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    Mayen/Koblenz

    Zeitenwende: Bundesweit einmalige Klinikfusion im März?

    Koblenzer Rathaus und Kreisverwaltung geben sich zugeknöpft, Mitglieder der Gremien wurden per Unterschrift zum Stillschweigen verpflichtet. Das zeigt: Die Verhandlungen um die Fusion des Gemeinschaftsklinikums Koblenz-Mayen und des Stiftungsklinikums Mittelrhein sind in die entscheidende Phase getreten. Am Donnerstag wird sich der Koblenzer Stadtrat in nicht öffentlicher Sitzung mit den Details befassen.

    Sowohl St. Elisabeth in Mayen (Foto) als auch das Gesundheitszentrum Evangelisches Stift in Koblenz standen bereits im Mittelpunkt erfolgreicher Fusionen. Jetzt soll eine weitere Verschmelzung folgen. Im Falle des Erfolgs wäre es bundesweit das erste Mal, dass kommunale Träger und eine Stiftung mit kirchlichen Wurzeln gemeinsame Wege gehen.
    Sowohl St. Elisabeth in Mayen (Foto) als auch das Gesundheitszentrum Evangelisches Stift in Koblenz standen bereits im Mittelpunkt erfolgreicher Fusionen. Jetzt soll eine weitere Verschmelzung folgen. Im Falle des Erfolgs wäre es bundesweit das erste Mal, dass kommunale Träger und eine Stiftung mit kirchlichen Wurzeln gemeinsame Wege gehen.
    Foto: Andreas Walz

    Von unserem Mitarbeiter Reinhard Kallenbach

    Über das Vertragswerk wird der Koblenzer Rat am 13. März abstimmen. Vier Tage später könnte auch der Kreistag Mayen-Koblenz den Weg freimachen. Stimmen beide Gremien zu, kann der Fusionsvertrag unterschrieben werden. Damit wäre die Verschmelzung formell vollzogen - und zwar rückwirkend zum 1. Januar.

    Auch wenn mit dem Zusammenschluss der beiden traditionsreichen Einrichtungen mit insgesamt fünf Standorten die Aufwertung zu einem Klinikum der Maximalversorgung verbunden ist und die Aussicht auf höhere Landeszuschüsse besteht, dürften die rund 3600 Mitarbeiter der Zeitenwende mit gemischten Gefühlen entgegensehen, selbst wenn die Standorte erhalten bleiben. Zwar werden alle Beschäftigten übernommen, doch gibt es für sie nur bis Ende 2016 einen Schutz vor einem fusionsbedingten Stellenabbau.

    Sicherheit herrscht dagegen in Sachen Tarifwerk. Für die derzeitigen Mitarbeiter wird sich nichts ändern. Kirchliche und kommunale Vereinbarungen gelten weiter. Künftige Kollegen werden dagegen ausschließlich nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) bezahlt. Trotz dieser Basis regt sich in den Reihen der Belegschaft Widerstand, wie es aus gut informierten Kreisen heißt. Kritiker monieren die fehlende Transparenz und das hohe Tempo der Vorbereitungen.

    So wurde für Mittwochabend kurzfristig eine Sitzung des Aufsichtsrats des Gemeinschaftsklinikums angesetzt. Bereits am vergangenen Freitag tagte das Lenkungsgremium - die Zeichen, dass es jetzt ernst wird, mehren sich also. Denn es gibt nicht nur fachliche und organisatorische Gründe, Tempo zu machen. Vor allem an den Koblenzer Standorten besteht nämlich Investitionsbedarf im zweistelligen Millionenbereich.

    Während das Stift vor allem seinen Brandschutz auf den neuesten Stand bringen muss, steht am Kemperhof die Sanierung des Bettenhauses an. Um diese vorzubereiten, sollte eigentlich der Bau eines 24,5 Millionen Euro teuren Ergänzungsbaus schon längst begonnen haben. Angesichts der Tatsache, dass im Rahmen des medizinischen Konzeptes Arbeit und Kapazitäten beider Einrichtungen sorgfältig aufeinander abgestimmt werden müssen, war es allerdings sinnvoll, die Sache wegen möglicher Umplanungen vorübergehend auf Eis zu legen.

    Neben den Vorzügen, die eine Aufwertung der fusionierten Häuser zu einer Einrichtung auf dem Standard einer Universitätsklinik bringen würde, gibt es aus der Sicht von Kritikern auch einige Nachteile. So sind die bislang kommunalen Häuser Kemperhof und St. Elisabeth sehr transparent, weil die Gremien in Stadt und Kreis intervenieren können. Ob dies künftig in vollem Umfang so bleibt, ist fraglich, weil der Fusionspartner ein anderes Modell hat. Und nicht nur das. Der Zusammenschluss von Kliniken mit solch unterschiedlichen Trägermodellen ist bundesweit einzigartig.

    Schon die Fusion von kirchlichen Einrichtungen gilt als problematisch. Wie der Marburger Bund auf Anfrage der RZ mitteilte, ließ das Erzbistum Paderborn eine geplante Klinikfusion in Hagen platzen. Dort sollten das Katholische Krankenhaus und das Evangelische Allgemeine Krankenhaus eigentlich zusammengehen. Besser lief es in Trier. Hier fusionierten das Marienkrankenhaus Ehrang und das Elisabeth-Krankenhaus trägerübergreifend zum Ökumenischen Verbundkrankenhaus.

    Aus zwei mach eins: Zieht das Stift zum Kemperhof?Rechnungshof kritisiert Millionen-Förderung: Wird das Ersatzbettenhaus am Kemperhof überhaupt gebraucht?Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein: Erneut Bewegung im PersonalkarussellStationen im Stift schließen: Gespräche mit betroffenen Mitarbeitern laufenGemeinschaftsklinikum: Land offen für Ein-Standort-Optionweitere Links
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