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Cochem-Zell

Brandneue Fächer auf dem Stundenplan

Dass Kinder in der Schule fürs Leben lernen sollen, ist nichts Neues. Aber wie sie es tun, ist neu. Ungewöhnliche Fächer sind auf vielen Stundenplänen inzwischen selbstverständlich. „LebensArt“ und „Glück“ werden beispielsweise an deutschen Schulen gelehrt – und benotet. Dabei geht es um Zufriedenheit, Selbstsicherheit und Selbstverantwortung. Auch wenn es diese Fächer in Cochem-Zell (noch) nicht gibt: Außergewöhnliche Angebote machen auch hier Schule. Wir geben einen Überblick.

An der Realschule plus in Treis-Karden steht jetzt die Feuerwehrtechnische Grundausbildung auf dem Stundenplan.
An der Realschule plus in Treis-Karden steht jetzt die Feuerwehrtechnische Grundausbildung auf dem Stundenplan.
Foto: Kevin Rühle

Cochem-Zell – Dass Kinder in der Schule fürs Leben lernen sollen, ist nichts Neues. Aber wie sie es tun, ist neu. Ungewöhnliche Fächer sind auf vielen Stundenplänen inzwischen selbstverständlich. „LebensArt“ und „Glück“ werden beispielsweise an deutschen Schulen gelehrt – und benotet. Dabei geht es um Zufriedenheit, Selbstsicherheit und Selbstverantwortung. Auch wenn es diese Fächer in Cochem-Zell (noch) nicht gibt: Außergewöhnliche Angebote machen auch hier Schule. Wir geben einen Überblick.

Einzigartig ist das Fach „Erwachsenwerden“ (kurz EW) an der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Zell, das vom Lions-Club unterstützt wird. Unterrichtet wird es von der fünften bis zur achten Klasse, immer montags in der ersten Stunde. Erwachsen zu werden, ist nicht einfach, sondern mit Konflikten und persönlichen Schwierigkeiten verbunden. Die Schüler lernen unter anderem, wie sie Selbstvertrauen aufbauen. Sie lernen, Gefühle zu verstehen und angemessen mit ihnen umzugehen. Sie können Kritik äußern, ohne jemanden bloßzustellen, Gruppendruck widerstehen und sich damit gegen Abhängigkeiten wappnen. Und vor allem lernen sie, sich Ziele für ein erfolgreiches Leben zu setzen. Michaela Koch, stellvertretende Schulleiterin, sagt: „Wir machen sehr gute Erfahrungen mit diesem Programm und stellen immer wieder fest: Wenn die Beziehungsebene stimmt, dann stimmt auch die Leistung.“

Die Berufsbildende Schule in Cochem setzt auf die „Kompetenzwerkstatt“, ein fächerübergreifendes Programm. Fünf Klassen nehmen in diesem Schuljahr daran teil. Begleitet von einem Coach und im Austausch mit anderen lernen sie, Eigenverantwortung zu übernehmen, eigene Stärken zu erkennen und damit ihre berufliche Orientierung zu konkretisieren. Schulleiter Andreas Zietz ist begeistert von dem Projekt: „Wenn Persönlichkeit und Methodenkompetenz gestärkt sind, wird es viel leichter, die Fachkompetenz zu fördern.“

Ganz anderer Art ist ein neues Wahlpflichtfach an der Realschule plus in Treis-Karden: Sie bietet als erste weiterführende Schule in Rheinland-Pfalz seit diesem Schuljahr eine Feuerwehrtechnische Grundausbildung an. 16 Schüler der achten und neunten Klassen nehmen daran teil. Lehrer Markus Freiwald leitet das Projekt; er ist selbst Feuerwehrmann und Ausbilder. Ihm geht es nicht nur um Feuerwehrtechnik und Rettungsarbeit, sondern um soziale Kompetenzen wie Teamgeist und Kommunikationsfähigkeit.

Neues Wahlpflichtfach an der Realschule plus in Kaisersesch ist das Darstellende Spiel. 22 Schüler der siebten und achten Klassen lernen im Unterricht den Einsatz und die Wirkung theatraler Mittel wie Körper, Stimme, Raum, Requisiten, Kostüm, Bühnenbild und Licht. Angeleitet von einer ausgebildeten Fachkraft setzen sie das Erlernte in spielerischen Übungen und einem Theaterstück um. Das Darstellende Spiel fördert Kreativität, emotionale und ästhetische Fähigkeiten.

Oberstufenschüler des Cochemer Gymnasiums können jetzt übrigens auch das Darstellende Spiel als Unterrichtsfach wählen, alternativ zu Musik und Kunst. Ab der Klasse 9 wird Spanisch als dritte Fremdsprache angeboten und kann als Grundkurs auch in der Oberstufe fortgesetzt werden. Ungewöhnlich am Cochemer Gymnasium ist das Bläserprojekt. Alle Jungen und Mädchen, die ab dem fünften Schuljahr ein Blasinstrument (zum Beispiel Querflöte, Horn, Trompete oder Tuba) spielen möchten, werden in einer Klasse zusammengefasst. Vom ersten Takt an musizieren sie gemeinsam – und mehr als andere. Statt zwei haben sie drei wöchentliche Musikstunden. Die Instrumente werden von der Schule gestellt. Das Musizieren im Klassenverband fördert das soziale Miteinander der Kinder, schult ihre Konzentration, Geduld und Ausdauer. Auch wenn das Projekt nach der sechsten Klasse endet: Für die meisten Kinder wird das Musizieren ein Bestandteil ihres Lebens bleiben.

Von unserer Redakteurin Birgit Pielen

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