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Briedel

Bischof ruft in Briedel zum Schutz der Natur auf

Ursula Bartz

Wer von Antonio Reimann hören möchte, wie arm und auf Spenden angewiesen die Menschen in seinen Gemeinden sind, der wird wenig zu hören bekommen. Der Bischof von Ñuflo de Chávez im Norden Boliviens spricht nicht von Problemen, sondern von Herausforderungen. Das klingt gerade in Wahlzeiten vielleicht nach Politik, doch es ist wohl vielmehr die Liebe für seine Wahlheimat – er ist gebürtiger Pole –, die seine Sicht prägt. Er klagt nicht, er betont das Positive.

Bischof Antonio Reimann aus Bolivien (am Ambo) gestaltet in der Kirche St. Martin Briedel einen Gottesdienst mit Pater Matthias Brenken. Er ist Teil einer Partnerschaftswoche, die das Bistum Trier zusammen mit dem südamerikanischen Land ins Leben ausgerufen hat.
Bischof Antonio Reimann aus Bolivien (am Ambo) gestaltet in der Kirche St. Martin Briedel einen Gottesdienst mit Pater Matthias Brenken. Er ist Teil einer Partnerschaftswoche, die das Bistum Trier zusammen mit dem südamerikanischen Land ins Leben ausgerufen hat.
Foto: Ursula Bartz

So zum Beispiel im Gottesdienst, den er während der Bolivien-Partnerschaftswoche in der Pfarrkirche St. Martin in Briedel mitgestaltet hat. Elf Mitglieder der Bolivianischen Bischofskonferenz waren zum Auftakt der Aktion im Bistum Trier zu Gast und haben verschiedene Gemeinden besucht: im Kreis Cochem-Zell Klotten und Briedel. Noch bis zum 1. Oktober widmet sich die Partnerschaftswoche der Bewahrung der Schöpfung als gemeinsamer Aufgabe der Menschen, da dort schon jetzt viele unter den Folgen des Klimawandels leiden. Deshalb benennt es auch Reimann als eines der wichtigsten Ziele, die Reichtümer der Natur Boliviens zu schützen, sei doch der Dschungel wegen der Abholzung in großer Gefahr.

Dass auch die Armut natürlich ein großes Problem des Landes ist, in dem er seit 34 Jahren lebt, zeigt sich an den spendenfinanzierten Projekten, die Reimann aufzählt: eine Bibelschule, ein Rehabilitationszentrum für drogen- und alkoholabhängige Menschen sowie eine Einrichtung für Aidskranke. Pater Matthias Brenken rückt daher das Thema Gerechtigkeit ins Zentrum der Messe. Jeder Christ solle sich dafür einsetzen, dass jeder das bekomme, was er zum Leben brauche. Insbesondere den Armen, Kranken und Schwachen gegenüber gelte es, barmherzig zu sein. Und gerade in Bolivien gehe die Schere zwischen Arm und Reich weit auseinander.

Darunter litten vor allem die Familien, erzählt der bolivianische Bischof, der der Ordensgemeinschaft der Franziskaner angehört. Sie seien häufig auseinandergerissen, weil ein Elternteil in Europa oder Argentinien arbeite, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Dabei suche Gott die Familien dort meistens durch die Kinder. Überhaupt sieht er in ihnen den größten Reichtum. Auf die Frage Brenkens, was wir von Bolivien lernen können, schwärmt Reimann vom Kinderlachen, der Freude, die dort überall zu hören sei. „Hier kommen mir die Straßen dagegen doch oft leer vor.“ Umso schöner, dass in dem Gottesdienst vier Kinder als neue Messdiener aufgenommen werden.

Reimanns besonderer Dank gilt jenen, die sich an Ort und Stelle engagieren, wie die 19-jährige Hanna Dehne aus Wittlich, die gerade erst aus ihrem einjährigen Freiwilligendienst zurückgekehrt ist und die Worte des Bischofs an diesem Tag auf Deutsch übersetzt. Am Ende verstehen sich alle in der Musik auch ohne große Worte und singen „Si, si, si, señor“, um sich anschließend bei einem Imbiss im Pfarrheim besser kennenzulernen.

Von unserer Mitarbeiterin Ursula Bartz

Cochem Zell
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