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Kaisersesch

Besorgte Eltern fordern: Wir wollen einen Zebrastreifen

Brigitte Meier

Macht ein Zebrastreifen auf der Fahrbahn das Überqueren der Straße in jedem Fall sicherer? Wann ist diese Markierung überflüssig, und wann kann sie sogar gefährlich sein? Darüber streiten sich Straßenbaufachleute, Vertreter der Kommunen und die vom Autoverkehr betroffenen Anlieger seit Jahren in vielen Städten. Besonders jetzt in Kaisersesch, wo im kommenden Jahr die stark befahrene Bahnhofstraße (Landesstraße 52) neu ausgebaut werden soll.

Ein neuralgischer Punkt in der Kaisersescher Bahnhofstraße: Es gibt zwar eine Überquerungshilfe, die jedoch weist offenbar einige Mängel auf. Besorgte Eltern von Schulkindern möchten die Lage baldmöglichst entschärft wissen. Foto: Brigitte Meier
Ein neuralgischer Punkt in der Kaisersescher Bahnhofstraße: Es gibt zwar eine Überquerungshilfe, die jedoch weist offenbar einige Mängel auf. Besorgte Eltern von Schulkindern möchten die Lage baldmöglichst entschärft wissen.
Foto: Brigitte Meier

Da dort ohnehin Bauarbeiten geplant sind, haben Eltern von Schulkindern eine Online-Petition auf den Weg gebracht, um Unterschriften für die Einrichtung eines Fußgängerüberweges mit Zebrastreifen zu sammeln. Was steckt dahinter?

Der Sprecher der Initiative ist Manuel Zeimetz (41), Vater von zwei kleinen Mädchen (6 und 1). Die Sechsjährige besucht seit einigen Wochen die Grundschule. Das Kind muss wie viele andere auch auf seinem Schulweg die Bahnhofstraße überqueren. Zeimetz berichtet: „Darüber machen sich alle Eltern Sorgen, denn die Verkehrsdichte auf der Bahnhofstraße in Kaisersesch ist enorm.“ Die Überquerungshilfe im Bereich der Einmündung zur Eifelstraße ist seiner Meinung nach keine Hilfe für Kinder, ältere Menschen mit Gehhilfe und Personen mit Kinderwagen. Er hat beobachtet: „Kaum ein Autofahrer hält an, wenn wartende Fußgänger an der Überquerungshilfe stehen.“ Das geschehe häufig sogar ohne Absicht, weiß der Polizeibeamte: „Die Überquerungshilfe ist für Autofahrer schlecht erkennbar. Sie ist weder farblich markiert, noch gibt es eine Beschilderung.“

Das sieht die Straßenverkehrsverordnung für Überquerungshilfen auch nicht vor. Zudem sind Autofahrer nicht zum Anhalten verpflichtet, um Fußgängern das Überqueren der Straße zu ermöglichen. Anders ist das bei einem Zebrastreifen, betont Zeimetz: „Das weiß ja jeder verantwortungsvolle Autofahrer, der sich mit erhöhter Aufmerksamkeit einem Zebrastreifen nähert.“ Der Zeitpunkt der Forderung erscheint dem Initiator der Online-Petition günstig, denn: „Es wäre ohne großen Aufwand möglich, den Zebrastreifen im Rahmen der ohnehin anstehenden Straßensanierung umzusetzen. Es dürften kaum Mehrkosten anfallen.“

Es sind auch nicht die Kosten, die gegen die Einrichtung eines Fußgängerüberweges mit Zebrastreifen sprechen, erklärt Bernd Cornely, der Leiter des Landesbetriebes Mobilität Cochem-Koblenz (LBM). Vielmehr liegen die Voraussetzungen dafür nicht vor. Nach den geltenden Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen (RASt) und der Richtlinien für die Anlage und Ausstattung von Fußgängerüberwegen (R-Füg) müssen bestimmte Kriterien berücksichtigt und zusammenhängend beurteilt werden: die Anzahl der Fußgänger, die die Straße in der sogenannten Spitzenstunde des Fußgängeraufkommens überqueren, die Stärke des Autoverkehrs in der gleichen Stunde und die zulässige Geschwindigkeit.

Grundsätzlich heißt das, „dass der Fußgänger-Querverkehr an der vorgesehenen Stelle hinreichend gebündelt auftritt“. Die zuletzt vor drei Jahren erfolgte Verkehrszählung in der Kaisersescher Bahnhofstraße ergab 2409 Kraftfahrzeuge innerhalb von 24 Stunden. Und im September wurden 32 Fußgänger in einer Stunde gezählt, die die Straße an der besagten Stelle überquert haben.

Zwar hält der Landesbetrieb Mobilität den Einsatz einer Überquerungshilfe für ausreichend, jedoch soll diese nach Gesprächen mit Vertretern der Stadt zur Erhöhung der Sicherheit der Fußgänger verbessert werden, erläutert LBM-Leiter Cornely. Geplant ist nun eine neue Überquerungshilfe, die etwa 10 Meter in Richtung eines Fußweges, den viele Schulkinder benutzen, verlegt wird. Diese Überquerungshilfe soll zudem mit einer größeren Aufstellfläche von 2,50 mal 2,50 Meter ausgestattet werden. Die derzeitige Einrichtung ist nur 1,60 Meter tief, erklärt Cornely: „Das ist unzureichend für den Fußgängerverkehr.“

Die Stadt würde es grundsätzlich begrüßen, wenn die Bürger mit ihrer Online-Petition Erfolg hätten, versichert der Beigeordnete Karl-Heinz Berg: „Da viele Kinder die Straße überqueren, hatten wir den Vorschlag gemacht, einen Fußgängerüberweg einzurichten, weil wir diesen für sicherer halten.“ Doch da laut LBM die Vorschriften dazu nicht erfüllt würden, müsse die Stadt sich fügen, bedauert Beigeordneter Berg.

Bislang sind 133 Unterschriften über die Online-Petition eingegangen, erklärt Zeimetz: „Damit ist die vorgeschriebene Mindestanzahl von 100 Unterschriften bezogen auf die Einwohnerzahl überschritten.“ Bis zum Donnerstag, 15. November, können sich Befürworter des Zebrastreifens in der Bahnhofstraße online registrieren. Dann wird das Anliegen dem Landesbetrieb vorgelegt. Zeimetz und seine Mitstreiter erwarten danach eine schriftliche Stellungnahme der Straßenbaubehörde.

Informationen zur Petition: www.openpetition.de, Stichwort Kaisersesch

Von unserer Mitarbeiterin Brigitte Meier
Cochem Zell
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