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Bell

Riesiger Backofen der Firma Heuft aus Bell geht in die USA

Was der Backofen leisten kann, den die Firma Heuft aus Bell in den vergangenen Monaten gebaut hat, das lässt sich am besten an einem Beispiel verdeutlichen. Man stelle sich einen Menschen vor, der jeden Tag ein Baguettebrötchen isst...

Eine Aufgabe für Spezialisten: Damit der 55 Tonnen schwere Backofen aus Bell den Transport in die USA sicher übersteht, kommt er in eine riesige, 13 Tonnen schwere Holzkiste. Die wird derzeit von Fachleuten aus Montabaur auf dem Hof der Firma Heuft um den Ofen herumgebaut.
Eine Aufgabe für Spezialisten: Damit der 55 Tonnen schwere Backofen aus Bell den Transport in die USA sicher übersteht, kommt er in eine riesige, 13 Tonnen schwere Holzkiste. Die wird derzeit von Fachleuten aus Montabaur auf dem Hof der Firma Heuft um den Ofen herumgebaut.
Foto: Andreas Walz

Von unserem Redakteur Hilko Röttgers

Wenn er das gut 60 Jahre lang tut, wird er etwa 22 000 Baguettebrötchen verzehrt haben. Diese Menge produziert der besagte Backofen aus Bell in einer einzigen Stunde. Rund 2,5 Tonnen Teig werden dabei verarbeitet.

Es handelt sich also um einen sehr großen Backofen. Sechs bis acht Monate dauert es, bis die Firma Heuft einen Ofen in dieser Größenordnung gebaut hat. Auftraggeber ist in diesem Fall die New French Bakery in Minneapolis (USA). Dorthin muss der Riesenbackofen, der einen Wert von knapp 2 Millionen Euro hat, nun transportiert werden.

Und das ist gar nicht so einfach, wie Joachim Hasdenteufel erläutert. Hasdenteufel ist geschäftsführender Gesellschafter der Firma Hapack aus Montabaur, einem mittelständischen Spezialisten für Verpackungen. Seit dem vergangenen Donnerstag sind vier Mitarbeiter seiner Firma damit beschäftigt, den Beller Backofen so zu verpacken, dass er den sechs bis acht Wochen langen Transport in die USA unbeschadet übersteht. Zwei Dinge machen diese Aufgabe zu einer echten Herausforderung. "Das Hauptrisiko ist die Korrosion", sagt Hasdenteufel. Da der Backofen per Frachtschiff über den Atlantik gebracht werden soll, muss die Verpackung so beschaffen sein, dass ihm die salzige Seeluft nichts anhaben kann. "Deswegen wird der Ofen mit Folie luftdicht eingepackt und regelrecht eingeschweißt", beschreibt Hasdenteufel.

Zum anderen stellen die bloßen Ausmaße des Backofens eine Herausforderung dar. Um ihn zu verpacken, fertigen die Spezialisten eine Holzkiste an, die 16,30 Meter lang, 4,30 Meter breit und 3,20 Meter hoch ist. Der Bau einer so großen Kiste will genau geplant sein. Deswegen haben die Mitarbeiter des Verpackungsunternehmens den Backofen zunächst einmal exakt vermessen. "Um das Material für die Kiste zu beschaffen, ist eine Vorlaufzeit von zwei bis drei Wochen notwendig", sagt Hasdenteufel.

Diese Kiste, die rund 23 000 Euro kostet und allein etwa 13 Tonnen wiegt, besteht aus insgesamt 16 Elementen. Sie wurden in Montabaur vorgefertigt und dann nach Bell geliefert. Dort wird die Kiste nun um den rund 55 Tonnen schweren Backofen herumgebaut. Gearbeitet wird im Hof der Firma Heuft. "Wir konnten den Ofen nicht in der Halle verpacken. Dann hätten wir das Gesamtpaket vermutlich nicht mehr ins Freie bekommen, weil es so schwer ist", erläutert Hasdenteufel.

Der nächste Schritt beim Transport des Backofens ist für Mittwoch, 19. Februar, geplant. Dann wird die Kiste mithilfe zweier Autokräne auf einen Tieflader gehoben werden, mit dem sie in der Nacht zum Donnerstag zum Verschiffen nach Rotterdam oder Antwerpen gebracht wird. Aufgrund seiner Größe darf der Tieflader erst nach 22 Uhr fahren. Zudem muss für einen Transport in dieser Größenordnung bei der Kreisverwaltung eine Sondergenehmigung beantragt werden – und zwar bei der Verwaltung jedes Landkreises, durch den der Tieflader fährt. Weitere Genehmigungen sind für den Transport im Ausland erforderlich. Um diese Details kümmert sich ein eigens beauftragtes Logistikunternehmen, das die genaue Route bereits abgefahren ist.

Wenn der Riesenofen in knapp zwei Monaten an seinem Bestimmungsort in den USA angekommen ist, sind wieder die Fachleute aus Bell gefragt. Georg Rosenbach, Geschäftsführer der Firma Heuft, erläutert: "Unsere Monteure reisen dann nach Minneapolis, bauen den Ofen mit auf und richten die Anlage ein." Für den Beller Backofenbauer ist es übrigens nicht das erste Mal, dass er einen solchen Ofen über den Atlantik schickt. "Wir haben in dieser Dimension schon einmal einen Ofen in die USA verkauft", sagt Rosenbach.

Die Firma Heuft: Backofenbauer mit langer Tradition

Die Firma Heuft aus Bell ist der älteste Backofenbauer Deutschlands. Inzwischen wird das Unternehmen, das 1840 gegründet wurde, in achter Generation geführt. Die Firma Heuft beschäftigt rund 170 Mitarbeiter und macht einen jährlichen Umsatz von etwa 30 Millionen Euro. Die Mehrzahl der in Bell gebauten Backöfen geht ins Ausland. Die Exportquote liegt über 50 Prozent; im vergangenen Jahr übertraf sie sogar die 70-Prozent-Marke, wie Geschäftsführer Georg Rosenbach berichtet. Schwerpunkt der Exporte ist Europa. Die Firma Heuft hat aber auch schon Backöfen in die USA, nach Japan, Australien und Dubai sowie nach Nepal geliefert. Eines der wichtigsten Betätigungsfelder des Unternehmens ist der Bau von Thermoölöfen, die sich unter anderem durch Energieeffizienz auszeichnen, da das Thermoöl die Backtemperatur gut speichert, erläutert Rosenbach. hrö

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