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Andernach

Millionenprojekt geplant: Bahnhof in Andernach-Süd

Andernach soll einen zusätzlichen Bahnhof bekommen. Das hat der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord) bei seiner jüngsten Versammlung besprochen. Die Haltestelle Andernach-Süd ist einer von elf geplanten neuen Bahnhöfen, soll voraussichtlich in der Nähe des Leibnizhofs entstehen und rund um das Jahr 2025 gebaut werden, sagt Jan Olaf Heiland vom SPNV-Nord auf RZ-Anfrage.

Etwa auf Höhe des Leibnizhofs soll in einigen Jahren die Bahnhaltestelle Andernach-Süd eingerichtet werden.  Foto: Yvonne Stock
Etwa auf Höhe des Leibnizhofs soll in einigen Jahren die Bahnhaltestelle Andernach-Süd eingerichtet werden.
Foto: Yvonne Stock

Von unserer Redakteurin Yvonne Stock

Der Haltepunkt an der Strecke der Pellenzbahn von Andernach nach Mayen soll aus barrierefrei erreichbaren Bahnsteigen, einer Unterstellmöglichkeit, einem Fahrkartenautomaten und einer digitalen Anzeige bestehen. Der Zweckverband geht davon aus, dass dafür keine größeren Arbeiten an den vorhandenen Gleisen notwendig sind. Geplant ist "unter dem rollenden Rad" zu bauen, erzählt Heiland. Das heißt während der Bauphase von rund einem Jahr läuft der Zugverkehr normal weiter. Mit der Bahn und dem Land Rheinland-Pfalz hat der Zweckverband aufgrund der dortigen Wohnbebauung berechnet, wie viele Reisende am Leibnizhof täglich einsteigen könnten. Es wird von 700 ausgegangen. Ziel der "Stationsoffensive" ist, mehr Fahrgäste zu gewinnen ohne das Zugangebot ausweiten zu müssen. Aufgrund kürzerer Wege zum nächsten Bahnhof sollen mehr Menschen von dem Verkehrsträger Bahn überzeugt werden.

Die Kosten für den neuen Haltepunkt schätzt der SPNV-Nord nach Angaben von Heiland auf rund 1,5 Millionen Euro. Sie sollen zwischen Bahn und Land aufgeteilt werden. In welcher Höhe sich das Land an der Finanzierung des Haltepunkts beteiligt, ist noch offen. "Das hängt von der Wahl des Finanzierungsmodells ab", sagt Heiland. Manchmal sind auch noch bauliche Maßnahmen im Umfeld der neuen Haltestellen notwendig. Hierbei erhofft sich der SPNV-Nord eine Beteiligung der Kommunen.

Seit einem Jahr wird nach Angaben von Heiland konkret an den Plänen für Andernach-Süd gearbeitet. Ganz fix sind sie aber noch nicht. Wenn bei der weiteren Konkretisierung Hindernisse bei der fahrplantechnischen Machbarkeit, der Genehmigung oder der Finanzierung entstehen, kann das Vorhaben gecancelt werden. Auch bei dem Realisierungstermin kann es laut des SPNV-Nord-Mitarbeiters noch zu Änderungen kommen.

Die Politik und die Stadt Andernach zeigen sich sehr überrascht von den Plänen des Zweckverbands. "Es gab ungefähr Anfang der 90er-Jahre mal Überlegungen, im Bereich Hammerweg/Schillerring einen Haltepunkt einzurichten", erinnert sich Stadtsprecher Christoph Maurer. Weil davon ausgegangen wurde, dass die Nachfrage zu gering ist, wurden die Überlegungen wieder verworfen. "Aktuell ist der Stadtverwaltung nichts über einen neuen oder geplanten Haltepunkt bekannt", so Maurer.

FWG-Fraktionschef Hartmut Dressel hielt sich wie die meisten Fraktionschefs mit einer Bewertung zurück. Er verwies jedoch darauf, dass der Hauptbahnhof ja schon fast im Süden sei und er in Namedy sehe, wie viel Arbeit der Unterhalt von so einer Haltestelle mache. Aber das Unternehmen solle mal seine Pläne und Zahlen den städtischen Gremien vorlegen, dann könnten diese darüber diskutieren. Auch SPD-Fraktionschef Marc Ruland und sein Kollege von der CDU, Gerhard Masberg, zeigen sich überrascht von den Plänen. "Ich habe noch nicht gehört, dass dort Bedarf besteht", sagt Masberg.

Grünen-Fraktionschef Christoph Henrichsen ist der einzige, der die Pläne für einen neuen Haltepunkt in dieser Ecke der Stadt befürwortet. "Die Bewohner der Südstadt erhielten damit einen viel kürzeren Zugang zum Bahnhof, der Umstieg auf das umweltfreundliche Verkehrsmittel Bahn wäre erleichtert", meint er. Einmal pro Stunde könnten sie ohne Umsteigen nach Koblenz fahren. Henrichsen erinnert daran, dass auch der zusätzliche Haltepunkt Koblenz-Stadtmitte die Bahn als Verkehrsmittel für viele attraktiver gemacht habe.

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