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Rüber: Im Einsatz für Vögel, Libellen und Amphibien

Der unverkennbare Geruch von frischem Schilf und feuchter Erde liegt in der Luft. Im Hintergrund brummt die Maschine, während einige Insekten umherschwirren. Im Naturschutzgebiet (NSG) Nothbachtal bei Rüber tut sich etwas. Vor wenigen Tagen wurde damit begonnen, dem Wildwuchs Einhalt zu gebieten, der in den vergangenen Jahren Überhand genommen hat.

Ein ungewohnter Anblick im Naturschutzgebiet Nothbachtal bei Rüber: Mit einer Moorraupe wird der Schilf auf einem Teil des Geländes gemäht, um seltenen Tierarten mehr Platz zu verschaffen. Damit das Gebiet mit Wasser versorgt wird, soll es zudem neu modelliert werden. Foto:  Anne Fuhrmann
Ein ungewohnter Anblick im Naturschutzgebiet Nothbachtal bei Rüber: Mit einer Moorraupe wird der Schilf auf einem Teil des Geländes gemäht, um seltenen Tierarten mehr Platz zu verschaffen. Damit das Gebiet mit Wasser versorgt wird, soll es zudem neu modelliert werden.
Foto: Anne Fuhrmann

Von unserer Redakteurin Anne Fuhrmann

Mit den Arbeiten sollen Libellen, Amphibien und Vögel wieder mehr Platz zum Leben bekommen.

Dort, wo vor zwei Jahrzehnten nur Ackerland war, sollen sich künftig wieder mehr seltene Arten in dem Feuchtgebiet tummeln. Ein Stillgewässer wurde in der Vergangenheit angelegt. "Zuletzt gab es aber sieben bis acht Jahre lang keine Initiative mehr, um die Fläche zu pflegen", erklärt Biotopbetreuer Jörg Hilgers. Finanzielle Mittel fehlten, um das Naturschutzgebiet in einem Zustand zu erhalten, wie er angedacht war. Für 2014 wurde nun aber Geld frei, sodass Hilgers in Zusammenarbeit mit der Struktur- und Genehmigungsarbeit Nord dazu anregte, die Arbeiten wiederaufzunehmen. Knapp eine fünfstellige Summe ist für die aufwendige Maßnahme in diesem Jahr vonnöten, schätzt der Biologe.

Immer wieder bleiben Spaziergänger auf dem Feldweg neugierig stehen, als die Moorraupe den Schilf mäht und am Wegesrand zu großen Haufen auftürmt. Die spezielle Mulchmaschine schneidet zunächst eine rund 5 Hektar große Fläche im Kernbereich des Naturschutzgebiets frei, die komplett zugewachsen war. Aufgrund der starken und dichten Schilfvegetation hatten sich Vögel wie Weißstorch und Kraninch zuletzt nur noch am Rand des Feuchtgebiets aufhalten können, erklärt Hilgers. Die Libellen waren verschwunden. Und mehr noch: Auf einem Teil der landeseigenen NSG-Flächen hatten sich Problempflanzen wie Beerenklau und Goldrute bereits auszubreiten begonnen. Nun nach dem bodennahen Schnitt sollen Vögel und Insekten wieder eine größere Fläche für sich erobern können.

Ist die Mahd beendet, kommt in dieser Woche die Schubraupe zum Einsatz. Sie modelliert das Gelände, zum Beispiel die Uferbereiche, neu. Zuletzt hatte sich das Wasser gestaut. Durch das Räumen von versandeten Gräben werden Tümpel und Teiche jetzt wieder mit dem Wasser versorgt. Damit soll das Gebiet für Arten wie den Teichrohrsänger und die Wechselkröte wieder attraktiver werden.

Nicht nur für die Tiere war der Zustand des Naturschutzgebiets zuletzt ein Problem. Wie der ehemalige Ortsbürgermeister Leo Klöckner berichtete, hatten Kinder wegen der Wasserstauungen dort in jüngerer Vergangenheit Brücken gebaut. Für den ehemaligen Ortschef eine nicht hinnehmbare Gefahr. "Wenn die Stauungen nun beseitigt werden, ist die Situation in Ordnung", meint er.

Nach Ansicht von Biologe Hilgers könnte nun für die Tiere allerdings ein neues Risiko entstehen. Er befürchtet, dass das freie Gelände als Hundespielplatz missbraucht werden könnte, und bittet daher Halter eindringlich, ihre Haustiere dort fernzuhalten. Aus Rücksicht auf schützenswerte Vogelarten sei erst jetzt mit den Arbeiten begonnen worden. Zuerst sollte die Brutzeit abgewartet werden, erklärt der Fachmann.

Nach dem Ende der laufenden Arbeiten soll das Projekt weiterverfolgt werden. "Kurzer Aktionismus bringt nichts, eine nachhaltige Lösung ist wichtig", betont der Biologe. Derzeit wird sich deshalb darum bemüht, eine langfristige Finanzierung zu sichern. Gelingt dies, könnte das Naturschutzgebiet als Kompensationsfläche für Bauvorhaben zur Verfügung stehen und so regelmäßig Mittel erhalten. Daneben gibt es außerdem Überlegungen, die Fläche zu beweiden.

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