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Plaidt/Region

Neuer Name und neue Mitglieder: Nationaler Geopark Laacher See anerkannt

Der nationale Geopark Vulkanland Eifel, zu dem unter anderem der Vulkanpark Mayen-Koblenz gehört, schrumpft und bekommt einen neuen Namen: Nationaler Geopark Laacher See. Für die Besucher soll sich aber nichts ändern. Für den Vulkanpark, zu dem unter anderem das Römerbergwerk in Kretz, das Infozentrum in Plaidt und der Geysir in Andernach gehören, ist die Mitgliedschaft im Geopark-Verbund aber hilfreich, sagt Geschäftsführer Jörg Busch.

Das Römerbergwerk im Vulkanpark lockt Touristen an.
Das Römerbergwerk im Vulkanpark lockt Touristen an.

Von unserer Redakteurin Yvonne Stock

Bis dato bildeten seit 2005 neben dem hiesigen Vulkanpark, der Vulkanpark im Brohltal und die Vulkaneifel den nationalen Geopark Vulkanland Eifel. Nun ist aber die Vulkaneifel als Unesco Global Geopark anerkannt worden und musste daher aus dem Dreierverbund aussteigen, erklärt Busch. Ende 2015 sei das klar gewesen. Die zwei Vulkanparks entschieden sich, sich als Nationaler Geopark Laacher See um Anerkennung bei der GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung zu bemühen.

Das hat jetzt auch geklappt, erzählt Busch – auch wenn ein Kommissionsmitglied zunächst wohl sehr skeptisch war, weil ein nationaler Geopark bis dato höchstens gewachsen, aber noch nie geschrumpft war. Neu zertifiziert werden muss die Region nicht, sie wurde erst 2015 rezertifiziert. Der Evaluierungsbogen besteht aus 80 Seiten, in denen unter anderem die geologische Vielfalt und der Erhaltungszustand der Substanz abgefragt wird, berichtet der Vulkanpark-Geschäftsführer. Dann reist die Kommission einen Tag an und schaut sich Teile des Vulkanparks an und bewertet unter anderem die Art der Wissensvermittlung. Überraschungen sind bei dem, was sie sehen wollen, nicht ausgeschlossen.

15 nationale Geoparks gibt es derzeit. Die GeoUnion präsentiert sie zum Beispiel deutschlandweit bei Tourismusmessen und auf einer Internetseite. Zudem gibt es regelmäßige Treffen, wo über Probleme und Ideen gesprochen wird. "Man muss nicht jeden Fehler zweimal machen", meint Busch. Zum Beispiel diskutierten einige Geoparks über die Frage, ob sie bei jeder Schautafel genau sagen können, wo sie steht. Busch konnte das nicht, woraufhin im Vulkanpark eine umfangreiche Bestandsaufnahme der 350 Schautafeln an den 17 Landschaftsdenkmälern angestoßen wurde. Ein weiterer Vorteil des Geoparkverbundes ist, dass er sich gegenüber der Politik Gehör verschaffen kann, meint der Vulkanpark-Geschäftsführer.

Vulkanpark-Geschäftsführer Jörg Busch.
Vulkanpark-Geschäftsführer Jörg Busch.
Foto: Yvonne Stock

Neuer Name soll Vorteile bringen

Sarah Radermacher von der Verbandsgemeinde Brohltal erwartet auch vom neuen Namen Vorteile: "Der neue Name kann gezielter und stärker zur positiven Imageentwicklung der Ferienregion Laacher See beitragen", meint sie. Und Radermacher hofft, den Themenschwerpunkt "Leben und Arbeiten mit den vulkanischen Steinen" stärker herausarbeiten zu können. Busch betont, dass es wegen der unterschiedlichen Organisationsstruktur immer schwierig war, mit der Vulkaneifel gemeinsame Veranstaltungen auf die Beine zu stellen. "Zwischen uns sind außerdem 40 Kilometer vulkanisches Niemandsland."

Aber ist Busch nicht doch ein bisschen neidisch darauf, dass die Vulkaneifel im vergangenen Jahr von der Unesco anerkannt wurde? "Ich bin nicht unglücklich, dass das an mir vorüber gegangen ist", sagt er. Denn als Dreierverbund konnten sie sich nicht bewerben und die Vulkaneifel sei schon immer in solchen Fragen Vorreiter gewesen. Der Aufwand für so ein Bewerbungsverfahren sei riesig. "Und wir klagen hier nicht über Langeweile", sagt Busch mit Blick auf sein kleines Vulkanpark-Team.

Die Frage ist: Was bringt die Anerkennung wirklich? Wie viele Touristen kommen mehr, weil das jetzt ein Unesco Global Geopark statt ein Nationaler Geopark ist? Man merkt Busch gewisse Zweifel an der Wirksamkeit an. "Wir sind als Geoparks in einer Nische unterwegs." Mayen und Mendig mit ihrem Antrag, die Mühlsteinbrüche als Unesco-Weltkulturerbe anzuerkennen, misst er mehr touristische Bedeutung bei. Auch Radermacher von der Verbandsgemeinde Brohltal meint: "Die Auszeichnung zum Nationalen Geopark ist für die hiesige aktuelle Arbeit und Ausrichtung hinreichend." Und dass sich die Vulkanparks zusammen neu bewerben, weil ihre Zusammenarbeit immer eng und unkompliziert war, sei nie infrage gestellt worden, ergänzt Busch.

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