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Wetterrekorde im Kreis MYK: Andernach ist heiß – aber ist Kalt kalt?

Es war zu Beginn dieser Woche, am Montag. Der Morgen, an dem wohl jedem in der Region klar geworden sein dürfte, was er vermisst hatte: Die Sonne strahlte über Rhein und Mosel. Endlich mal wieder – und dann gleich wieder vorbei. Denn Sonnenschein ist bislang im neuen Jahr einfach absolute Mangelware. Eine Momentaufnahme – oder ist Andernach wirklich von der Sonne verlassen? Und wie sieht es mit Wind, Regen und Schnee aus? Wir haben mit dem Meteorologen Jürgen Schmidt über das Wetter in der Region gesprochen.

Andernach ist eine der heißesten Städte der Region – zumindest für Meteorologen. Da kann etwas Abkühlung durch den Kaltwassergeysir an manchen rekordverdächtigen Sommertagen richtig gut tun.
Andernach ist eine der heißesten Städte der Region – zumindest für Meteorologen. Da kann etwas Abkühlung durch den Kaltwassergeysir an manchen rekordverdächtigen Sommertagen richtig gut tun.
Foto: picture alliance

Und dabei festgestellt: Im bundesweiten Vergleich liegt unsere Region in Sachen Temperatur eher über dem Durchschnitt, obwohl wir weniger Sonnenstunden haben. Dafür regnet es aber auch weniger. Und die Stadt Andernach selbst ist in Sachen Hitze sogar ein rekordverdächtiger Ort.

Sonne: „Statistisch gesehen hat die Eifel am meisten Sonnenstunden“, berichtet Schmidt. Das liegt vor allem daran, dass es am Rhein wie auch im Moseltal im Herbst und im Winter viele Nebeltage gibt. Schaut man sich den Zeitraum von 1981 bis 2010 an, so bringt es die Eifel auf knapp 1520 Sonnenstunden pro Jahr, während es in Koblenz 1489 waren. Andernach etwa brachte es auf 1417 Stunden. Das sieht übrigens im aktuellen Jahr anders aus. Denn: Im Januar hatte Andernach mit immerhin 33,5 Stunden Sonne die Nase vorn, während die Eifel auf nur 26,7 kam.

Wärme: Am wärmsten ist es in Summe aber doch in Koblenz: Der langjährige Durchschnittswert liegt bei 10,9 Grad – und damit knapp über Andernach (10,6). Dafür hat die Bäckerjungenstadt im vergangenen Jahr fast einen Bundesrekord gebrochen: Am 22. Juni lag der Tageshöchstwert bei 37,1 Grad. Nur in Trier war es an diesem Tag um 0,1 Grad wärmer. Für den Meteorologen Schmidt ist Andernach ohnehin eine der heißesten Städte in der Region: „Die Temperaturen dort erreichen im Sommer fast in jedem Jahr ein Mal 37 bis 38 Grad“, berichtet er.

Kälte: Kein Wunder für ihn, denn: „Die milden Regionen sind ganz klar Rhein und Mosel. Je höher man in Richtung Eifel geht, desto niedriger sind die Temperaturen. Die Unterschiede liegen bei bis zu zwei bis drei Grad im Mittel.“ Die Statistik gibt ihm recht: Im Vergleich zu den knapp 11 Grad im Jahresmittel in Koblenz und Andernach ist es in der Vordereifel mit nur 8,2 Grad deutlich kälter. Und auch der Name der Ortsgemeinde Kalt (Verbandsgemeinde Maifeld) kommt wohl nicht von ungefähr – ob das auch für das Dorf Wolken (VG Rhein-Mosel) gilt, bleibt aber zunächst einmal offen. Für Jürgen Schmidt ist Kalt nicht die kälteste Ecke in der Region: „Vielleicht vom Namen her, aber nicht bei den Temperaturen. Da muss man schon in der Eifel suchen und nicht so nahe der Mosel“, scherzt der Meteorologe.

Regen: Den meisten Niederschlag im Jahr gibt es ebenfalls in der Eifel. Rhein und Mosel werden vergleichsweise vom Regen verschont. Das liegt vor allem an der Höhenlage. „Aufgrund von Staueffekten an den Ausläufern des Gebirges regnet es tendenziell mehr in der Vordereifel als beispielsweise in Koblenz“, erklärt Jürgen Schmidt. In Zahlen: 686 Liter pro Quadratmeter kommen in Koblenz im langjährigen Mittel vom Himmel, in der Eifel sind es knapp 100 Liter mehr. Andernach ist verglichen mit Koblenz übrigens noch trockener: Dort regnete es über die Jahre im Schnitt nur gut 600 Liter auf den Quadratmeter.

Und war der Januar jetzt wirklich so regnerisch? Zwei Werte aus der Region sprechen Bände: Die Wetterstation Nürburg-Barweiler in der Eifel meldete 74,5 Liter, Andernach 57,2. Beide Werte liegen zwischen 10 und 25 Prozent über dem Durchschnitt.

Schnee: So nass der Winter bisher war, Schnee hat man aufgrund der milden Temperaturen nur selten gesehen. „Wenn im Winter Schnee fällt, haben wir an Rhein und Mosel meist nur null bis zehn Tage mit Schneedecke.“ Auf dem Maifeld, wo auch Kalt liegt, sind es dagegen 10 bis 20 und in der Eifel sogar mehr als 30 – blickt man auf den Schnitt der vergangenen drei Jahrzehnte.

Wind: Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit in Bodennähe in der Region liegt übrigens bei drei bis vier Metern pro Sekunde. In der Eifel können dagegen 100 Meter über Grund auch Werte von 6 bis 6,2 Meter pro Sekunde erreicht werden. Schmidt: „Es hat ja auch einen Grund, warum die Windkraftanlagen auf den Höhen stehen. Dort ist es windiger als in den Tallagen. Das liegt an den Reibungseffekten am Boden.“

Daniel Rühle

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