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Cochem-Zell

Alarmierender Trend: Immer mehr Berufspendler im Kreis Cochem-Zell

Immer mehr Pendler gibt es im Kreis Cochem-Zell: Zuletzt verließen 44 Prozent aller Berufstätigen auf dem Weg zur Arbeit die Grenzen des Landkreises – 27 Prozent mehr als noch im Jahr 2000. Das hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt mitgeteilt. Die IG BAU Koblenz-Bad Kreuznach beruft sich hierbei auf eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Danach zählt der Landkreis Cochem-Zell rund 9400 sogenannte Auspendler.

Symbolfoto.
Symbolfoto.
Foto: picture alliance / dpa

Die Gewerkschaft nennt diesen Trend „alarmierend“. Immer mehr Menschen müssten immer weitere Strecken zur Arbeit zurücklegen und verbrächten immer mehr Lebenszeit im Stau, kritisiert Bezirkschef Walter Schneider. Dafür sei maßgeblich auch eine verfehlte Wohnungsbaupolitik in den Ballungsgebieten verantwortlich.

„Seit Jahren hält das Angebot bezahlbarer Wohnungen nicht mit dem Bedarf Schritt. Wir haben gerade in den größeren Städten eine gute Entwicklung bei den Arbeitsplätzen, aber für die Menschen wird es immer schwieriger, sich dort auch eine Wohnung zu leisten“, sagt Schneider. Strecken von mehr als 50 Kilometern bis zum Betrieb seien mittlerweile durchaus üblich. Dies belaste nicht nur die Umwelt, sondern gleichsam auch die Nerven und die Gesundheit der Betroffenen.

Die IG BAU fordert ein Umdenken in der Wohnungspolitik. „Die öffentliche Hand muss viel mehr als bisher investieren, um bezahlbaren Wohnraum in den Metropolen und Ballungsräumen zu schaffen“, betont Schneider. Es würden mehr Sozialwohnungen und mehr bezahlbare Mietwohnungen gebraucht. Dafür müsse es eine deutlich bessere Förderung geben – etwa durch höhere steuerliche Abschreibungen und gezielte KfW-Programme. Durch solche Anreize für das Bauen im bezahlbaren Segment ließe sich ein Großteil der fehlenden Wohnungen errichten.

Um die Berufspendler im Kreis Cochem-Zell zu entlasten, müsse mittelfristig jedoch auch die Verkehrsinfrastruktur ausgebaut werden, fordert Bezirkschef Walter Schneider. „Wir brauchen bessere Schienennetze und mehr Radwege. Aber auch bei Straßen und Brücken ist der Nachholbedarf groß.“

Die Entwicklung im Landkreis ist nach Angaben des BBSR Teil eines bundesweiten Trends: Im Jahr 2015 pendelten 60 Prozent aller Beschäftigten zum Arbeitsplatz. Durchschnittlich legten sie dabei 16,8 Kilometer zurück. 15 Jahre zuvor lag die Pendlerquote in Deutschland dagegen noch bei 53 Prozent.

Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter der Adresse www.igbau.de/koblenz-badkreuznach

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