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Gierschnach

Verein erstattet Anzeige wegen Tierquälerei: Zwölf verwilderte Katzen aus Haus in Gierschnach geholt

Entsetzen bei den Katzenschutzfreunden (KSF) Rhein-Ahr-Eifel: Andrea Brezina, Vorsitzende des Vereins aus dem Kreis Ahrweiler, und ihr Mann haben am Karnevalsonntag zwölf Katzen aus einem Haus in Gierschnach gerettet. Schon seit Längerem sind Dutzende herumstreunende verwilderte Katzen, die sich unkontrolliert vermehren, in dem Maifeldort ein Problem. Die vorgefundenen Zustände haben die Tierfreunde jetzt jedoch abermals schockiert, wie der Verein gestern mitteilte.

Aus einem Haus in Gierschnach hat ein Paar zwölf verwilderte Katzen geholt. Die Tierschützer kritisieren die Zustände.
Aus einem Haus in Gierschnach hat ein Paar zwölf verwilderte Katzen geholt. Die Tierschützer kritisieren die Zustände.
Foto: Katzenschutzfreunde Rhein-Ahr-Eifel

„Die Katzen waren bis auf drei nicht kastriert, und die Parasiten waren nicht zu übersehen. Im Haus lag überall Futter herum, teilweise mit Katzenstreu und anderem Dreck vermischt, schmutzige Handtücher und Decken voller Flöhe und Haarlinge“, beschreibt Brezina die Situation. Der Verein hat jetzt Anzeige wegen Tierquälerei erstattet, schreibt die Vorsitzende. Insgesamt 49 Katzen haben die Mitglieder bis jetzt aus dem Umfeld in Gierschnach geholt.

Schon vor einiger Zeit wurde der Verein auf etliche Katzen aufmerksam gemacht, die sich auf dem Grundstück einer älteren Frau aufhalten. Nach Angaben von Brezina brachte die Frau regelmäßig Katzenbabys und erwachsene Tiere, die sich in einem schlechten Ernährungs- und Gesundheitszustand befanden, zu einer Pflegestelle der Katzenschutzfreunde, die sich in ihrem Wohnort befindet.

Wie die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz auf Anfrage mitteilte, handelte es sich bei der Fangaktion um ein privates Vorgehen. Das Kreisveterinäramt war daran nicht beteiligt. Allerdings ist die Situation dort seit geraumer Zeit bekannt. Kreisveterinärin Dr. Simone Nesselberger weiß von dem Befall der Tiere mit Flöhen und Würmern. Beim jüngsten Ortstermin konnte die Ärztin zwar bei den Katzen keine gravierenden gesundheitlichen Probleme feststellen. Allerdings gestaltete es sich für das Kreisveterinäramt bisher schwierig, die Tiere genau in Augenschein zu nehmen, weil diese nicht sehr zutraulich sind. Die Kreisverwaltung weist jedoch den Vorwurf der Katzenschutzfreunde zurück, solche Kontrollen bei der älteren Dame seien zuvor angekündigt gewesen, sodass die eigentlichen Probleme vertuscht worden sein könnten.

Um Fangaktionen zu erleichtern, bei denen die Tiere kastriert und medizinisch versorgt werden, wurde die Anweisung erteilt, dass die Katzen nicht mehr im Außenbereich gefüttert werden dürfen. Damit soll auch bezweckt werden, dass die Katzen nicht mehr zwischen mehreren Futterstellen hin- und herwandern können. Also kamen alle Tiere ins Haus.

Immer wieder wird seitens des Vereins Kritik laut, dass sich die Behörden zu wenig einschalten, um die Tiere aus dieser aus ihrer Sicht unzumutbaren Behausung herauszuholen und die unkontrollierte Vermehrung zu stoppen. Dietmar Rüber von der Verbandsgemeindeverwaltung kann diesen Vorwurf nicht nachvollziehen. Seit Jahresbeginn ist in der Verbandsgemeinde die Katzenschutzverordnung in Kraft, um in solchen Fällen wie dem in Gierschnach eine Handhabe zu haben. Vor diesem Hintergrund wurde unter anderem auch die betroffene Frau in Gierschnach zur Mitarbeit aufgefordert. „Das hat noch nicht zum gewünschten Ergebnis geführt“, sagt Rüber. Ein Kollege vom Ordnungsamt habe die Frau darüber hinaus aufgesucht.

Auf die Katzenschutzfreunde kommt jetzt viel Arbeit zu:

  1. Da viele Tiere keine Toiletten kennen, ist die Pflege im Katzenhaus und auf den Pflegestellen aufwendig. Jedoch verfügt der Verein über eine Intensivstation und zwei Quarantänehäuser. So können die Fellnasen separiert behandelt und betreut werden. Der Großteil der Katzen ist scheu bis verwildert. „Sie haben panische Angst und brauchen Menschen, die sich mit viel Zeit um die Katzen kümmern“, weiß Brezina.
  2. Auch die Kosten sind beachtlich. Dem Verein der KSF wurde vonseiten der VG Maifeld zugesichert, dass er Unterstützung erhält. Bisher hat der Verein für seinen Einsatz 950 Euro bekommen. Im sozialen Netz wurden Spenden gesammelt. Aber das reicht nicht, um die Tierarztrechnungen zu zahlen. Pro Katze rechnet der Verein mindestens mit Kosten zwischen 200 und 250 Euro.
  3. Der Verein sucht händeringend private Pflegestellen, wo die Katzen einen warmen Unterschlupf und regelmäßig Futter bekommen. Der Verein betreut solche Futterstellen. afu

Mayen-Andernach
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