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    Volker Weininger präsentiert Soloprogramm in Mayen: Wer schnippt, kommt nicht dran

    „Bildung. Macht. Schule.“ Wenn ein Kabarett-Programm diesen Titel hat – was darf dann nicht fehlen? Genau: der Schulgong. Mit diesem beginnt und endet das Programm. So auch bei Volker Weininger, der mehr als zwei Stunden mit seinem Soloprogramm das Publikum in der Halle 129 begeistert.

    Kein Auge blieb beim Gastspiel von Volker Weininger in der Mayener Halle 129 trocken.
    Kein Auge blieb beim Gastspiel von Volker Weininger in der Mayener Halle 129 trocken.
    Foto: Elvira Bell

    Der Rheinländer ist von Beginn an in seinem Element. Schonungslos legt er den Finger in jede sich bietende Wunde. „Sind eigentlich auch Lehrer heute Abend hier?“, fragt der in Bonn lebende Kabarettist während er, wie ein Pädagoge mit einem kleinen Notenbüchlein, langsam und aufmerksam an den einzelnen Stuhlreihen vorbei geht. Gekonnt lässt er bei den Anwesenden noch einmal ein bisschen Angstschweiß aus Schulzeiten aufkommen. „Vielleicht einfach mal melden. Aber nicht schnippen. Wer schnippt, kommt nicht dran. So ist das! Die anderen dürfen auch denunzieren. Wenn Ihr wisst, da sitzt ein Lehrer, zeigt einfach mal drauf.“

    Textiles Gestalten als Foltermethode

    Weininger, der einst selbst Deutsch auf Lehramt studiert hat, bringt seine Erfahrungen auf die Bühne – während er zum Brüllen komische Anekdoten zum Besten gibt. „Bei uns an der Schule hatten wir ein Lehrerehepaar. Er war nur Sportlehrer. Gegen den Mann war ein Koalabär in Vollnarkose ein Workaholic.“ Er müsse dazu sagen, so Weininger, „seine Frau, die war auch Sportlehrerin“. Aber die hätte dazu noch ein knallhartes zweites Fach gehabt: Textiles Gestalten. Er habe das in der neunten Klasse als Pflichtfach machen müssen. Textiler Gestaltungsunterricht sei eine zulässige Foltermethode. Das Schulfach sei die ultimative Demütigung für einen von Selbstzweifeln zerfressenen jungen Mann in der Pubertät gewesen.

    Sein genereller Rat an Schülern und Studenten: „Wenn ihr nichts wisst und eine Frage nicht beantworten könnt, dann schreibt auch besser nichts auf.“ Ein Student habe über Gottfried Wilhelm Leibniz – dieser war einer der bedeutendsten Philosophen des ausgehenden 17. und beginnenden 18. Jahrhunderts – einmal geschrieben: „Er hat den Leibnizkeks entdeckt!“ Dazu Weininger trocken: „Wenn er wenigstens geschrieben hätte: Er hat den Leibnizkeks erfunden. Aber, nein Leibniz hat diesen Keks im Schein seiner Fackel entdeckt. Er war ja auch ein begeisterter Höhlenforscher.“

    Kind auch mal Kind sein lassen

    Auch die Helikoptereltern bekommen bei ihm ihr Fett weg. Ihnen rät er: „Kinder mal wieder Kind sein lassen. Eltern wollen aus ihrem Kind ein Genie machen.“ Der Optimierungswahn der Eltern orientiere sich an den vermeintlichen Bedürfnissen der Wirtschaft. „Kinder dürften ab einem gewissen Alter, meist mit dem Besuch der Grundschule nicht mehr so wild sein.“ Wenn sie es dennoch sind, dann werde eine Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung kurz ADHS diagnostiziert.

    Die Verordnung von Ritalin sei die Folge. „Allein in den Jahren zwischen 2006 und 2012 hat sich der Diagnose hinsichtlich ADHS verdoppelt.“ Als Zugabe kommen die Zuschauer in den Genuss, Weininger als alkoholisierten Büttenredner mit Narrenkappe zu erleben. Zum Schluss hat er noch ein Pralinchen für die Mayener parat: Die Halle 129 sein eine ganz tolle Location.

    Von unserer Mitarbeiterin Elvira Bell

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