark einschränken", den Start von Tornado-Kampfflugzeugen verhindern und auch den Zivilangestellten die Zufahrt zum Luftwaffenstützpunkt erschweren. Allerdings nahm die Bundeswehr den Flugbetrieb am späten Vormittag noch während der laufenden Blockadeaktionen wieder auf, mehrmals donnerten die Tornados über die vor den Toren sitzenden Demonstranten. Gegen 11 Uhr endeten die Blockaden, die Zufahrten waren für den Verkehr wieder frei befahrbar. Die Aktivisten, die im Gelände festgenommen wurden, kamen im Laufe des Vormittags wieder frei. Die Staatsanwaltschaft will prüfen, ob sie Ermittlungen aufnimmt. Laut Polizei verursachte der Versuch eines 17-jährigen Aktivisten, der seinen Arm in einem 200 Liter Betonfass fixierte und nach gesundheitlichen Problemen durch den Rettungsdienst und die Freiwillige Feuerwehr in einem umfangreichen Einsatz befreit werden musste, einen größeren Aufwand. Am späten Nachmittag gab es noch eine Abschlussaktion von Junepa am Haupttor des Fliegerhorstes.

    „Jugendnetzwerk für politische Aktionen“

    Das „Jugendnetzwerk für politische Aktionen“ (Junepa) wurde im Jahr 2013 gegründet. Seitdem nahmen die Mitglieder an Blockade- und Protestaktionen nicht nur in Büchel, sondern auch am Gefechtsübungszentrum in der Altmark, an der Brennelementefabrik in Lingen, am Braunkohle-Tagebau in der Lausitz oder anlässlich des G7-Gipfels in Bayern teil. Idee des Jugendnetzwerkes Junepa ist es, eine Plattform für junge Menschen zu schaffen, die sich politisch engagieren möchten.

    Cochem Zell
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