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Mayen/Polch

Rätselhaftes Bild an der A48: Was steckt hinter den Zeichen an der Autobahn?

Tim Kosmetschke

Dieses Kunstwerk gibt Autofahrern Rätsel auf – es prangt am Mittelpfeiler einer Brücke über die Autobahn 48 zwischen Mayen und Polch. Kunst? Ein Geheimhinweis? Wir haben uns auf Spurensuche begeben.

Das ist der Anblick, der sich seit einer Weile Autofahrern auf der A 48 zwischen Mayen und Polch bietet: Am Mittelpfeiler einer Brücke prangt ein Bild, das Rätsel aufgibt – mit Herzen, einem Auge-Symbol und anderen grafischen Elementen. Wer hat es gemalt und angebracht?
Das ist der Anblick, der sich seit einer Weile Autofahrern auf der A 48 zwischen Mayen und Polch bietet: Am Mittelpfeiler einer Brücke prangt ein Bild, das Rätsel aufgibt – mit Herzen, einem Auge-Symbol und anderen grafischen Elementen. Wer hat es gemalt und angebracht?
Foto: Sascha Ditscher

Ein schwarzer Kreis, der aus einer grünen Blüte zu wachsen scheint, darauf ein Dreieck gezeichnet, das verschiedene Symbole beinhaltet: ein blaues Herz, mehrere Dreiecke, Punkte, ein Auge. Was hat das zu bedeuten? Und wer hat es an den Pfeiler einer Autobahnüberführung an der A 48 zwischen den Ausfahrten Mayen und Polch gemalt oder geklebt? Ein geheimer Hinweis? Ein Zeichen der Freimaurer? Oder gar der Illuminaten? Wir haben uns – mit einem Augenzwinkern – auf Spurensuche begeben.

Ein RZ-Leser aus dem Kreis Cochem-Zell, der wie Tausende andere Autofahrer täglich an dem mysteriösen Graffito vorbeifährt, hat die RZ sowie die Behörden auf das geheimnisvolle Bild kurz vor dem kleinen Rastplatz nahe Polch aufmerksam gemacht: „Das hängt da schon lange, und immer wieder frage ich mich: Was soll es wohl bedeuten?“, sagt er. Besonders mysteriös: „Ich bin viel auf Autobahnen unterwegs, und ich bin mir sicher, dass ich diese Anordnung schon mal in der Nähe von Hadamar gesehen habe.“

Sieht nicht nach Farbdose aus

Wie eine „normale“ Farbdosenverzierung am Straßenrand sieht das Bild tatsächlich nicht aus. Bei genauerem Hinsehen wirkt es auch eher wie ein geklebtes Plakat, das sogar um den Pfeiler herumgeklebt scheint und am oberen Rand schon ein wenig abblättert. Ob es sich um einen geheimen Wegweiser handelt, zum Beispiel zu einer Untergrundparty? Oder um einen Heiratsantrag, den nur die Angebetete versteht?

Das ist der Anblick, der sich seit einer Weile Autofahrern auf der A 48 zwischen Mayen und Polch bietet: Am Mittelpfeiler einer Brücke prangt ein Bild, das Rätsel aufgibt – mit Herzen, einem Auge-Symbol und anderen grafischen Elementen. Wer hat es gemalt und angebracht?
Das ist der Anblick, der sich seit einer Weile Autofahrern auf der A 48 zwischen Mayen und Polch bietet: Am Mittelpfeiler einer Brücke prangt ein Bild, das Rätsel aufgibt – mit Herzen, einem Auge-Symbol und anderen grafischen Elementen. Wer hat es gemalt und angebracht?
Foto: Sascha Ditscher

