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Cochem-Zell

Ausnahme geplant: Flächen für Tierfutter

Aufgrund der anhaltenden Trockenperiode und der damit verbundenen Futterknappheit plant die Bundesregierung, ökologische Vorrangflächen mit Zwischenfrüchten für die Beweidung mit Tieren oder durch Schnittnutzung für Futterzwecke zuzulassen. Damit soll den Landwirten, die allerdings noch nicht wissen, wie diese Regelung aussehen soll, geholfen werden.

Aufgrund der Trockenheit sollen Landwirte auch auf ökologischen Vorrangflächen Pflanzen anbauen und ernten dürfen.  Foto: Rühle
Aufgrund der Trockenheit sollen Landwirte auch auf ökologischen Vorrangflächen Pflanzen anbauen und ernten dürfen.
Foto: Rühle

Aktuell müssen Landwirte, die EU-Direktzahlungen erhalten, fünf Prozent ihrer Flächen als ökologische Vorrangflächen ausweisen. Damit wird für Wildtiere, Bienen und auch Wildpflanzen zusätzlicher Raum angeboten. Werden dafür zum Beispiel Zwischenfrüchte gepflanzt, die als Stickstofflieferanten für den Boden dienen, muss ein Bauer mit einer Ackerfläche von 100 Hektar immerhin 15 Hektar vorhalten, die nicht bewirtschaftet werden können, erklärt Kreisbauernchef Egon Thomas aus Mittelstrimmig. Dies könnte sich nun ändern und den Landwirten zusätzliche Frucht einbringen. Egon Thomas sagt: „Das wäre ein schöner Zug, allerdings wissen wir noch nicht, was angepflanzt werden darf.“ Ebenfalls ungeklärt sei zudem, ob die entsprechenden Flächen auch gedüngt werden dürfen. Immerhin muss in einem kurzen Zeitraum gepflanzt und geerntet werden.

Die hierfür erforderlichen Rechtsänderungen sollen nach der Bundesratssitzung am 21. September 2018 in Kraft treten. Die bisherige Regelung sieht vor, dass ökologische Vorrangflächen mit Zwischenfrüchten vom 1. Oktober bis einschließlich 14. Januar bestellt sein müssen. Mit der Neuregelung, die nur für das Jahr 2018 vorgesehen ist, soll dieser Zeitraum zum einen auf acht Wochen verkürzt und zum anderen betriebsindividuell festgelegt werden. Der betriebsindividuelle Zeitraum beginnt dabei nicht an einem für alle Landwirte gleichen Tag, sondern mit dem Ablauf des letzten Tages, an dem die Aussaat der Zwischenfrüchte auf den Vorrangflächen des jeweiligen Betriebs erfolgt ist. Bei mehreren Aussaatterminen gilt der Termin nach der letzten Aussaat. Kann dieser Aussaattermin nicht hinreichend nachgewiesen werden, tritt an seine Stelle der früheste Tag, für den ein solcher Nachweis erbracht werden kann.

Diese Regelung wird bei Inkrafttreten nach derzeitigem Stand in allen Landkreisen und kreisfreien Städten, mit Ausnahme der Landkreise Germersheim und Südliche Weinstraße und der kreisfreien Städte Landau und Neustadt, angeboten werden. Die Kreisverwaltung empfiehlt Landwirten, die von dieser Ausnahmeregelung Gebrauch machen wollen, bereits jetzt folgende Schritte:

  • Unverzügliche, formlose und schriftliche Anzeige des (letzten) Aussaattermins der Zwischenfrüchte auf Vorrangflächen bei der Kreisverwaltung;
  • Beschaffung hinreichender Belege der Aussaat (Fotos mit automatisch erzeugter Orts- und Datumsanzeige von den bestellten Flächen, Rechnungen von Lohnunternehmern, aus denen das Datum der Aussaat ersichtlich ist).
  • Findet die Beweidung oder Schnittnutzung für Futterzwecke durch oder für Dritte statt, ist ebenfalls ein entsprechender Beleg erforderlich.

Weitere Infos: Kreisverwaltung Cochem-Zell Fachbereich Verbraucherschutz, Veterinär, Agrar Referat Weinbau, Landwirtschaft, Tel. 02671/61-153 o. -172, E-Mail an: agrarfoerderung@cochem-zell.de

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