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Cochem-Zell

Adoption? Dafür gibt es jetzt eine zentrale Stelle

Dieter Junker

Acht Paare haben sich im Kreis Cochem-Zell im vergangenen Jahr beim Jugendamt wegen einer Adoption gemeldet. Auch in den vergangenen Jahren entsprach das in etwa der Zahl der interessierten Paare. Es sind Menschen, die gerne ein Kind adoptieren möchten. Und beim Jugendamt des Kreises dann Rat oder Hilfe suchen. Bisher war hier auch der Kreis die erste Anlaufstelle. Künftig gibt es in Trier eine gemeinsame Adoptionsvermittlungsstelle für die Kreise des ehemaligen Regierungsbezirkes Trier und den Kreis Cochem-Zell. Einer entsprechenden Zweckvereinbarung stimmte der Kreistag mittlerweile zu. Am 1. Juli war der Start für die zentrale Einrichtung in Trier.

Viele kinderlose Paare wünschen sich ein Kind. Eine Möglichkeit dafür sind Adoptionen. Künftig gibt es hierfür eine zentrale Anlaufstelle in Trier, die unter anderem auch für den Kreis Cochem-Zell zuständig ist. Foto: dpa
Viele kinderlose Paare wünschen sich ein Kind. Eine Möglichkeit dafür sind Adoptionen. Künftig gibt es hierfür eine zentrale Anlaufstelle in Trier, die unter anderem auch für den Kreis Cochem-Zell zuständig ist.
Foto: dpa

Hintergrund dafür ist nicht zuletzt die Tatsache, dass nach den gesetzlichen Vorgaben des Adoptionsvermittlungsgesetzes eine solche Stelle mit mindestens zwei Vollzeitkräften zu besetzen ist. „Dies ist für einen Kreis wie Cochem-Zell, aber auch für andere Kreise hier in der Region, aufgrund der geringen Fallzahlen nicht zu schultern“, sagte Landrat Manfred Schnur im Kreistag. Durch die Bündelung bei einer Zentralstelle soll zum einen die Betreuung der Kinder und Eltern verbessert, zum anderen auch eine fachliche, effiziente und gesetzeskonforme Aufgabenwahrnehmung sichergestellt werden.

Denn die Voraussetzungen für eine Adoption sind hoch. Die Adoption muss dem Wohl des Kindes dienen, die Beziehung der Adoptiveltern muss intakt sein und mindestens vier Jahre bestehen. Die Bewerber müssen ein Gesundheitszeugnis vorlegen, die Pflege und Erziehung der Kinder muss gewährleistet sein, Eltern dürfen keine Vorstrafen haben und sollten die Religionszugehörigkeit des Kindes akzeptieren. Auch eine stabile finanzielle Lage ist eine wichtige Voraussetzung für eine Adoption. Wer ein Kind adoptiert – das können Paare, aber auch Alleinstehende sein –, muss mindestens 25 Jahre alt sein, der Altersabstand zwischen Kind und Eltern sollte 35 bis 40 Jahre nicht überschreiten.

In den vergangenen drei Jahren gab es im Schnitt zwei bis drei Stiefeltern- und ein bis zwei Auslandsadoptionen pro Jahr im Kreis. Inlandsadoptionen sind sehr selten und kommen laut Kreisverwaltung nur einmal in drei bis vier Jahren vor. Erfolgsaussichten bei Inlandsadoptionen stuft die Kreisverwaltung daher als sehr gering ein. Die adoptieren Kinder kommen aus den unterschiedlichsten Ländern, unter anderem aus Bulgarien oder Russland. Die gemeinsame Adoptionsstelle in Trier ist interessierten Paaren oder Personen bei der Suche nach einer geeigneten Auslandsvermittlungsstelle behilflich.

Die Bildung dieser gemeinsamen Vermittlungsstelle hat eine längere Vorgeschichte. Bereits 2011 hatte sich der Kreis einem 2003 entstandenen Verbund zwischen den Kreisen Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm und Daun angeschlossen. Doch dies wurde vom Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung nicht genehmigt, ein Widerspruchsverfahren des Kreises ist nach wie vor offen. Mittlerweile sind die Jugendämter zu der Überzeugung gelangt, dass dieser noch offene Prozess nicht mehr weitergeführt werden sollte, sondern die Gründung einer gemeinsamen regionalen Vermittlungsstelle sinnvoller ist. Eine Organisationsuntersuchung hat dies auch unterstützt und sich für eine solche größere Einheit unter Einbeziehung der Stadt Trier und des Kreises Trier-Saarburg ausgesprochen. Dies wurde nun umgesetzt.

Die Kosten der künftigen gemeinsamen Vermittlungsstelle, die alle von den Jugendämtern der beteiligten Kreise zu erledigenden Aufgaben im Bereich der Adoptionsvermittlung übernehmen wird, werden nun von den fünf Kreisen und der Stadt Trier im Verhältnis ihrer Einwohnerzahl getragen. Für den Kreis Cochem-Zell wären dies etwa elf Prozent, oder 26.000 Euro pro Jahr.

Info: Gemeinsame Adoptionsvermittlungsstelle, Margarethengäßchen 5 (Nähe Porta Nigra), 54290 Trier, Telefon 0651/718-0

Cochem Zell
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