Unser erster Weg führt uns zu einem Graffitiexperten. Anruf beim Archiv der Jugendkulturen in Berlin, wo sich ein Graffitiarchiv seit 2009 um die Vermittlung kümmert und politische Jugendarbeit, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit leistet und Veranstaltungen rund um Graffiti organisiert. Mitarbeiter Martin Gegenheimer nimmt sich auf unsere Bitte hin der Sache an – und kann zumindest mit einer Genre-Einsortierung weiterhelfen: „Das ist zumindest kein klassisches Graffitiwerk – darunter würde man eher das verstehen, was rechts davon am Pfeiler zu sehen ist. Bei Graffiti geht es eher um Schrift. Hier handelt es sich vielmehr um Streetart. Das kommt eher aus dem Grafikdesign-Bereich.“ Einen Urheber kann Gegenheimer spontan nicht ausmachen, den Künstler erkennt er nicht. Aber er sieht: „Gesprüht ist das nicht, sondern wie ein Poster gekleistert. Das nennt man Paste-Up und ist in der Streetart absolut gängig.“ Eine inhaltliche Interpretation will Gegenheimer indes nicht vornehmen, dazu ist ihm die Faktenlage zu vage.

Dreieck könnte Pyramide sein

Stecken also vielleicht doch okkulte Kräfte hinter dem Bild an der Autobahn? Das Dreieck, das auch eine Pyramide darstellen könnte, und das Auge erinnern irgendwie an die Freimaurerei. Also: nachgefragt bei Knut Schwab von der Koblenzer Freimaurerloge „Friedrich zur Vaterlandsliebe“, die im vergangenen Jahr 200 Jahre alt wurde und gar nicht so geheimnistuerisch tut, wie man meinen könnte. „Das Dreieck und das Auge sind zwar Symbole, die in der Freimaurerei verwendet werden“, sagt Schwab, wird dann aber rasch sehr deutlich: „Dieses Bild hat aber mit uns Freimaurern gar nichts zu tun.“ Er vermutet, dass der unbekannte Künstler die Symbole irgendwo gesehen und in sein Werk übernommen hat, dabei vielleicht auch Schablonen benutzt haben könnte. Doch auch diese Spur führt leider ins Leere.

Wissen Sie weiter?

Was verbirgt sich hinter den Zeichen an der A 48? Haben Sie eine Idee? Oder haben Sie dieses Werk schon einmal woanders gesehen? Über sachdienliche Hinweise per E-Mail freut sich die Lokalredaktion unter redaktion-mayen@rhein-zeitung.net

Wie sieht es also mit denen aus, die dafür zuständig sind, dass die Autobahnen gut in Schuss bleiben? „Auch wir haben keine Ahnung, was diese Zeichen bedeuten“, erklärt Birgit Küppers vom Landesbetrieb Mobilität (LBM), und sie kündigt außerdem recht unsentimental an: „Bei entsprechender Witterung werden wir die ,Kunst‘ beseitigen.“ Weil das Bild nur vom Mittelstreifen der Autobahn aus zugängig ist, „sind nicht unerhebliche Verkehrssicherungsmaßnahmen notwendig“, macht Küppers den Aufwand deutlich. Fragt sich nur, wie der Verursacher hingekommen ist – vielleicht geflogen?

Aus Sicht der Straßenmeisterei sind solche Bilder vor allem eines: ärgerlich. „Wir sehen die Verunstaltungen unserer mit Mühe und Sorgfalt hergestellten Bauwerke und Einrichtungen mit Zorn und Unmut“, sagt Birgit Küppers und erklärt, dass solche Schmierereien auch die Begutachtung und Beurteilung von Bauwerken erschweren, weil zum Beispiel Risse und Abplatzungen an Bauwerken schwerer zu erkennen sind. „Leider übersteigt das Ausmaß der Schmierereien die Leistungsfähigkeit der Bediensteten der Straßenmeistereien.“

Bis vor einigen Jahren rückten die Straßenwärter noch mit einem Spezialreiniger an – um wenig später festzustellen, dass die freien Flächen schon wieder vollgeschmiert wurden. „Deshalb beschränken sich die Meistereien aktuell darauf, verfassungsfeindliche Parolen mit grauer Wandfarbe zu überstreichen. Mehr können wir nicht leisten“, meint Küppers und appelliert an Autofahrer, illegale Graffiti-Aktionen anzuzeigen, wenn sie sie mitbekommen.

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