40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Mittelmosel
  • » Ölalarmplan soll Umweltschäden vermeiden
  • Aus unserem Archiv
    Cochem-Zell

    Ölalarmplan soll Umweltschäden vermeiden

    Mit rund 40 Fällen pro Jahr kommt es im Landkreis Cochem-Zell viel häufiger zu Unfällen mit wassergefährdenden Stoffen, als die meisten wohl denken. Statistisch gesehen zählen die sogenannten Ölunfälle zu den häufigsten Schadensereignissen. "Hierbei unterscheidet man die Fälle, bei denen Öl oder andere wassergefährdende Stoffe auf Verkehrsflächen, auf unbefestigtem Gelände oder im Bereich eines Oberflächengewässers ausgelaufen sind", erklärt Thomas Müller von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises.

    Thomas Müller hat als zuständiger Sachbearbeiter der Unteren Wasserbehörde einen Leitfaden entwickelt, der Anweisungen zur Sofortmaßnahme bei Ölunfällen beinhaltet.
    Thomas Müller hat als zuständiger Sachbearbeiter der Unteren Wasserbehörde einen Leitfaden entwickelt, der Anweisungen zur Sofortmaßnahme bei Ölunfällen beinhaltet.
    Foto: Ulrike Platten-Wirtz

    Von unserer Mitarbeiterin Ulrike Platten-Wirtz

    Als Sofortmaßnahme und um größere Umweltschäden zu vermeiden, hat Müller einen Ölalarmplan entwickelt, der jährlich aktualisiert wird. Die Broschüre enthält alle relevanten Adressen und Rufnummern, die im Notfall umgehend verständigt werden müssen. Beispielsweise die zuständige Polizeidienststelle, Fachbehörden, Verwaltungen, Wasserwerk, Energieversorger, Feuerwehr, Entsorgungsunternehmen, Labors, Institute und Spezialisten. Außerdem müssen im Notfall drei wichtige Fragen abgeklärt werden. Nämlich: Welcher Stoff ist ausgelaufen? Wie viel? Und wo?

    Um möglichst schnell Aufschluss über die Gefährlichkeit der Situation zu bekommen, führt Müller ständig Flaschen für Wasser- und Bodenproben, Handy, Fotoapparat, Taschenlampe und persönliche Schutzausrüstung mit sich. Nachdem die zuständigen Experten laut Ölalarmplan verständigt sind, gilt es zuerst, den Unfallort abzusichern und die auslaufende Flüssigkeit mittels Ölwannen oder Sperren aufzufangen, bevor mit den Räumungsarbeiten begonnen wird. Belastetes Erdreich wird großflächig ausgebaggert und in der Regel zur Sonderdeponie nach Morbach gefahren. Unfallverursachend sind in den meisten Fällen Verkehrsunfälle, ausgelaufene Heizöltanks oder Tankwagen.

    Aber nicht nur Öl, Diesel oder Benzin gehören zu den wassergefährdenden Stoffen. Auch Gülle, Silage und Mist können, vor allem in der Nähe von Gewässern, Umweltgefahren darstellen.

    Das aktuellste Beispiel eines Ölunfalls in größerem Ausmaß stellte jüngst der Absturz eines Tornados in der Nähe von Leienkaul dar. Bei dem Unfall sind rund 700 Liter Kerosin aus den Flügeltanks ins Erdreich gelangt. Die Maßnahmen zur Entsorgung werden von Thomas Müller gemeinsam mit der Bundeswehr koordiniert und überwacht. Die Finanzierung übernimmt die Bundeswehr.

    Der durch Kerosin belastete Boden wurde in einem großen Radius bis zu 4,80 Meter Tiefe ausgehoben und kurzfristig im Fliegerhorst zwischengelagert. Die Baugrube wurde mit unbelasteten Bodenmassen aufgefüllt. Das verschmutzte Erdreich wird zu einem späteren Zeitpunkt zu einer Sonderdeponie gebracht oder bei zu starker Verschmutzung bei der Firma BASF in Ludwigshafen verbrannt. Die Kosten einer solchen Aktion belaufen sich ohne Transportkosten zwischen 60 bis 100 Euro pro Kubikmeter Erdreich. Um die Wrackteile des Flugzeugs bergen zu können, wurde außerdem rund 1000 Quadratmeter Nadelwald gerodet. Der Wald soll aber schnellstmöglich durch hochwertige Buchensetzlinge wieder aufgeforstet werden.

    Cochem Zell
    Meistgelesene Artikel
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter
    Mittwoch

    4°C - 6°C
    Donnerstag

    3°C - 7°C
    Freitag

    2°C - 6°C
    Samstag

    1°C - 5°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige