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Mayen

Teilhabekreis "Mayen verbindet": Mehr Barrierefreiheit erreicht

Einiges hat sich in Mayen bereits in Sachen Barrierefreiheit getan, anderes muss sich noch bessern. Das wurde nun bei der Sitzung des Lokale Teilhabekreis (LTK) "Mayen verbindet" im Rathaus deutlich.

Die Mitglieder des Lokalen Teilhabekreises "Mayen verbindet" haben sich im Rathaus getroffen. Sie setzen sich für mehr Barrierefreiheit in der Stadt ein und haben Texte in "Leichter Sprache" angeregt. Sie soll Menschen, die geistig behindert sind oder aus anderen Gründen geringe Lesekompetenzen haben, das Verstehen erleichtern.
Die Mitglieder des Lokalen Teilhabekreises "Mayen verbindet" haben sich im Rathaus getroffen. Sie setzen sich für mehr Barrierefreiheit in der Stadt ein und haben Texte in "Leichter Sprache" angeregt. Sie soll Menschen, die geistig behindert sind oder aus anderen Gründen geringe Lesekompetenzen haben, das Verstehen erleichtern.
Foto: Elvira Bell

Von unserer Mitarbeiterin Elvira Bell

Die Interessengruppe wurde 2010 durch die Caritas-Werkstätten und das Caritas-Zentrum gegründet: Menschen mit und ohne Behinderungen, Ehrenamtliche und Mitarbeiter von Institutionen arbeiten daran, die Teilhabe Behinderter im Gemeinwesen konkret zu verbessern und den Zusammenhalt in Mayen zu stärken.

"Wir haben in der Vergangenheit bei unseren Aktionen, insbesondere dem jährlich stattfindenden Aktionstag, zur Verbesserung der Gleichstellung behinderter Menschen Anfang Mai zusammengearbeitet", informierte Heike Paul vom Begleitenden Fachdienst der Caritas-Werkstätten St. Johannes. "Zu unserem Selbstverständnis gehört aber auch, dass wir uns für andere einbringen mit dem, was unsere Mitglieder leisten können." Zum Beispiel engagieren sich Mitglieder des LTK bei der Aktion "Saubere Stadt", bei der Büchersammlung für den Lions-Club und in der ehrenamtlichen Betreuung von Senioren im Altenzentrum "Klösterchen". Im vergangenen Jahr konnte ein Stadtführer für Menschen mit Behinderungen erstellt werden, der von der Aktion Mensch gefördert wurde und jetzt in der Tourist-Info in Mayen erhältlich ist. Dass sich die Situation in Mayen als inklusive Stadt in den vergangenen Jahren verbessert hat, erklärt auch Michaela Kurp. Die 52-Jährige ist seit einigen Jahren auf ihren Rollstuhl angewiesen. Sie sagt: "Die städtischen Einrichtungen haben gut aufgerüstet und haben sich zertifizieren lassen. Das Eifelmuseum und das Deutsche Schieferbergwerk, die Tourist-Info im Alten Rathaus, das Rathaus und das Vulkanparkerlebniszentrum Terra Vulcania, aber auch die barrierefreie Toilette unterhalb des Burgbergs sind gut mit dem Rollstuhl zu erreichen." Die Wahl-Mayenerin hat die Erfahrung gemacht: "Je mehr Menschen mit Handicap nach außen gehen, umso mehr werden die Bevölkerung und die Geschäftswelt auf uns aufmerksam werden." Das beginne mit Aufstellern vor den Geschäften und ende mit dem Zuparken der Gehwege. Die Menschen würden oft gar nicht realisieren, dass solche Situationen für Rollstuhlfahrer oder Benutzer von Rollatoren enorme Hürden darstellen. Aber es würde mehr und mehr Verständnis für behinderte Menschen und für solche Situationen aufgebracht. Ein Beispiel für Barrierefreiheit ist eine Apotheke in der Marktstraße, die eine Rampe installiert hat.

Auch die "Leichte Sprache" war Thema des Treffens: So wie Treppen eine Hürde für Rollstuhlfahrer darstellen, so sind Texte in schwerer verständlicher Ausdrucksweise eine Barriere für Menschen, die eine geistige Behinderung haben oder aus anderen Gründen über geringe Lese- und Schreibkompetenzen verfügen. Die "Leichte Sprache" soll Menschen das Verstehen von Texten erleichtern. Sie dient damit auch der Barrierefreiheit.

"Es ist wichtig, dass es in den Zeitungen auch Texte gibt, die in besonders verständlicher Ausdrucksweise und in kurzen Sätzen ohne Fremdwörter geschrieben sind", sagt Heike Paul. Niedrigschwellige Angebote sollen den Zugang zur Schriftsprache und den Spaß am Lesen erleichtern. Damit alle verstehen, was um sie herum passiert, regt der Teilhabekreis an, gekennzeichnete Zeitungsberichte mit einer unkomplizierten Ausdrucksform in gewissen Abständen in den Printmedien zu veröffentlichen. So würde einer Zielgruppe, die keine "schweren" Texte lesen kann, ermöglicht, Informationen zu erhalten und aktiver am Leben teilzunehmen. Mittlerweile gibt es schon zahlreiche Broschüren und Kommunen, die das blaue Logo für "Leichte Sprache" zeigen: ein Smiley mit einem Buch und dem Daumen hoch. Darüber hinaus gibt es auch Texte, die mit einem roten Stoppschild und der Aufschrift "Leichte Sprache" versehen sind.

Mit dabei sein wird der Teilhabekreis auch beim Tag der Inklusion "Dabei sein. Mitmachen!" Die Veranstaltung findet am 26. September unter der Schirmherrschaft von Landrat Alexander Saftig in der Vulkanhalle in Kruft statt.

Mayen-Andernach
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