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Ab Donnerstag zu haben: Eine Briefmarke für den Weinbau

Der Weinbau ist in Deutschland auf einem erfolgreichen Kurs, hat viele Spitzenweine und -winzer hervorgebracht. Hierzu gehören auch die berühmten Weine der Mosel. Wie keine andere Nutzpflanze ist die Weinrebe und ihre Traubenfrucht mit Genuss und Lebensart verbunden. Das hat auch die auch die Regionen geprägt, in denen Weinbau betrieben wird. In Deutschland sind dies vor allem die Flusstäler Süd- und Südwestdeutschlands: Mosel, Ahr, Rhein, Nahe und Neckar mit ihren Nebenflüssen. In den Flusstälern mit ihren steilen Hängen und mit den Wärme speichernden steinigen Böden herrschen ideale klimatische Bedingungen für die empfindliche Rebe. Dies erkannten schon die Römer vor 2000 Jahren, sie führten an Mosel und Rhein den Weinbau ein.

Von der langen Tradition der Weinproduktion in Deutschland zeugen archäologische Funde. Somit ist der Weinbau ein römisches Erbe. „Ältester Weinort Deutschland“ nennt sich beispielsweise Neumagen-Dhron an der Mosel, seitdem dort das Grabmal eines römischen Weinhändlers aus dem Jahre 220 nach Christus gefunden worden war. Das Steinrelief eines mit Weinfässer beladenen Schiffes wird im Rheinischen Landesmuseum in Trier aufbewahrt.

Bei der weiteren Publikation der Briefmarken-Neuausgabe „Weinbau in Deutschland“ schreibt die Deutsche Post in ihrem Philatelie-Journal „postfrisch“, dass bereits im frühen Mittelalter die Weinproduktion eine bedeutende Stelle einnahm und Kaiser Karl der Große in seine Landgüterverordnung (Capitulare de villis vel curtis imperii) von 812 auch Vorschriften für Winzer aufnehmen ließ. So sei beispielsweise darin zu lesen, dass die Weintrauben nicht mit den Füßen zu entsaften seien und der Wein in Fässer aufzubewahren sei. Eine andere Quelle sei der Lorscher Codex, der belegt, wie wichtig der Weinau als Einnahmequelle für die mittelalterlichen Klöster gewesen sei.

Nach statistischen Erhebungen bewirtschaften heute in Deutschland circa 80.000 Winzer rund 100.000 Hektar Gesamtrebfläche in 13 Anbaugebieten. Sie erzeugen durchschnittlich 9,5 Millionen Hektoliter Wein pro Jahr. Mehr als zwei Drittel der deutschen Rebfläche sind mit Weißweinsorten bepflanzt, allen voran der Riesling. So sind begehrte Riesling-Spitzenweine „Made in Germany“ ein Aushängeschild für die Weinkultur im Rebland Deutschland. Für die Sammlung der Philatelisten ist die 70 Cent-Briefmarke sicherlich eine große Bereicherung. Auch wird die Marke für die Weinorte der Mosel als Touristenmagnet ein Werbeträger sein. Karl Josef Zimmermann

Cochem Zell
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